In diesem Beitrag geht es um meine Schwester Aneta, die sich seit zwei Wochen in der Psychiatrie befindet. Wie es dazu kam, ist eine lange Geschichte. Die kurze Version: Da alle bisherigen Medikamente ihre Depression nicht lindern können, hat die zuständige Psychiaterin sie in die Klinik eingewiesen.
„Wenn die Hoffnung langsam stirbt“ weiterlesenSchlagwort: Krankheit
Endlich!
Gestern war ich bei der neuen Psychiaterin in einer Gemeinschaftspraxis in Schwerte. Wegen eines Termins hatte ich Ende Februar angerufen und war erstaunt, dass ich ihn schon in wenigen Wochen bekommen kann, dachte mir noch: Ob das ein gutes Zeichen ist? Die monatelangen Wartezeiten bei den Fachärzten sind ja mittlerweile fast zu Selbstverständlichkeit geworden.
„Endlich!“ weiterlesenUpdate zu „Schock“
Bei meiner Schwester wird die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) eingesetzt. Die erste Behandlung war heute, die nächste (von insgesamt acht bis zehn) ist am kommenden Dienstag. Noch trat keine Besserung ein und Aneta ist immer noch im tiefen „Loch“ und will nicht mehr leben. Tröstende oder aufbauende Worte sind nutzlos und sogar fehl am Platz. Sie muss allein durch diese Hölle. Das äußerst Qualvolle in ihrer Situation (kenne ich aus meiner – ähnlichen) ist die Zeit. Zäh und dickflüssig, bleibt sie fast stehen, ist unendlich und hat keinen Ausweg. Man ist darin gefangen – für immer und ewig …
Es nimmt mich sehr mit, aber ich kann nichts tun, nur hoffen, dass die Therapie nach der zweiten, oder dritten, oder vierten Anwendung doch noch anschlägt.
Schock
Meine Schwester hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Mit einem Besteckmesser. Da sie stark zitternde Hände hat und das Messer auch noch zu stumpf war, schaffte sie es nicht, die Vene zu durchtrennen. Also hat sie weiter mit dem Schrankschlüssel herumgebohrt, doch auch ohne Erfolg. So verging die Nacht. Morgens hat sie die Verletzung verstecken wollen, da sie beabsichtigte, in der darauffolgenden Nacht weiterzumachen. Aber die Wunde wurde entdeckt, musste versorgt und sogar genäht werden.
„Schock“ weiterlesenVor dem Morgengrauen
Als Kind war ich kaum krank. Ich hatte zwar gelegentlich Ohren- oder Halsschmerzen, aber sonst, was den Körper angeht, nichts Gravierendes. Zum Glück hatte ich auch keine Zahnprobleme und blieb somit von den damaligen grausigen Behandlungen verschont.
Die Psyche ist eine andere Geschichte. Erst im Erwachsenenalter ist mir klar geworden, dass ich als Kind depressiv war. Wenn man mich gefragt hätte, was mir fehlt, hätte ich das damals nicht sagen, nicht beschreiben können. Es war wie ein unangenehmer Beigeschmack am Dasein, wie ein Ziehen und Nagen an der Seele … wie ein Schatten in der Ferne, über dem grünen Waldstreifen; ich spürte ihn, wenn ich meinen Blick an den Horizont richtete. Etwas Dunkles schaute mir entgegen und mein Herz zog sich zusammen.

