Wenn ich mir sage,
dass du verreist bist,
auf einer Mission,
dass du weit fort gegangen bist,
für eine lange, stille Zeit,
vielleicht
bis ans Ende der Welt,
oder weiter,
noch weiter hinaus,
an den Rand des Universums …
Wenn ich mir sage,
dass du irgendwo da draußen bist,
umgeben von guten Menschen, erfüllt
von Glück und Frieden,
dass du, obwohl so fern,
an uns denkst,
an jene, die dich lieben,
uns vermisst,
so tief,
wie wir dich vermissen …
Wenn ich mir das so sage,
dann spüre ich deine Nähe
und die Verbundenheit,
mein Schmerz wird ein wenig kleiner …
ein wenig.
Dann kann ich mir vorstellen,
dass du irgendwann zurückkommst
von deiner Mission,
dass wir dich eines Tages
wieder in die Arme schließen.
Schlagwort: Reise
Nie wieder
Über die Antwort auf diese Frage muss ich nicht lange nachdenken; sie ist für mich eindeutig und endgültig. Ich möchte niemals wieder nach Omsk reisen – in jene Stadt, in der ich einst ein Leben führte, das mir heute fremd vorkommt, fast unbegreiflich erscheint. Mit diesem Ort sind erheblich mehr schlechte als gute Erinnerungen verbunden. Er sucht mich immer wieder heim, nachts, in meinen Träumen. Ich gehe durch Straßen, die mir bis ins Detail vertraut sind, folge alten Wegen, als hätte ich sie nie verlassen, und weiß: Es gibt kein Entkommen, keinen Ausgang aus diesem düsteren Labyrinth, keinen Weg zurück nach Deutschland. Dieses Gefühl der bedrückenden Ausweglosigkeit und der bodenlosen Ohnmacht ist unerträglich. Es versteht sich daher von selbst, wie glücklich ich bin, wenn ich erwache: in meinem Bett, in meiner Wohnung, in meiner Heimat – einer Heimat, die ich mir vor 33 Jahren neu geschaffen habe.
Die Frage „Warum?“ lässt sich ebenso leicht beantworten. Dazu schrieb ich bereits 2023 einen Beitrag, den ich hier anfüge:
Das reich illustrierte E-Book zu dieser mehr oder weniger abenteuerlichen Reise „Die Reise zurück: Wo ich einmal war“ könnt ihr immer noch als E-Book bei BookRix lesen.
Einen Download gibt es auch in „Rosas Buchshop“, ganz am Ende.
Allen, die neugierig auf diese Reise sind, wünsche ich viel Vergnügen. Es wird in jedem Fall eine interessante Lektüre sein – das verspreche ich.
Beitragsbild: Omsk im Jahr 2003.
Meine Urheimat
Bad Sooden-Allendorf … diesen Ort erkläre ich hiermit zu meiner Urheimat. Das klingt ein wenig pathetisch, ich weiß. Doch schon bei meinem ersten Besuch im Sommer 2021 habe ich diese alte Stadt in Hessen ins Herz geschlossen und dort verankert – als meine verlorene und wiedergefundene Heimat. Es ist so, als ob mein Herz die Fühler ausgestreckt, seine Wurzeln in diesem Ort ertastet und sich damit verbunden hätte. Auch das klingt pathetisch – aber ich kann dieses eigenartige, innige Empfinden kaum anders ausdrücken.
„Meine Urheimat“ weiterlesenGestrandet
„Du hast schon lange nichts in deinem Blog geschrieben“, sagte meine Frau neulich, „und auch gar nicht von dem Tag erzählt, an dem wir statt zu Hause unvorhergesehen ganz woanders gelandet sind.“
Stimmt, habe ich versäumt. Dann ist es wohl höchste Zeit, das nachzuholen.
„Gestrandet“ weiterlesenWer kommt mit?
Wenn ich die Möglichkeit dazu bekäme, würde ich gern einen Blick in die Zukunft werfen. Nicht, um zu erfahren, was mit mir geschieht, sondern wie es mit der Welt weitergeht. Wie sieht die Erde in 50, 100, 200 Jahren aus? Werden immer noch Kriege geführt? Womöglich ist dann fast alles Leben bereits ausgelöscht und es wird nur noch vereinzelt oder in Grüppchen um die eigene Existenz gekämpft – wie schon in vielen düsteren Dystopien beschrieben. Kann das so schnell passieren? Ich hoffe, nicht. Ich will fest daran glauben, dass die Menschen endlich und nicht allzu spät begriffen haben, dass es auch anders geht – ohne Waffen, Bomben und Hass, aber mit Achtung, Liebe und Zusammenhalt.
„Wer kommt mit?“ weiterlesen

