Veröffentlicht in Menschsein, Persönliches

Traumwelt

Traurig bin ich. Der Sinn dieser von wem auch immer erschaffenen oder durch Zufall entstandenen Welt erschließt sich mir nicht. Die Menschen werden nie lernen, mit ihrem Planeten und miteinander behutsam und respektvoll umzugehen. Sie werden so weitermachen: mit Kriegen, Ausrottung, Zerstörung – bis zum bitteren Ende. Was ist unser Daseinszweck? Haben wir eine Bestimmung oder ist es alles nur Chaos? Sind wir Menschen wirklich die Krönung des Lebens? Oder sind wir hier, um alles und letztendlich uns selbst zu vernichten? … Ja, ich weiß – es sind rhetorische, sogar naive Fragen, die mir keiner beantworten kann. Auch wenn ich sie aus dem Kosmos auf die Erde hinab schreien könnte, würden sie unerwidert bleiben.

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Veröffentlicht in Persönliches

Bis ins Bodenlose

Hat die Unmenschlichkeit eine Grenze? … Wenn ich so manche Äußerungen aus der russischen Bevölkerung lese oder Videos sehe, dann komme ich zum Ergebnis – sie geht bis ins Bodenlose. Da scherzen Moderator Anton Krasovsky und Schriftsteller Sergej Lukjanenko in einer Fernseh-Talkshow über russische Vergewaltiger in der Ukraine, sie hätten Viagra erhalten, um ukrainische Omas zu vergewaltigen. Diese Omas würden doch ihre Ersparnisse dafür hergeben, um von russischen Soldaten vergewaltigt zu werden! Im selben Gespräch einen Augenblick weiter ruft Krasovsky auf, ukrainische Kinder zu ertränken und zu verbrennen, damit aus ihnen keine Feinde Russlands heranwachsen. Dagegen scheint ja die Tatsache, dass Kinder auf jede Art und Weise in der Ukraine eingesammelt und für die Umerziehung nach Russland verschleppt werden, schon fast harmlos.

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Wer A sagt, muss auch B sagen …

Danke an Wildgans für die wunderbare Idee! Nun kommt mein heutiges ABC.

A Ananitschev, mein Nachname. Gewöhnlich werde ich von Unbekannten gebeten (etwas verlegen), meinen Namen zu buchstabieren. Nur Wenige wiederholen ihn auf Anhieb richtig und sogar mit der richtigen Betonung: Anánitschev.
Woher kommt er? Die Antwort ist einfach – es ist der Name meines Mannes. Ich hätte ihn, als ich neu heiratete, ablegen und den Nachnamen meiner Frau oder auch meinen Geburtsnamen nehmen können. Aber das wollte ich nicht. Ananitschev sollte bleiben – als Erinnerung an einen Menschen, der mir immer noch viel bedeutet.

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Für Ida

In Gedenken an meine Schwester Ida. Sie starb am 29. September 2017.

Meine liebe Schwester, es tut mir unendlich leid, dass ich diese Zeilen erst jetzt schreibe und Du sie nicht mehr lesen kannst. Auch in meinem Buch habe ich Dich nur am Rande erwähnt, obwohl mich mit Dir doch so vieles verbindet. Und es tut mir leid, dass wir in den letzten Jahren Deines Lebens außer gelegentlichem Telefonieren keinen regelmäßigen Kontakt hatten. Wie so oft, wird es einem bewusst, was man alles versäumt hat, erst dann, wenn es zu spät ist.

Quelle: Für Ida – Rosa Ananitschev Autorenseite

Veröffentlicht in Literatur, Rezension

Das Leben hat ihn wieder

„Die Nacht dazwischen“ von Heather M. Kaufmann ist keine reale, sondern eine Fantasy-Geschichte. Dennoch hat sie viel mit dem wahren Leben gemein. Es geht darin um schmerzliche Verluste, um Schuldgefühle, um Wiedergutmachung. Aber kann man noch etwas wiedergutmachen, wenn ein geliebter Mensch für immer von uns gegangen ist? Wir wissen, dass es nicht möglich ist, ihn zurückzuholen, ihn noch einmal zu umarmen, ihm das zu sagen, was man zu Lebzeiten versäumt hat, zu sagen.

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Der neue Durchblick

Nun habe ich in meinem rechten Auge eine künstliche Linse. Die von Natur bestimmte hat leider ausgedient und gab mir die Umgebung nicht mehr in aller Pracht wider. Das tat sie (zusammen mit der linken, versteht sich), eigentlich noch nie richtig – wegen der angeborenen Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Ich hätte schon als Kind eine Brille tragen müssen. Aber wen interessierte es damals sonderlich, ob ein Kind gut oder nicht so gut sehen kann? Also kam ich in den Genuss einer wirklich passenden Sehhilfe erst in Deutschland. Aber auch damit erreichte ich bloß 70 % der normalen Sehkraft, gerade so viel, um den Führerschein zu bekommen.

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Veröffentlicht in Persönliches, Social Media

Ich komme wieder

Liebe Blog-Freundinnen und -Freunde,
da ich am Donnerstag, den 18. 08. am rechten Auge (das linke ist dann ein paar Wochen später dran) wegen grauen Stars operiert werde, kann ich demnächst nicht lesen und natürlich auch nicht schreiben. Das wird mir schwerfallen, aber was muss, das muss. Zum Glück habe ich genug Hörbücher und Musik für die Ohren.

Somit verabschiede ich mich von WordPress, Facebook und Co. für unbestimmte (hoffentlich kurze) Zeit, doch – ich komme wieder. 😉🙋‍♀️

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Nichts war gut

Manchmal rufe ich in Google Maps meinen Wohnort aus dem früheren Leben auf. Es ist ein seltsames Gefühl, die Straße und das Haus zu sehen, in dem ich 17 Jahre meines erwachsenen Lebens verbracht habe – bis Mitte November 1992. Mich wieder in diese andere Welt, wenn auch nur gedanklich, zurückzuversetzen, fällt mir schwer und bringt mich in eine albtraumhafte Stimmung. Es ist wie an einen Ort des Schreckens zurückzugehen – du fürchtest dich davor, aber gleichzeitig zieht es dich hin.

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Veröffentlicht in Persönliches, Social Media

Jetzt wissen wir’s

Gestern in den Tiefen von Odnoklassniki diese Perlen der menschlichen „Intelligenz“ entdeckt. Ein User, der sich Wiking nennt, hat vollen Ernstes in einer Diskussion erklären wollen, warum Menschen homo- oder transsexuell sind. Er wohnt in Deutschland und stammt, wie ich vermute, aus Russland (sein Russisch ist allerdings so miserabel, dass es schlimmer kaum noch geht).
So etwas hat die Welt noch nicht gewusst. Aber jetzt! Haltet euch bloß fest und fallt nicht vom Stuhl!

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Veröffentlicht in Autobiografie, Social Media

Beim Recherchieren entdeckt

Zu meiner großen Überraschung entdeckte ich neulich beim Recherchieren eine meiner Übersetzungen nach dem Buch „In der sibirischen Kälte“, veröffentlicht auf der Homepage des Deutschen Hauses der Republik Tatarstan.

Ja, ich erinnere mich, dass ich 2021 diesen Text, in dem es um meinen Vater geht, auf Anfrage des Leiters eingereicht habe. Da keine Rückmeldung kam, dachte ich, daraus wäre nichts geworden. Aber – siehe da, die Geschichte wurde doch veröffentlicht.

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Veröffentlicht in Literatur, Persönliches, Rezension

Der lange Weg aus der Finsternis

„Vom Hasen, der auszieht, die Angst zu verlieren“ – Rezension

Schon allein das Cover des Buches macht neugierig und zusammen mit dem Titel verspricht das Memoir eine packende Reise. Nun bin ich dem Hasen gefolgt und meine Erwartungen sind sogar übertroffen worden.
Es ist ein kluges, ehrliches, Hoffnung spendendes Buch und so geschrieben, wie ich es selbst schreiben würde, wenn ich so perfekt mit der Sprache umgehen könnte.

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Veröffentlicht in Allgemein, Social Media

Die Sprache des Aggressors

Ein seltsames Gefühl kommt in mir auf, wenn ich meine Texte aus dem Deutschen ins Russische übersetze, wenn ich daran feile, um sie besser, aussagekräftiger zu machen. Ich empfinde dabei einen Hauch von Widerwillen, sogar so etwas wie … Schuld? Scham? … Es ist irrational – die Sprache kann nichts dafür, dass ein Staat, zu dem sie gehört, andere Länder überfällt und Kriegsverbrechen begeht. Bedauerlich, aber nachvollziehbar, dass Russisch zur Zeit von vielen verpönt wird. Für die einen ist sie die Sprache des Aggressors und des Feindes. Die anderen halten sie gar für geringwertig und verachten sie.

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Veröffentlicht in Menschsein, Persönliches

Ich bin es – das schwarze Schaf

Meine zweieinhalb Jahre jüngere Schwester gab mir wieder einmal Anlass zum Sinnieren. Ein herzensguter, freundlicher und hilfsbereiter Mensch, kümmert sie sich um unsere andere Schwester, die elf Jahre älter ist als ich und gesundheitliche Einschränkungen im Alltag hat. Beide wohnen sie in Dortmund, nicht weit weg voneinander. Am vergangenen Sonntag besuchten meine Frau und ich die zwei. Wir verbrachten in der Wohnung der Älteren bei Kaffee und Kuchen ein paar gemeinsame Stunden, redeten über dies und das. Mich wunderte schon, dass die Jüngere das Thema Gott nicht aufgriff. Aber zu früh gefreut. 😃

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Veröffentlicht in Menschsein, Persönliches

Was würde Eugen sagen?

Was würde mein Mann und nach unserer Trennung – mein lieber Freund zum Krieg in der Ukraine sagen? Als Russe hatte er einen viel engeren, persönlicheren Bezug zu Russland als ich. Allein schon aus dem Grund, weil dort seine Verwandte und ArbeitskollegInnen lebten. Dort sind seine Eltern und sein Bruder beerdigt.
Eins weiß ich – in Deutschland fühlte Eugen sich angenommen und zu Hause. Hier hatte er neue Freundschaften geschlossen, scheute es nie, Deutsch zu reden und Gespräche über verschiedene, manchmal schwierige, Themen zu führen, auch wenn er die Sprache nicht perfekt beherrschte. Schon wenige Monate nach unserer Ankunft hatte er einen Job gefunden, zwar nicht in seinem Beruf als Lehrer, sondern als einfacher Fabrikarbeiter, aber die Arbeit befriedigte ihn und gab ihm das Gefühl, ein gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein.

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Veröffentlicht in Allgemein, Menschsein

Patriotisch, pervers oder einfach nur hirnlos?

Es scheint, dass in Russland der „kommunistische Kult“ aus der Sowjetzeit durch einen anderen, einen militaristischen Kult, ersetzt worden ist, und man hat den Eindruck, es wird von Jahr zu Jahr heftiger.

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Veröffentlicht in Menschsein, Persönliches, Social Media

Es macht mir Angst

Das russischsprachige Forum „Odnoklassniki“ (Mitschüler) hatte ich schon in meinem Blog erwähnt. In gewisser Weise ist es wie Facebook. Ich bin da auch angemeldet, ebenso wie viele meiner ehemaligen Mitschüler, Leute aus dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Einige leben in Deutschland, die anderen in Russland oder sonst wo auf der Welt. Obwohl ich schon mehrmals kurz davor war, die Mitgliedschaft zu beenden, habe ich es noch nicht getan. Es gibt da so viele Putin- und sogar Stalin-Anhänger, dass es manchmal nur noch widerlich ist. Gerade jetzt, in diesen schlimmen Zeiten, kristallisiert sich deutlich heraus, wer wer ist, und leider musste ich schon etliche Namen aus meinem Freundeskreis entfernen. Aber ich stehe auch im Kontakt mit Menschen, die ich sehr schätze, die kritisch das Geschehen in Russland sehen und sich nicht scheuen, ihre Meinung offen zu schreiben. Diese Menschen möchte ich dann doch nicht ohne Unterstützung lassen. Bedauerlicherweise sind wir in der Minderheit und ich gebe zu – das macht mir Angst. Was ist nur los mit der Welt?

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Veröffentlicht in Persönliches, Psyche

Ruhe nach dem Sturm

Heute geht es mir besser. Das Ungreifbare ließ sich zwar immer noch nicht greifen und das wird mir wohl auch nie gelingen, aber es ist verschwunden und darüber bin ich froh. Nur eine schwache Ahnung, Müdigkeit und tiefe Traurigkeit sind zurückgeblieben.
Diesmal dauerte es länger als sonst, bis der „Sturm“ abzog, vielleicht wirklich – wie von Heather in ihrem Kommentar vermutet – deswegen, weil gerade so viel Negatives in der Welt geschieht …
Also – abhacken! 🙂 Es gibt so viel Schlimmeres als ein kleines, wenn auch unerklärliches und unheimliches Hirngespinst.

Veröffentlicht in Persönliches, Psyche

Das nicht Greifbare

Es hat mich wieder in seiner Gewalt – das Unheimliche, das nicht Greifbare – schon seit Samstagmorgen. Diesmal dauert es viel länger als sonst.
Gedanken- und Bilderfragmente ploppen aus meinem Unterbewusstsein (oder wo auch immer sie herkommen) auf. Noch bevor ich etwas fassen, verstehen oder „ansehen“ kann, entziehen sie sich meinem Verstand, flüchten vor mir. Hin und wieder überflutet mich ein ganzer Schwarm davon und löst jedes Mal einen heftigen, heißen Schwindelanfall aus. Das alles fühlt sich äußerst befremdlich an, ist zermürbend und macht mir Angst. Ich will, dass es endlich aufhört! Aber mich dagegen wehren kann ich nicht, ich kann nur warten, bis diese Schnipsel, Fetzen und Splitter wieder untertauchen und der Sturm in meinem Kopf sich legt.

Folgender Button führt zu einem früheren Blogartikel von mir (erklärend zum Thema):