Im russischen Chat entdeckt. „Kinder-Kriegsuniform“ lautet die Überschrift zu diesem „niedlichen“ Produkt unten, geeignet für Kinder von 6 bis 9 Monate. Ein Baby-Strampler für besonders patriotisch gesinnte Mütter, würde ich hinzufügen. Das gute Stück kostet übrigens umgerechnet 13,77 €, für Großeinkäufer 9,20 €.
„Makaber“ weiterlesenAutor: Rosa
Warum? – Wiederveröffentlichung
Weshalb diese Wiederveröffentlichung von 2020? Ja, entstanden ist der Text – nicht ohne Grund – schon 2011. Was hat sich seitdem positiv entwickelt? Nichts. Mehr noch – die Lage hat sich erheblich verschlechtert, und zwar überall auf der Welt. Aber besser, als damals im Jahr 2011, kann ich meine Sorge auch heute nicht ausdrücken. Sogar die Medienzusammenstellung ist immer noch stimmig.
„Warum? – Wiederveröffentlichung“ weiterlesenLeseprobe zu „Andersrum“ im Literaturmagazin „Schreib was“
Seitdem kann ich es nicht lassen
Der Deutschsprachkurs, den ich vor 30 Jahren als Aussiedlerin absolviert hatte, war eine wunderbare Zeit. Er ermöglichte den Teilnehmern, nicht nur die Sprache zu erweitern und zu vertiefen, sondern auch das Land und die Leute kennenzulernen, kreativ zu sein. Gelegentlich sollten wir zu dem einen oder anderen Thema auch Aufsätze schreiben. Meine Texte fielen unserer Lehrerin besonders auf und ich erntete immer wieder Lob. Das tat meinem Selbstwertgefühl gut und motivierte mich noch mehr.
„Seitdem kann ich es nicht lassen“ weiterlesenGottlos
Meine jüngere Schwester ist Baptistin und lebt streng nach der Bibel. Also ist sie sicher, dass sie in den Himmel kommt. Dort will sie unbedingt auch mich sehen; sie weiß, dass ich, obwohl lesbisch, obwohl ungläubig, ein guter Mensch bin, und sie liebt mich. In den Himmel komme ich jedoch definitiv nicht, wenn ich bis zum bitteren Ende Gott leugne … sagt sie. Demzufolge fehlt mir nur diese eine „Kleinigkeit“ – das Nichtleugnen der göttlichen Existenz. Tja, und da liegt das Problem, denn ich kann mich selbst zum Glauben weder überreden noch zwingen, ebenso wie es kein anderer kann. Oder soll ich den Glauben vortäuschen? … Insofern bleibe ich, wie ich bin, und versuche, weiterhin nichts Unrechtes zu tun, ganz ohne die Angst vor Gottes Strafe.
„Gottlos“ weiterlesenPutin-Fan
Was lange währt, wird gut? Zweimal verschoben wegen Krankheit des Arztes bzw. Fortbildung des Praxis-Teams, kam am 24. August der Termin bei dem neuen Arzt doch noch zustande. Ich weiß nicht, ob ich belustigt, verwundert oder entsetzt sein soll. Eigentlich bin ich alles …
„Putin-Fan“ weiterlesenImmer noch ein Ort zum Innehalten
Der zweite Aufenthalt in Bad Sooden-Allendorf … nicht weniger ergreifend als der erste. Es ist eine zauberhafte Stadt, die eine besondere Wirkung auf mich hat. Ich fühle mich hier zu Hause, so, als ob ich den Ort schon lange kennen würde. Liegt es an den Häusern und Gemäuern, denen eine Schicht der Vergangenheit immer noch anhaftet? Enthält die Luft hier noch einen Hauch der vergangenen Jahrhunderte? Oder werden beim Betreten alter Pflastersteine die Spuren meiner Ahnen wieder lebendig? Eigentlich alles unmöglich und doch – alles vorstellbar. Und immer wieder spürbar.
„Immer noch ein Ort zum Innehalten“ weiterlesenEin alter Brief
Warum ich diesen Brief (genauer gesagt, die Kopie davon) aufbewahrt habe? Warum ich ihn hier veröffentliche? Ich glaube, zu seiner Zeit war er ein Zeichen meines wachsenden Selbstvertrauens, meiner Entwicklung. Heute kann ich sagen, dass ich beim „Umkrempeln“ meines Lebens richtig vorgegangen bin. Von Anfang an war ich ehrlich zu mir selbst, zu meiner Familie und zu meinen Freunden. Es gab für mich nur diesen einen Weg – den Weg der Offenheit, um nach vorn zu gehen.
Eine Antwort auf den Brief bekam ich nicht. Die beiden (ein älteres Ehepaar, Name geändert), denen er adressiert war, leben auch nicht mehr.
„Ein alter Brief“ weiterlesenFür mich
Das Gedicht stammt nicht von mir, ist aber für mich geschrieben worden – vor langer Zeit.
Rosa
Ich spüre die Wärme die aus Deinem Herzen kommt Ich spüre den Schmerz aus Deinen Worten heraus Ich höre den Schrei Deiner Sehnsucht nach mehr Du hüllst mich ein Lass mich bei Dir sein In Liebe Deine Geborgenheit A. G.
KI kann auch Drabbles und Elfchen
Für das Drabble hatte ich nur ein Wort vorgegeben: Glück. Das kam nun heraus, mit exakt 100 Wörtern. Bloß eine Wortwiederholung ist von mir korrigiert worden.
„KI kann auch Drabbles und Elfchen“ weiterlesenEs juckt sie immer noch
Gestern ist mir wieder zugetragen worden, dass meine älteste Schwester sich immer noch den Mund über mich zerreißt. Wie könne ich bloß mit einer Frau … was für Monster wir zwei doch seien! So etwas Abartiges … ihr wird schlecht, wenn sie sich uns auch nur vorstelle. Ebenso wie einen Mann mit einem anderen Mann …
„Es juckt sie immer noch“ weiterlesenDer Kreis hat sich geschlossen
In dieser überarbeiteten Fassung sind zwei meiner früheren Blogartikel vereint: „Ein Ort zum Innehalten“ und „Zwei Orte – zwei Charaktere“. Ich finde, sie gehören zusammen, handelt es sich doch um meine Vorfahren. Die Geschichte ist ebenso im Almanach 2022 der Deutschen aus UdSSR-Nachfolgestaaten enthalten („Hier war ich, dort bin ich“).
„Der Kreis hat sich geschlossen“ weiterlesenKeine Faulheit!
Drabble
Der Samstag galt im Elternhaus als Putztag. Das ganze Haus aufzuräumen, Staub zu wischen und die Böden zu säubern, war mir ein Graus. Man bedenke – im Dorf gab es viel Dreck. Aber ich musste es tun, auch wenn ich erst zwölf Jahre alt war. Mutter duldete keine Faulheit.
Nachdem die Arbeit erledigt war, fühlte ich mich ebenso erledigt, doch auch froh, es wieder geschafft zu haben. Es war ein schönes Gefühl, die sauberen Zimmer noch einmal zu inspizieren und die letzten Kleinigkeiten zu korrigieren. Nun konnte ich mich den Dingen widmen, die mir wirklich Spaß machten.
Bis zum nächsten Putztag.

Urlaubsabenteuer vor vierzig Jahren
Unser Dresden-Urlaub liegt schon fast zwei Wochen zurück. Wir haben viel gesehen; anstrengend war er allerdings auch – wegen der Hitze und vielem Laufen. So jung sind wir ja leider nicht mehr.
Ha, und ich … ich ziehe wieder Parallelen! 😉 Obwohl viel zu vergleichen zwischen hier und „dort“ gibt es nicht, da Reisen in Russland für mich normalerweise zur Kategorie „Luxus“ gehörten.
Und doch ist mir ein Urlaub in Erinnerung geblieben und vielleicht auch wert, darüber zu erzählen.
„Urlaubsabenteuer vor vierzig Jahren“ weiterlesenIn einer anderen Welt
Ein kleines Notizbuch, noch aus alten Zeiten, mit allerlei Eintragungen und damaligen Adressen meiner Verwandten und Freunde ist verantwortlich für folgende Erinnerungen.

Entwarnung? Hoffentlich!
Vorhin habe ich mit meiner Schwester telefoniert, sogar 20 Minuten lang. Schon an der Stimme merkte ich, dass es ihr ein wenig besser geht. Auf jeden Fall hat sie nicht mehr gesagt, dass sie sterben will, sondern dass sie ein paar Bissen zu sich nehmen konnte (gestern noch wollte sie das Essen verweigern, um so zu verhungern). Morgen besucht sie ihr Sohn. Das ist gut, vielleicht lenkt er sie etwas ab und bringt sie auf positive Gedanken, insofern das bei einer so tiefen Depression möglich ist.
(Aneta befindet sich in der geschlossenen Abteilung und da ist anscheinend einiges los. Rumgerenne und Geschrei auf dem Gang – erzählt sie. Ein „Psycho“ kommt sogar in ihr Zimmer und streichelt ihr über den Kopf oder den Arm. Sie schickt ihn raus, aber nach einer Weile steht er wieder an ihrem Bett. Meine Frage, ob sie denn wenigstens eine Klingel für den Notruf am Bett hat, verneinte sie. Ein seltsames Krankenhaus …).
Hoffentlich geht es jetzt wirklich bergauf. Ich wünsche es ihr so sehr!
Update zu „Schock“
Bei meiner Schwester wird die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) eingesetzt. Die erste Behandlung war heute, die nächste (von insgesamt acht bis zehn) ist am kommenden Dienstag. Noch trat keine Besserung ein und Aneta ist immer noch im tiefen „Loch“ und will nicht mehr leben. Tröstende oder aufbauende Worte sind nutzlos und sogar fehl am Platz. Sie muss allein durch diese Hölle. Das äußerst Qualvolle in ihrer Situation (kenne ich aus meiner – ähnlichen) ist die Zeit. Zäh und dickflüssig, bleibt sie fast stehen, ist unendlich und hat keinen Ausweg. Man ist darin gefangen – für immer und ewig …
Es nimmt mich sehr mit, aber ich kann nichts tun, nur hoffen, dass die Therapie nach der zweiten, oder dritten, oder vierten Anwendung doch noch anschlägt.
Schock
Meine Schwester hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Mit einem Besteckmesser. Da sie stark zitternde Hände hat und das Messer auch noch zu stumpf war, schaffte sie es nicht, die Vene zu durchtrennen. Also hat sie weiter mit dem Schrankschlüssel herumgebohrt, doch auch ohne Erfolg. So verging die Nacht. Morgens hat sie die Verletzung verstecken wollen, da sie beabsichtigte, in der darauffolgenden Nacht weiterzumachen. Aber die Wunde wurde entdeckt, musste versorgt und sogar genäht werden.
„Schock“ weiterlesenBeschlossen – Ausgeführt
Überarbeitete Neuveröffentlichung
Über das Leben meines Großvaters, den ich nie kennenlernen durfte, ist mir nur wenig bekannt. Doch darüber, wie und warum er sterben musste, weiß ich mittlerweile mehr.
Seine eigenen Großeltern lebten einst in Rheinland-Pfalz. Sie waren 1807 zunächst nach Ungarn und schließlich 1810 in die Ukraine ausgewandert.
„Beschlossen – Ausgeführt“ weiterlesen„Wir sitzen den Krieg in der Küche aus und trinken uns die Welt schön“
Auf den Punkt: Interessante und aufschlussreiche Sichtweisen auf den Krieg in der Ukraine und die Reaktionen der russischen Bevölkerung. Solange das eigene Land nicht angegriffen wird, ist es kein Krieg? Konsumieren statt protestieren. „Wir sitzen den Krieg in der Küche aus und trinken uns die Welt schön.“ Über eine Gesellschaft, die auf Gewalt aufgebaut ist.
Wird es zu einem Frozen Conflict kommen?

