Veröffentlicht in Persönliches

Die Heiratsfrage

Februar 2015

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Geboren bin ich 1954 in einem deutschen Dorf in Westsibirien (Gebiet Omsk), lebe seit 1992 in Deutschland. Nach 18 Jahren Bibliotheksarbeit in Omsk und 20 Jahren in der Stadtbücherei Lüdenscheid bin ich nun seit Dezember 2019 Rentnerin. Ich schreibe gern auf meinem Blog und verfüge über eine Homepage. Es gibt zwei Buchveröffentlichungen von mir: Autobiografisches „In der sibirischen Kälte“ und Novelle „Andersrum“. Außerdem bin ich Mitautorin in einigen Almanachen des BKDR Verlages und in verschiedenen anderen Anthologien.

10 Kommentare zu „Die Heiratsfrage

  1. Liebe Rosa,

    an Deiner Enkelin und wie sie auf Eure Ringe mit Fragen reagiert hat, sieht man wieder einmal, wie selbstverständlich es für Kinder sein kann, wenn zwei Männer oder zwei Frauen ein Paar sind. Wenn Erwachsene gelassen und offen mit diesem Thema umgehen, dann gibt es für Kinder keine Probleme. Das habe ich auch schon in Dokumentationen genau so gesehen.

    Es sind immer noch viel zu viele Erwachsene, die das nicht in ihren Kopf bekommen (und erst recht nicht in ihr Herz), dass allein die Liebe zählt – und wer sich miteinander verbunden fühlt.

    Ich freue mich über Deine herzliche Enkeltochter,

    liebe Grüße, C Stern

    1. Die Kinder fühlen mit dem Herzen, was richtig und was falsch ist. Und wenn sie auch noch ein positives Beispiel vor Augen haben, dann ist alles gut. 😊

  2. Liebe Rosa,

    Kinder haben ein sehr feines Gespür dafür, was gut oder schlecht und richtig oder falsch ist, das sich erst durch die Umstände und auch äußeren Einflüsse während der Zeit des Erwachsen werden verändert.
    So wie ihr es damals mit Ehrlichkeit und eurer Liebe gemacht habt war es ganz bestimmt genau richtig und ich hoffe, wünsche deiner Enkelin von Herzen, dass sie dadurch auch gegen Vorurteile und dumme Menschen gewappnet ist.
    Denn leider gibt es noch immer zu viele Leute die denken und indirekt auch einfordern, dass alle Menschen so leben, handeln und sein müssen wie sie selbst. Was zwar schrecklich dumm und engstirnig, aber nunmal so ist, was ich wohl niemals begreifen kann.
    Wie auch C Stern hier schon schreibt, zählt doch eigentlich nur die Liebe und der respekt- sowie liebevolle Umgang im Miteinander. Wofür ihr beide, soweit ich es aus deinen Beschreibungen und einigem bisher gelesenen entnehme, so oder so ein vorbildliches Beispiel seid.

    Liebe Grüße, Hanne

    1. Danke, Hanne, für die lieben Worte! Und ja, solche Leute, die besser wissen, wie man zu leben und zu lieben hat, gibt es immer noch – dazu zählen auch zwei meiner Geschwister. Leider. Ich werde einfach ignoriert, als ob ich nicht existieren würde, obwohl ich früher einmal sozusagen die Anlaufstelle für alle anderen war … Ach ja, es ist so wie es ist und es macht mir schon lange nichts mehr aus. 😃
      Viele Grüße
      Rosa

      1. Ehrlich vom Herzen, Rosa.
        Ein Neffe und eine Großnichte von mir leben auch seit vielen Jahren glücklich in gleichgeschlechtlichen Beziehungen und es dauerte sehr lange, bis mein Neffe sich zu outen wagte. Weil mein Bruder und somit sein Vater diesem Thema, wie wahrscheinlich auch deine Geschwister, extrem konservativ und irgendwie ziemlich verbissen gegenüberstand. Zugute kam meinem Neffen dann, dass er immer der absolute Lieblingssohn meines Bruders war und zum Glück alle anderen der Familie, wie auch ich, nach wie vor fest zu ihm stehen.
        Aber hast schon recht und denke einfach…. die eine kennen dich und die anderen können dich mal.😀
        Viele liebe Grüße, Hanne

      2. Genauso denke ich! 😜
        Dann kennst du dich ja mit dem Thema gut aus. 😍💑👩‍❤️‍👩
        Herzliche Grüße aus dem Sauerland
        Rosa

  3. Das Schöne an den Fragen von kleineren Kindern ist, dass sie im Augenblick der Fragestellung nur eine einzige Antwort suchen. Wollen sie mehr, fragen sie weiter. Man muss Kindern nicht die gesamte Biologie erklären, nur weil sie beispielsweise danach fragen, woher die Babys kommen. In diesem Sinne wachsen Kinder natürlich in ihren Lebensraum. Einziges Vorbild sind wir, die Erwachsenen. Wie wir Leben verstehen und wie wir ticken, das prägt sie.

    Ich gebe offen zu, dass ich erstens ein Spätzünder bzgl. der eigenen Pubertät und all der damit verbundenen Probleme war, und dass gleichgeschlechtliche Beziehungen bedauerlicherweise in den 1960er Jahren entweder bekichert oder tabuisiert wurden. Ergo wuchsen die meisten von uns in diesem Klima auf. Meine angepasste ‚Aufklärung‘ und meine Ansichten entwickelten sich somit entsprechend später.
    Das erwähne ich nur deshalb, weil, egal wen man heute fragt, viele behaupten, sie hätten NIE Vorurteile gehabt. Ich hatte mit der Akzeptanz schon aus sehr persönlichen Gründen keine Schwierigkeiten, einfach deshalb, weil für mich die sexuelle Orientierung meiner Mitmenschen, genauso wie Hautfarbe, Glauben, Herkunft etc., unerheblich für meine Sympathien oder Antipathien ist. Ich finde es herrlich ein Leben lang offen zu sein, neu zu lernen und sich bis ins hohe Alter entwickeln zu dürfen. Wenn wir es ZULASSEN. Wer weiß, in einigen Jahrhunderten gibt es womöglich überhaupt keine Geschlechter und somit keine Rollenbilder mehr – was für eine Erleichterung! Vielleicht sind wir so ‚durchmendelt‘, dass wir eine nahezu einheitliche Hauttönung und gelernt haben, tiefer zu blicken.

    1. Das ist ein interessanter Gedanke, und der gefällt mir. Ich könnte es mir gut vorstellen: Mensch liebt einen anderen, egal welches Geschlecht er hat, einfach, weil er ihn liebt und mit ihm zusammenleben möchte. Weil er liebenswert ist. Das mit der Fortpflanzung sollte da auch kein Problem mehr sein. 😉
      Ich war ja auch nicht besonders aufgeklärt, was Sexualität betrifft, und – kaum zu glauben – gleichgeschlechtliche Liebe war mir fremd. Sie keimte in mir, ohne dass ich mir überhaupt dessen bewusst war.

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