Странное чувство охватывает меня, когда я перевожу свои тексты с немецкого на русский и начинаю их дорабатывать, стараясь сделать их лучше, выразительнее, литературнее. Будто внутри возникает невидимый барьер, нечто похожее на смутную вину или даже стыд. Но это иррационально: язык не несет ответственности за то, что государство, где на нем говорят, нападает на другие страны и совершает военные преступления. И все же понятно, почему сегодня многие отвергают русский язык. Для одних он стал языком агрессора, для других — символом врага. Некоторые даже считают его чем-то второсортным и относятся к нему с презрением.
„Русский язык — любить или презирать?“ weiterlesenО моем отце
Воспоминания
Freie Übersetzung – deutscher Originaltext „Jakob Schütz“ im Buch „In der sibirischen Kälte“
Мое отношение к отцу было довольно-таки необычным. Примечательно, что в детстве я не могла называть его папой. Если я хотела ему что-либо сказать, то без прямого обращения сразу переходила к теме. Таким образом я часто попадала в неловкую ситуацию, например, когда мне приходилось звать его издалека. Но и мой брат Яша, который был на два года старше меня, также не называл отца папой, обращаясь к нему просто на «ты». Может быть, я в этом совершенно ненамеренно копировала его?
„О моем отце“ weiterlesenПусти ее в полет
Рассказ
Как же это замечательно — жить! Видеть синее небо, чувствовать тепло солнца, любоваться цветами, их великолепными красками и совершенством форм, наслаждаться сладким нектаром.
Я люблю этот мир и, хотя появилась в нем совсем недавно, мне уже известны многие его тайны. Например, я знаю: это большое существо, которое сидит неподалеку на зеленом лугу, смотрит на меня широко раскрытыми глазами и протягивает руку, на самом деле еще очень маленькое. Это человек, ребенок. Я даже знаю, что это девочка и что она никогда прежде не видела меня. И я вижу ее сегодня впервые.
Неудачная история или Кто первый?
Рассказ
Сара и Лара охвачены радостным волнением. Они стоят на пороге новой стадии совместной жизни, если не сказать, перед высшей её ступенью, название которой «брак».
Сотрудница ЗАГС выводит на монитор пустой бланк, спрашивает:
— Кого мне записать первой? — и тут же разъясняет: — Обычно это жених. В случае, подобном Вашему, мы для простоты всегда берём старшую персону. Итак?
В ожидании она держит руки над клавиатурой и улыбается.
Die Annonce oder Sie sucht sie
Das waren noch Zeiten, damals 1996! Keine Online-Datings, keine Internet-Chats, keine WhatsApp, kein Messenger-Dienst. Wolltest du jemanden kennenlernen, musstest du raus in die echte Welt. Du hast gehofft, dass dir jemand über den Weg läuft, der dich ansieht, wahrnimmt, Interesse zeigt, und den du zumindest erst einmal sympathisch findest. Oder du hast versucht, Anschluss an eine Interessengruppe zu finden. Mit etwas Glück konnte daraus eine Beziehung entstehen. Und wenn alles nichts half, blieb nur der letzte Weg: eine Annonce in der Zeitung. In meinem Fall in der Rubrik „Sie sucht sie“.
„Die Annonce oder Sie sucht sie“ weiterlesenО моем дедушке
О жизни моего дедушки, с которым мне не посчастливилось познакомиться лично, я знаю совсем немного. Но мне теперь известно, как и почему он должен был умереть.
„О моем дедушке“ weiterlesenZwei Sprachen und die Freiheit der Übersetzung
Gedanken zum Kommentar von Nell
Den unten angefügten Kommentar zu meinem russischen Text „Белый лист“ finde ich sehr beachtenswert. Er hat mich dazu gebracht, über meine beiden Muttersprachen zu sinnieren. Wenn man das überhaupt so sagen darf, denn Russisch ist streng genommen nicht meine Muttersprache, auch wenn ich damit aufgewachsen bin.
Danke, Nell, für deine inspirierenden Gedanken!
Russische Texte
Ich habe beschlossen, meine russischen Übersetzungen auch hier im Blog zu teilen. Vielleicht gibt es ja jemanden, der neugierig ist und Lust hat, sie zu lesen (sofern Russisch kein Hindernis ist), oder ins Deutsche übersetzen zu lassen. Die meisten Texte sind autobiografische Geschichten aus dem Buch „In der sibirischen Kälte“ – persönlich, ehrlich und nah. Bisher waren sie nur auf meiner Homepage unter „Русская страничка – Russisch“ zu finden. Jetzt bekommen sie in der Kategorie Übersetzungen — Переводы и русские тексты einen zusätzlichen Platz.
Добро пожаловать!
Beitragsbild: Russischer Buchstabe von Larchick/Pixabay
Белый лист
Белый лист лежит перед тобой… и все еще неясно, все как в тумане — содержание, начало, эпилог. Все еще придет, откристаллизуется, приобретет значение и ляжет черным по белому на этом нетронутом ландшафте. Пока это только мысли, незрелые, мечущиеся, несколько сумбурные. Ты сомневаешься, прикидываешь так и эдак, думаешь, как бы выразить себя точнее, образнее, поэтичнее; ты пробуешь и то, и другое, и третье… Нет — неверно, не звучит, плохо! Но в какой-то миг оно приходит — озарение, вспыхивает в голове светлой, живой искоркой; прыгая от слова к слову, она соединяет их в цепочки и наделяет смыслом и гармонией. Выражение, которое ты ищешь — вот оно, светится во всей своей красе! И все написанное перед этим, все формулировки ты уничтожаешь, без колебаний, без пощады. Только новое предложение остается между перечеркнутыми, исправленными, вновь перечеркнутыми строчками нетронутым, иногда одно единственное предложение на всей странице.
„Белый лист“ weiterlesenGemein
Den Winter schweren Herzens akzeptiert, uns tapfer auf eisige Temperaturen eingestellt, hübsche Mützen gekauft, uns darüber gefreut … und jetzt? Frost weg, Schnee weg, Plusgrade da; es regnet … Wie gemein ist das denn?

Illustration von Andreas Grönberg auf PixabayKalt, kälter, am kältesten
Nicht zum ersten Mal greife ich das Thema Winter in meinem Blog auf. Jetzt haben wir sie auch wieder – diese Jahreszeit, kälter als üblich. Meine Frau und ich haben uns sogar Mützen gekauft, ein ungewohnter Anblick, denn bisher hatten wir nie das Bedürfnis danach. Was meint ihr, welche Mütze gehört zu meinem Kopf? 😉
„Kalt, kälter, am kältesten“ weiterlesenJulia schreibt, Teil 2
Es ist sechs Jahre her, dass die Schreiblust auch meine Enkeltochter ergriff. (Liegt es in den Genen, oder habe ich sie bloß angesteckt?) Mit ein wenig Hilfe von mir entstanden damals einige Kurzgeschichten – die ersten zarten Versuche, die Welt in Worte zu fassen. Eine davon fand sogar ihren Weg in die Geschichtensammlung „Überall ist irgendwo“ und in eine Zeitschrift. Ich war stolz, und sie war es auch – das Leuchten in ihren Augen ist auf den Fotos nicht zu übersehen. Doch mit der Zeit ließ das Interesse am Schreiben etwas nach. Andere Dinge traten in den Vordergrund, nicht alle davon waren leicht oder schön.
„Julia schreibt, Teil 2“ weiterlesenSchwarz-Weiß
Auf meinem Handy schlummern über 3000 Fotos. Als ich das neulich sah, konnte ich bloß mit dem Kopf schütteln. Unglaublich! Aber was sage ich da – im Vergleich zu meiner Frau liege ich noch weit hinten. Ihr iPhone zeigt über 5000 Bilder an.
„Schwarz-Weiß“ weiterlesenHinter jeder Zahl steckt eine Geschichte
Im Vergleich zu anderen Blogs fällt meine Statistik für das Jahr 2025 vielleicht etwas mager aus, aber ich freue mich sehr über die 117 Abonnenten, die meinen Blog regelmäßig lesen, Beiträge liken und kommentieren. Herzlichen Dank euch allen!
„Hinter jeder Zahl steckt eine Geschichte“ weiterlesenWorte, die bleiben
Gedanken nach einer besonderen Woche
von Ramona Linné
Es gibt Wochen, die sind lange vorbereitet, und doch entfalten sie erst im Erleben ihre ganze Tiefe. Die Kampagnenwoche „Worte statt Wunden – Gemeinsam gegen Häusliche Gewalt“ war für mich genau eine solche Woche. Eine Woche des Hinschauens, des Ansprechens, des Handelns und vor allem eine Woche der Begegnungen.
„Worte, die bleiben“ weiterlesenFiktion und Wahrheit
Dieses Feedback habe ich in einer E-Mail erhalten, und ich darf es mit freundlicher Genehmigung der Absenderin veröffentlichen. Herzlichen Dank dafür!
„Fiktion und Wahrheit“ weiterlesenVon ERA bis zur Panflöte
Als der Moderator in Potsdam vor dem Leseauftritt Rücksprache mit mir hielt, lagen bereits einige Notizen vor ihm. Es war natürlich nicht schwer, etwas über mich herauszufinden – dank meiner Homepage und meiner Blogs. Auch über meinen Musikgeschmack hatte er sich informiert, deutete ihn jedoch so, als würde ich gregorianische Gesänge mögen. Ich versuchte ihm zu erklären, welche Musik mich am meisten bewegt, aber so richtig verstanden hat er es nicht. Jedenfalls kannte er weder Gregorian noch ERA, ebenso wenig wie Secret Garden oder Lesiëm. Aber sei’s drum.
„Von ERA bis zur Panflöte“ weiterlesenBewegende Tage in Potsdam
Nun ist alles vorbei – die Tage sind wie im Flug vergangen, und doch haben sie Spuren hinterlassen. Nicht nur in meinem Herzen, sondern sicher auch in den Herzen vieler Menschen, die dabei waren. Was die Kriminalhauptkommissarin der Brandenburger Polizei Ramona Linné gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen auf die Beine gestellt hat, ist mehr als bemerkenswert – es ist ein Zeichen von Empathie und echtem Engagement.
„Bewegende Tage in Potsdam“ weiterlesenNur noch wenige Tage oder: Die Spannung steigt
Ach ja, meine Nervosität steigt langsam, aber unaufhaltsam – wie eine Welle, die sich den Nacken hinaufschiebt und mich manchmal den Atem anhalten lässt. Ich kann es mir kaum vorstellen: In ein paar Tagen stehe ich tatsächlich irgendwo in Potsdam und lese aus meinen eigenen Büchern. Dieser Gedanke fühlt sich so unwirklich an, als hätte er sich aus einem Traum in die Realität geschlichen.
„Nur noch wenige Tage oder: Die Spannung steigt“ weiterlesen„Worte statt Wunden“
In meinem vorherigen Beitrag hatte ich angekündigt, in Kürze über den Grund für die Veröffentlichung in diesem Blog des Offenen Briefes zu erzählen. Nun verrate ich euch, was dahintersteckt. Es ist aufregend, besonders – für mich.
„„Worte statt Wunden““ weiterlesen

