Wir sind wieder, nach knapp zwei Wochen, zu Hause. Die erste Woche in Holland würde ich mit einer Drei bewerten. Darüber lohnt es sich auch nicht, viel zu schreiben. Die Wohnung (auf den Bildern im Internet sah sie super aus) war sparsam eingerichtet und nicht wirklich sauber. Außerdem mussten wir, um in unser Schlafzimmer zu gelangen, eine steile Wendeltreppe hochklettern – fast im wahrsten Sinne des Wortes. Das hat meinen ohnehin angeschlagenen Knien ziemlich zugesetzt, sodass sie sich jetzt erst einmal erholen müssen.
„Die (kleine) Rundreise“ weiterlesenSchlagwort: Altwerden
Aneta
Mit meiner Schwester Aneta, die in Berlin im Pflegeheim lebt, telefoniere ich jeden Tag, oft sogar mehrmals am Tag. Letzte Zeit ist das etwas schwieriger geworden. Ich weiß nicht, ob es an beginnender Demenz liegt oder vielleicht etwas anderem, aber sie hat es fast vollständig verlernt, mit dem Telefon umzugehen, und schafft es noch gerade so, ihren Sohn, mich oder die anderen Geschwister anzurufen. Immer wieder beklagt sie sich über das „blöde Smartphone“, das, wie sie meint, nicht mehr richtig funktioniert oder gar kaputt ist. Wenn ich versuche, ihr beizubringen, wie dies und jenes geht, was sie machen soll, versteht sie es nicht oder macht es falsch. Sie hat im Zimmer auch ein Festnetztelefon, aber die Nummer darauf zu wählen, ist für sie, glaube ich, noch komplizierter. Erstens hat sie Probleme, die gewünschte Nummer aus ihrem Notizbuch herauszusuchen, zweitens – falls sie sich verdrückt, weiß sie nicht mehr weiter, nicht einmal, dass sie dann den Hörer auflegen, wieder aufnehmen und von vorn anfangen muss.
„Aneta“ weiterlesenAus dem Pflegeheim
Einige Leserinnen und Leser meines Blogs haben sicher mitbekommen, dass meine Schwester Aneta im Heim wohnt. Ihr größter Feind, wie sie selbst sagt, ist die Depression, und das richtige Medikament ist wohl für sie noch nicht erfunden worden. Vielleicht gibt es das auch, doch es findet sich kein Arzt, keine Ärztin, der oder die sich Aneta einmal zuwenden und ihr helfen würde … wenigstens es versuchen würde! Momentan ist sie in dieser Hinsicht völlig aufgeschmissen. Die Psychiaterin, bei der sie in Behandlung ist (sein sollte!), lässt sich seit vielen Monaten nicht mehr blicken. Aneta ist von Natur aus kämpferisch, sie nimmt nicht alles schweigend hin und gibt nicht so schnell auf. So hatte sie schon mehrmals in der Praxis dieser Ärztin angerufen und versucht, auf sich aufmerksam zu machen, wurde jedoch immer wieder abgespeist mit Worten wie: Frau Doktor ist krank … Frau Doktor ist gerade im Urlaub … Frau Doktor kommt nächsten Freitag ins Pflegeheim. Doch die Ärztin kam nicht – weder am nächsten noch am übernächsten Freitag.
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