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Wenn du noch da bist

Erna in jungen Jahren und noch nicht gottesfürchtig
Von links nach rechts: Jakob, Aneta, Ida. Vorn: Rosa und die kleine Erna. Sibirien, 1958

Beitragsbild von patricia nahat auf Pixabay

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Geboren bin ich 1954 in einem deutschen Dorf in Westsibirien (Gebiet Omsk), lebe seit 1992 in Deutschland. Nach 18 Jahren Bibliotheksarbeit in Omsk und 20 Jahren in der Stadtbücherei Lüdenscheid bin ich nun seit Dezember 2019 Rentnerin. Ich schreibe gern auf meinem Blog und verfüge über eine Homepage. Es gibt zwei Buchveröffentlichungen von mir: Autobiografisches „In der sibirischen Kälte“ und Novelle „Andersrum“. Außerdem bin ich Mitautorin in einigen Almanachen des BKDR Verlages und in verschiedenen anderen Anthologien.

11 Kommentare zu „Wenn du noch da bist

  1. Danke für diesen Eintrag! Habe sehr gelacht stellenweise! Wie furchtlos Du ins Internet gehst! 😂🤣

    Ich will Deine Schwester nicht in Schutz nehmen. Aber es ist nicht nur, dass sie selber Dich bekehren will. Sie wird von Ihrer Gemeinde aufgefordert, das zu tun. Es ist wie so ein heiliger Auftrag, Andere zu bekehren. Und wenn man an diesen Gott glaubt und sich in so ne Gemeinde hat einwickeln lassen, steht man unter deren Macht und muss tun, was die sagen. Und die sagen: Bekehrt Andere, immer! Erst recht, wenn es die eigene Schwester ist!

    Aber schön, dass Du Deine Schwester trotzdem zum Kaffee besuchst, auch wenn sie Dich immer zu bekehren versucht. Und das wusste ich nicht, dass sie dann nichts von dem Teufelszeug hat, wie Fernseher oder Radio. Da war meine Gemeinde ja noch fortschrittlich, die hatten sogar eine eigene Webseite, wo man die Predigten online anhören konnte. Da entgeht den Baptisten Deiner Schwester ja echt ein Zugang zu den Gläubigen.

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    1. Ich weiß nicht, ob Erna dies tun muss, ich glaube eher, dass es ihre eigene Initiative ist. Die Predigten stellt ihre Gemeinde auch ins Internet, und etwas anderes dürfen die Mitglieder sich wahrscheinlich gar nicht anschauen.

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  2. Lustigerweise kommen die Angehörigen dieser Himmel und Hölle Befürworter am Schluss nie in die Hölle. Das kann man sich nämlich als liebender Mensch dann doch nicht vorstellen und man bringt allerhand Möglichkeiten ins Spiel, wie sie oder er sich dann im letzten Augenblick doch noch bekehrt haben könnte.
    Das besagt doch schon, dass das alles Quatsch ist mit der Hölle. Ja, man muss es mit Humor nehmen, sonst könnte man noch anfangen zu weinen.
    Ich erlebe das eben auch wie du in meinem streng religiösen Umfeld, wo ich ebenfalls die Abtrünnige bin. Meine Mutter (90ig) glaubt, dass Jesus so bald kommt, dass sie nicht sterben muss. Sie hat solche Angst vor dem Tod.
    Ich bin im Gegensatz zu dir glaubend. Ich glaube an Gott, das Leben, die Liebe, ich fühle die Ewigkeit in mir, das war schon immer so. Aber das nützt alles nichts bei den anderen. Ich muss schon dies und jenes tun, sonst gilt es nicht.
    Ich finds ganz toll von dir, dass du deine Schwester so akzeptierst und liebst. Damit erfüllst du den wichtigsten Punkt des Evangeliums. 🙂

    Liebe Grüsse
    Brig

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    1. Stimmt, das habe ich schon oft von Baptisten gehört, dass ein Sterbender noch im letzten Moment ein Gebet zum Himmel geschickt und so seine Seele gerettet hätte. 😉
      Dass du an Gott glaubst, weiß ich, und ich habe ja keineswegs etwas dagegen. Ich kann nur sagen, dass man nur mit Gutzureden keinen Glauben erlangt, der muss schon von Innen kommen. Mein Inneres sagt mir aber, dass es keine höhere Macht gibt. Was soll ich denn da machen? 🤗
      Liebe Grüße
      Rosa

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      1. Alles gut, liebe Rosa
        wir sind alle unterwegs ins heilige Geheimnis. Jeder hat seine eigenen Schuhe an, gell. Aber alle sind unterwegs.
        Wie schön, dass ich dich auf dem Weg getroffen habe. Ich höre dir gerne zu.
        Liebe Grüsse Brig

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  3. Liebe Rosa, toll wie du deiner Schwester begegnest.
    Das mit den anderen Geschwisterm die sich abgewendet haben ist traurig.
    Sie sind nicht gesprächsbereit, habe ich das richtig gelesen?
    Das bedeutet für mich, dass sie deine Meinung nicht hören wollen.
    Es ist halt traurig – die Lebenszeit ist so kurz…….

    Gottesfürchtig hat du geschrieben. Ohja, diese Furcht.
    Ich hatte eine sehr gottesfürchtige Oma.
    Die hat mir vom strafenden Gott erzählt und so schlimme Dinge,
    die mich sogar lange in mein Erwachsenenleben begleitet und verängstigt haben.

    Doch, heute weiß ich, dass es Oma einfach nicht besser gewusst hatte.
    In der Familiengeschichte habe ich herausgefunden, dassdie Mutter meiner Oma, also meine Urgroßmutter auch sehr gottesfürchtig war und damit die Familie schwer unter Druck gesetzt hat.
    Bin ich jetzt vom Thema abgekommen….
    Alles Liebe dir.

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    1. Liebe Monika-Maria,
      es stimmt, meine zwei anderen Geschwister haben mir den Rücken zugekehrt. Zum einen wegen meiner Lebensart, zum anderen, weil ich Schlimmes über unseren, bereits verstorbenen Bruder „verbreite“. Das könne einfach nicht sein, meinen sie. Punkt, aus. Reden wollen sie mit mir darüber nicht, auch nicht meine Bücher lesen.
      Nein, vom Thema bist du doch gar nicht abgekommen. Ich frage mich auch, warum Menschen Gott fürchten müssen, warum er das so will. Warum verlangt er von uns, dass wir ihn anbeten? So ein Gott ist für mich eher ein Diktator, und von dieser Sorte hatten meine Großeltern, Eltern und auch ich genug.
      Danke Dir für Deine Worte!
      Herzliche Grüße
      Rosa

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  4. Nach dem Motto „Jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise“ gebe ich dir Recht mit deinem Schlusswort, liebe Rosa.
    Finde es auch toll, wie du mit deiner offenbar sehr gottesfürchtigen Schwester umgehst und ich denke, dass wir alle etwas brauchen, woran wir glauben und auch irgendwie vertrauen können, um unser Leben zu meistern… auch wenn ich Extreme und Übertreibungen im Glauben total ablehne und mich lieber auf meinen gesunden Menschenverstand verlasse.
    Dass sich deine anderen Geschwister von dir abgewandt haben, zeugt eigentlich nur von deren eigenem Unvermögen mit allem Zwischenmenschlichen auch menschlich umzugehen, offen mir dir zu reden… was eigentlich ein Armutszeugnis für diejenigen, und für dich nicht wert, darüber nachzudenken ist.
    Bleib so wie du bist, dann ist es gut, denn Andere gibt es schon mehr als genug!😉
    Liebe Grüße, Hanne

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