Veröffentlicht in Menschlich, Persönliches, Social Media

Inspiriert durch Corona

Vor einiger Zeit riefen die Freunde der Stadtbücherei Lüdenscheid zu einem Schreibwettbewerb auf. Thema: „Erfahrungen mit der Corona-Pandemie“. Die Idee dazu kam von einer Lüdenscheiderin. Bürgermeister Sebastian Wagemeyer übernahm die Schirmherrschaft über das Projekt. Nun sind einige Texte und sogar Gedichte zusammengekommen. Mit dabei auch ein Beitrag von mir: „Corona und die Diktatur“. Es ist mehr oder weniger eine Zusammenfassung meiner Gedanken, die ich schon in diesem Blog mit euch geteilt habe.
Die Textsammlung gibt es nur online. Ihr findet sie auf der Homepage:
Freunde der Stadtbuecherei Luedenscheid – Aktuelles

Oder direkt hier als PDF-Datei:

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Das Grab meiner Mutter

Es ist für mich inzwischen so selbstverständlich – mein Leben im Wohlstand, in der Demokratie. Und doch denke ich oft an vergangene Zeiten, daran, was für ein Glück (im Unglück) ich hatte, in Russland als Deutsche geboren zu sein. Sonst wäre meine Familie dem totalitären Regime wohl niemals entkommen.
Eigenartig, dass das Land mir erst im Nachhinein wie ein Albtraum vorkommt. Als ich noch dort lebte und keine Alternativen kannte, schien mir mein Leben normal zu sein.
Ich hatte zu arbeiten und meine Kinder zu versorgen, mich um meinen Mann zu kümmern und meine Freundschaften zu pflegen. Natürlich hatte ich reichlich Kummer, aber auch viele Glücksmomente.
Was der Sozialismus wirklich bedeutet, zeigte sich den Menschen erst in den letzten Jahren der Sowjetunion. Denn als das morsche System in sich zusammenbrach, erblickten wir die zahllosen Leichen im Keller. Die ganze Welt erschauderte angesichts der unmenschlichen Verbrechen an der eigenen Bevölkerung.

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Veröffentlicht in Allgemein, Persönliches

Über die Diktatur

Was geht vor in der ganzen Welt und was passiert da gerade in Deutschland? Wir alle befinden uns in einem Ausnahme-Zustand, in einer Krise. Man kann sie Pandemie, man kann sie Covid-19, man kann sie Corona nennen – es ändert diesen Zustand nicht. Einige nennen sie jedoch: „Der Weg in die Diktatur“ und prophezeien – wir werden bald tief mittendrin sein. Wenn ich das höre und lese, dann stellen sich mir die Haare zu Berge und ich denke: „Wie jetzt – Diktatur überall, in allen Ländern? Oder nur in Deutschland?“ und: „Wisst ihr überhaupt, was eine Diktatur ist?“
Ja, wisst ihr das?

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Veröffentlicht in Brief, Persönliches

Was bleibt …

Nachtrag zu „Begegnung“

Aus dem Mailaustausch mit Tatjana Enns zum Blogartikel „Begegnung“.

Tatjana:
„Hallo liebe Rosa,
wow, wie wundervoll, dass Du solch lebendige, kraftvolle Bilder siehst bzw. träumst. Wenn du mich fragst, hat dein Unterbewusstsein dir auf alle Fälle eindeutige Botschaften geschickt. Die Interpretation von Lilli finde ich zutiefst faszinierend. Sie hat dazu ein Talent, wirklich!
Interessant ist zu lesen, dass du diese Sicht des Traumes zwar annehmen kannst, und dir dennoch dabei etwas zu fehlen scheint.
Man kann es natürlich, wie Lilli es schrieb, sehen. Etwas in mir sagt mir, dass du sicher weißt, dass du DEINEN ungeborenen Sohn gesehen hast. Dass er dir ein (einziges) und letztes Mal Lebewohl sagen wollte und dir zeigen wollte, dass nun alles gut ist. Dass es ihm drüben gut geht.
Was ich noch als Impuls gerade bekomme, ist … Es fühlt sich so an, als ob dein Sohn ohne Namen noch eine wichtige Botschaft für dich hat… die er dir noch überbringen möchte. Deshalb hat er gesagt, dass er bald wiederkommen wird oder auch nicht.
Man kann in Hypnose in die Vergangenheit reisen, ohne dabei an den schlimmen Gefühlen zu sterben. Doch diese alten, unverarbeiteten Gefühle möchten einfach nur nochmal gefühlt, gesehen und angenommen werden … So kann wirkliche Heilung geschehen. Meiner Meinung und Erfahrung nach der einzige Weg, seelische Wunden zu heilen. Dann kann auch in dir endlich alles heilen (Farbe Grün).
Ich kann dich bei diesem Prozess begleiten, das weißt du?
Das sind so meine Impulse dazu.“

Meine Antwort:
Liebe Tatjana,
danke für deine Deutung des Traumes. Die wahre Geschichte dazu („Das Geburtshaus“) kennst du ja aus meinem Buch. Spannend – Lillis Version und deine zusätzliche.
Was ich darüber denke … Ich glaube nicht, dass mein Kind, das sich seines Lebens noch gar nicht bewusst sein konnte, mir etwas sagen wollte. Es ist mein Unterbewusstsein, das mir auf diese Weise signalisiert: es ist alles gut, lass diesen Stein fallen, es ist nichts mehr zu ändern, schließe Frieden mit der Geschichte. Darin sind wir ja uns einig. Ob ich das kann, ist eine andere Frage. Daran zu denken macht mich immer noch traurig, aber das ist doch auch normal. Wie soll es denn gehen ohne Trauer? Aber dieser Traum hatte doch seine beruhigende Wirkung und ich kann damit leben. Es ist so, als ob mein ungeborener Sohn Gestalt angenommen, ein Gesicht bekommen hätte, und dieses Bild von ihm habe ich in meinem Herzen aufgenommen und kann es für immer behalten und bewahren. Vielleicht hätte er im Leben ganz anders ausgesehen, aber das ist unwichtig. Wichtig ist: so wie ich ihn gesehen habe, in seinem grünen Hemd, so bleibt er in meinem Herzen.🙂
Danke auch für dein Angebot. Ich weiß das zu schätzen, denke aber, dass dieser Weg nicht für mich geeignet ist.

Es ist alles gut so wie es ist. Und ich freue mich, dass ich so viele tolle Menschen um mich habe, da kann ich doch nur dankbar sein. Auch deine Freundschaft bedeutet mir viel …“

Webseite von Tatjana Enns: Glück – Entspannung – Gelassenheit

Bild von Astri Thea Rahmanita auf Pixabay
Bild von Astri Thea Rahmanita auf Pixabay

Veröffentlicht in Brief, Persönliches

Begegnung

Aus dem Mailaustausch mit meiner Nichte Lilli
(veröffentlicht mit ihrer Zustimmung)

Lilli hat mich Anfang des Jahres im Internet „entdeckt“ und angeschrieben. Seitdem stehen wir im engen Kontakt miteinander. Sie ist eine wunderbare, außergewöhnliche, sehr kreative Frau. Uns verbinden nicht bloß das Familiäre und die Vergangenheit, wir haben auch andere Gemeinsamkeiten. Dazu lasse ich nur ein Wort fallen: Schreiben …

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Veröffentlicht in Autobiografie, Blogparade, Persönliches

Auf dem Weg

Der Mensch mag sich wenden, wohin er will, stets wird er auf jenen Weg wieder zurückkehren, den ihm die Natur einmal vorgezeichnet hat. Johann Wolfgang von Goethe

Wie oft stehen wir Menschen vor einer Entscheidung, die unser Schicksal beeinflusst und dem eigenen Leben eine völlig andere Richtung gibt, oder aber uns – fast ohne eigenes Zutun – nur ein paar Schritte weiter auf dem Weg geleitet, den wir ohnehin schon eingeschlagen haben.

Auch in meinem Leben gab es kleinere, auf den ersten Blick, kaum bedeutsame Wendungen, und es gab solche, die mir viel abverlangten, alles aufwirbelten und die Zukunfts-Karten neu mischten. Die größten solcher Umgestaltungen sind 1992 und 1997 geschehen. Der ersten Jahreszahl ist ein grundlegender Umbruch zuzuordnen – die Ausreise nach Deutschland, der zweiten – ein nicht weniger gravierender Schnitt, wenn auch anderer Art – mein Comingout.

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#30 Days Book Challenge – Tag 12

Herzlichen Dank an Melina für die Empfehlung meines Buches als eines aus anderem Kulturkreis. Es ist zwar nicht alles „anders“, vieles spielt sich in Deutschland ab, ist aber – natürlich! – mit der vergangenen Zeit in Russland verbunden.😊

Innen-Reise-Wege

Ein Buch aus einem anderen Kulturkreis:

In der sibirischen Kälte: Autobiografisches

Zugang zu ihrer Website mit ihren anderenBücher

Rosa und ihre Bücher habe ich im Blog kennengelernt. Sie ist Russlanddeutsche und kam mit ihrer Familie 1992 nach Deutschland – im Alter von 38 Jahren.

Das Buch „In der sibirischen Kälte“ wurde 2016 veröffentlicht. Es enthält mehrere autobiografische Texte, die sich mit ihrer Kindheit, dem erwachsenen Leben und auch dem „neuen“ Leben in Deutschland befassen. Rosa erzählt vom Schicksal ihrer Mutter, die viel gelitten hatte, vom Großvater, der ermordet wurde, von Repressalien, denen die Deutschen in Russland ausgesetzt waren. Sie erzählt aber auch von schönen und kostbaren Momenten ihres Lebens, davon, was sie bewegt, was ihr wichtig ist.

Die Schilderungen ihrer Kindheit und ihr weiteres Schicksal dort in Sibirien haben mich tief berührt. Die greifbare Schwere, die Armut und die wortlose Tragik ist auch zwischen den geschriebenen Zeilen deutlich spürbar.

Das Buch hat mich sehr beeindruckt…

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Nichts passiert einfach so

Folgendes Feedback erreichte mich per Messenger aus Berlin. (Veröffentlichung mit Erlaubnis der Absenderin):

Liebe Rosa,

Dein Buch „In der sibirischen Kälte“ wurde mir auf Facebook als Werbung angezeigt.
Zufall? Nichts passiert einfach so!
Ich hatte es mir bei Thalia bestellt. Dann kam die Corona-Epidemie und die Bestellung wurde storniert. Bei Amazon war das Buch nicht lieferbar. Nachdem in Berlin die Geschäfte aufgemacht hatten, kaufte ich es doch noch bei Thalia.

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Nominierung für „Awesome Blogger Award“

Völlig überraschend stieß ich beim Lesen des Beitrages von Kaya Licht auf den Namen meines Blogs … Dann schrieb sie es mir noch in einem Kommentar, und so erfuhr ich, dass ich für den Awesome Blogger Award nominiert bin.
Dafür bedanke ich mich ganz herzlich.
Deine Herausforderung abzulehnen, Kaya, kommt für mich nicht infrage, auch wenn ich unsicher bin, ob es mir gelingt, daraus etwas Gutes zustande zu bringen.
Eigentlich wollte ich mit der Arbeit sofort beginnen und der Gestaltung meines Beitrages das ganze (vergangene) Wochenende widmen, aber mir kam etwas Dringendes dazwischen.

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Orden des mütterlichen Ruhms

In einer Schubladenecke zwischen den alten, noch aus meiner früheren Heimat mitgebrachten Zeugnissen, Scheine und Urkunden, fand ich neulich ein kleines festes, rotes Büchlein – ein sogenanntes Orden-Zertifikat (Орденская книжка). Ausgestellt wurde es 1959 auf den Namen und zu Ehren meiner Mutter, die im Oktober 1957 (damals war sie 44 Jahre alt) ihr siebtes und letztes Kind zur Welt gebracht hatte. Der Orden selbst muss wohl noch in Russland abhandengekommen sein. Meine Schwester (die Verursacherin sozusagen) besitzt ihn jedenfalls nicht, kann sich aber noch erinnern, wie er aussah und auch daran, dass ihr zur Hochzeit von den Eltern 600 Rubel überreicht worden waren, eine Summe, die im Laufe der Jahre aus dem Kindergeld zusammenkam. Ich weiß nicht, wie lange das Geld gezahlt wurde, aber es waren 10 Rubel im Monat. Ein lächerlicher Betrag, der immerhin zu einem schönen Hochzeitsgeschenk angewachsen worden war, wenn man bedenkt, dass ich als Bibliothekarin (zum Beispiel) nicht mehr als 90 Rubel monatlich verdient hatte.

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