Veröffentlicht in Humor, Kurzgeschichten

In der Tinte

Es ist allgemein bekannt, dass ein Astronaut wesentlich mehr netto verdient als ein einfacher Sterblicher. Ob alle Astronauten reich sind, bleibt dahingestellt. Und selbst wenn – was nützt einem der Reichtum, wenn man monatelang im engsten Raum eingesperrt ist und in der Schwerelosigkeit hängen muss? Da kann man auch den teuersten Toyota nicht fahren.

Und was nützt dem Armen all das viele Geld, wenn seine Frau auf der Erde allein und unbeaufsichtigt lebt und tun kann, was immer sie will? Wenn sie jede Möglichkeit hat, sich so richtig auszutoben? So manchem Raumfahrer brach dabei schon das Herz vor Eifersucht; so mancher saß tief in der Tinte des Weltalls, die er mit keiner Seife mehr abwaschen konnte.

Wir jedoch – diejenigen, die ein bisschen Humor besitzen – werfen all diese Gedanken in den Ofen und gehen jetzt Eis essen.

Ende

Beitragsbild von gene1970 auf Pixabay.

Avatar von Unbekannt

Autor:

Geboren bin ich 1954 in einem deutschen Dorf in Westsibirien (Gebiet Omsk), lebe seit 1992 in Deutschland. Nach 18 Jahren Bibliotheksarbeit in Omsk und 20 Jahren in der Stadtbücherei Lüdenscheid bin ich nun seit Dezember 2019 Rentnerin. Ich schreibe gern auf meinem Blog und verfüge über eine Homepage. Es gibt zwei Buchveröffentlichungen von mir: Autobiografisches „In der sibirischen Kälte“ und Novelle „Andersrum“. Außerdem bin ich Mitautorin in einigen Almanachen des BKDR Verlages und in verschiedenen anderen Anthologien.

6 Kommentare zu „In der Tinte

Kommentar verfassen