„Du hast schon lange nichts in deinem Blog geschrieben“, sagte meine Frau neulich, „und auch gar nicht von dem Tag erzählt, an dem wir statt zu Hause unvorhergesehen ganz woanders gelandet sind.“
Stimmt, habe ich versäumt. Dann ist es wohl höchste Zeit, das nachzuholen.
Wenn ich die Möglichkeit dazu bekäme, würde ich gern einen Blick in die Zukunft werfen. Nicht, um zu erfahren, was mit mir geschieht, sondern wie es mit der Welt weitergeht. Wie sieht die Erde in 50, 100, 200 Jahren aus? Werden immer noch Kriege geführt? Womöglich ist dann fast alles Leben bereits ausgelöscht und es wird nur noch vereinzelt oder in Grüppchen um die eigene Existenz gekämpft – wie schon in vielen düsteren Dystopien beschrieben. Kann das so schnell passieren? Ich hoffe, nicht. Ich will fest daran glauben, dass die Menschen endlich und nicht allzu spät begriffen haben, dass es auch anders geht – ohne Waffen, Bomben und Hass, aber mit Achtung, Liebe und Zusammenhalt.
Der zweite Aufenthalt in Bad Sooden-Allendorf … nicht weniger ergreifend als der erste. Es ist eine zauberhafte Stadt, die eine besondere Wirkung auf mich hat. Ich fühle mich hier zu Hause, so, als ob ich den Ort schon lange kennen würde. Liegt es an den Häusern und Gemäuern, denen eine Schicht der Vergangenheit immer noch anhaftet? Enthält die Luft hier noch einen Hauch der vergangenen Jahrhunderte? Oder werden beim Betreten alter Pflastersteine die Spuren meiner Ahnen wieder lebendig? Eigentlich alles unmöglich und doch – alles vorstellbar. Und immer wieder spürbar.
Unser Dresden-Urlaub liegt schon fast zwei Wochen zurück. Wir haben viel gesehen; anstrengend war er allerdings auch – wegen der Hitze und vielem Laufen. So jung sind wir ja leider nicht mehr.
Ha, und ich … ich ziehe wieder Parallelen! 😉 Obwohl viel zu vergleichen zwischen hier und „dort“ gibt es nicht, da Reisen in Russland für mich normalerweise zur Kategorie „Luxus“ gehörte. Und doch ist mir ein Urlaub in Erinnerung geblieben.
Im vorigen Beitrag habe ich ein Foto eingefügt, das meine Frau und mich in Moskau zeigt. Ja, wir hatten 2003 meine alte Heimat besucht. Zu dieser Zeit war die Atmosphäre in Russland eine andere, man dachte (zumindest hoffte man), das Land sei auf dem guten Weg. Heute besteht kaum noch eine Chance und auch das wenige Positive ist fast gänzlich durch Repressalien und unter ausgebreitetem Größenwahn der Bevölkerung vernichtet worden. Putin und sein Gefolge haben es geschafft, Russland in den Abgrund zu stürzen. Daraus wieder nach oben zu kommen, wird ungemein schwer sein … wenn nicht gar unmöglich.
Zu der Reise gibt es einen ausführlichen Bericht, bei BookRix als E-Book veröffentlicht. Er beinhaltet unsere ziemlich abenteuerlichen und manchmal mit kleinen Schrecken versetzten Erlebnisse sowie zahlreiche Fotos.
Nein, ich bereue nicht, dass ich diese Reise damals unternommen habe. Trotz alledem sage ich – nie wieder! Ich denke, das ist nachvollziehbar, in Anbetracht meiner persönlichen Geschichte und der gegenwärtigen politischen Situation.
Also, wer sich traut: Herzlich willkommen im Land meiner Albträume. Aber ihr braucht keine Angst zu haben – ich begleite euch auf Schritt und Tritt. 😉