Unser Urlaub auf Rügen ist vorbei und wir sind wieder daheim im Sauerland. Wie schön es auch in der Ferne sein mag, freue ich mich immer auf die Vertrautheit eigener vier Wände. Eigentlich habe ich auch nicht unbedingt das Bedürfnis, jedes Jahr wegzufahren. Das liegt wahrscheinlich noch daran, dass ich in der ersten Hälfte meines Lebens (in einer anderen Welt) dazu wenig bis gar keine Möglichkeiten hatte. Allein würde ich jedenfalls nicht verreisen wollen, doch mit meiner Frau mache ich das natürlich gern. 😍
„Vom Verreisen und Radfahren“ weiterlesenSchlagwort: Persönliches
Tante Rosa oder Wie ich zu meinen Namen kam
Meine Eltern haben allen ihren Kindern deutsche (viel mehr altdeutsche) Namen gegeben: Lilli (oder Lilia), Ewald, Aneta, Ida, Jakob, Rosa, Erna. Wie man unschwer erkennen kann, bin ich die Vorletzte in dieser Reihe.
„Tante Rosa oder Wie ich zu meinen Namen kam“ weiterlesenNah dran
Es ist zwar keine runde Zahl, aber nah dran. Heute sind Daggi und ich 19 Jahre verheiratet und seit 27 Jahren zusammen. Wir fragen uns erstaunt: Wo ist die Zeit geblieben? Hinter uns – ist wohl die einzig richtige Antwort. Eine Zeit voll Höhen und Tiefen, wie das gewiss in jeder Ehe oder Partnerschaft ist. Wie viel davon vor uns liegt, wissen wir nicht, hoffen jedoch, noch lange zusammenzubleiben und einander unterstützen zu können.
„Nah dran“ weiterlesenAn den Haaren herbeigezogen
Vor drei-vier Jahren schrieb mich eine Frau an und bat um meine Meinung zu ihrem Roman-Manuskript. Ich kannte sie nicht, fand aber heraus, dass es unter ihrem Namen schon einige Veröffentlichungen bei ePubli gibt. Die Leseproben brachten mich allerdings zum Kopfschütteln und doch – ich wollte der Autorin nicht absagen. Nach meiner Einwilligung schickte sie mir ihr Werk zu.
„An den Haaren herbeigezogen“ weiterlesenTanzen
Als Mädchen hätte ich so gern tanzen gelernt. Doch das war in unserer Familie verboten, da es für meine streng gläubigen Eltern als Sünde galt, wie allerdings so vieles andere auch. Ich verstand nicht, warum gerade Dinge, die Freude machten, bei den Baptisten nicht erlaubt waren. Dazu gehörten ebenso Fernsehen, Kinobesuche, nicht christliche Musik, nicht christliche Bücher, Schminken, modische Frisuren und Kleidung. Von Rauchen und Alkohol ganz zu schweigen. Die letzteren zwei könnte ich ja noch akzeptieren. Aber warum, zum Teufel, durfte ich nicht in Anwesenheit meiner Mutter laut und ausgelassen lachen? …
„Tanzen“ weiterlesenTelefonieren
Das Telefonieren ist inzwischen ein fester Bestandteil unseres Alltags und mit dem Handyboom aus der Welt nicht mehr wegzudenken.
„Telefonieren“ weiterlesenEine gute Alternative
Seit Langem ärgere ich mich darüber, dass ich kaum Zeit zum Lesen finde. Jetzt habe ich die Hörbücher für mich entdeckt und bin begeistert. Schön ist, dass ich beim Hören gleichzeitig andere Arbeiten erledigen kann, die nicht viel Konzentration erfordern, zum Beispiel, meiner Frau in ihrem Gardinen-Atelier helfen und die fertigen Stores bügeln. Sie selbst macht das schon seit Beginn ihrer Selbstständigkeit – beim Zuschneiden und Nähen hat sie meistens ihre AirPods in den Ohren stecken. Sie hört vorwiegend historische Romane, Krimis und neuerdings auch Podcasts, beschwert sich jedoch oft, dass sie bald alles durch hat. Aber zum Glück werden ja Hörbücher weiterhin produziert und neue kommen hinzu. 😉
„Eine gute Alternative“ weiterlesenEine Prise Stolz
Ist es Stolz, wenn ich mich darüber freue, etwas erreicht zu haben, was andere von mir nicht erwartet, mir gar nicht zugetraut hätten? Wenn ich eine besondere Befriedigung verspüre, weil ich es gewagt habe, trotz aller Hindernisse, über mein Leben zu schreiben und darüber hinaus zum Geschriebenen zu stehen? Dass ich mich von Personen, die es (natürlich!) „besser wissen“, nicht beirren und verunsichern ließ? … Darf ich auf meine Veröffentlichungen wirklich stolz sein? Ich weiß es nicht so recht.
„Eine Prise Stolz“ weiterlesenEndlich!
Gestern war ich bei der neuen Psychiaterin in einer Gemeinschaftspraxis in Schwerte. Wegen eines Termins hatte ich Ende Februar angerufen und war erstaunt, dass ich ihn schon in wenigen Wochen bekommen kann, dachte mir noch: Ob das ein gutes Zeichen ist? Die monatelangen Wartezeiten bei den Fachärzten sind ja mittlerweile fast zu Selbstverständlichkeit geworden.
„Endlich!“ weiterlesenSchweigsam
So kann man mich mit einem Wort beschreiben. Menschen, die mich gut kennen, würden dies bestätigen. Im Familienkreis oder unter Freundinnen fühle ich mich allerdings freier, als in einer größeren Gesellschaft, aber ich mag es nicht, im Mittelpunkt zu sein, oder vor einem Publikum zu stehen. Da ich mich dabei unwohl und unsicher fühle, blamiere ich mich auch meistens – das hallt dann lange in mir nach, macht alles noch schlimmer und führt letztlich in einen Teufelskreis.
„Schweigsam“ weiterlesenWahrnehmung
Die Welt fühlt sich eigenartig an, wenn ich an Alexey Nawalny’s Tod denke – unwirklich, surreal. Oder gerade erst – scharfkantig und schneidend real … Nein, natürlich kannte ich Alexej nicht persönlich, und doch ist sein Tod auch für mich ein Verlust. Das Gefühl ist schwer in Worte zu fassen. Es gleicht einer Vision von einem Land, in dem das Licht ausgegangen ist und niemand mehr weiß, was als Nächstes geschieht. Gleichzeitig beschleicht mich eine leise Ahnung, dass die Finsternis nur vorübergehend sein wird, dass sich dort in der Dunkelheit etwas in Bewegung setzt, wie ein Schneeball, der langsam ins Rollen kommt. Dieser so zuverlässige sechste Sinn, den ich schon lange – eigentlich seit meiner Jugend – nicht mehr wahrgenommen habe und der plötzlich wieder da ist, lässt mich hoffen. Vielleicht ist es nicht bloß eine Illusion?
„Wahrnehmung“ weiterlesenWas mich betrifft
In Russland zählt „Literatur“ ab der 5. Klasse zu den Hauptfächern. Im Unterricht werden meistens Werke russischer Schriftsteller, aber auch die der Weltklassiker durchgenommen. Jedenfalls war es so zu meiner Schulzeit.
„Was mich betrifft“ weiterlesenKein Wiederholen
Gibt es ein Lebensalter oder Lebensjahr, das du noch einmal erleben möchtest?
Vielleicht klingt es anmaßend, aber ich möchte keinen einzigen der vergangenen Augenblicke wiederholen, schon gar nicht jene, die zur ersten Hälfte meines Lebens gehören, auch wenn sie noch so wundervoll waren. Wozu soll das gut sein? Was vorbei ist, ist Geschichte. Die schönen Momente bleiben ohnehin in meiner Erinnerung und das reicht mir, noch einmal erleben muss ich sie nicht.
Manches belastet mich und dann überlege ich unsinniger Weise, wie ich es hätte anders, besser machen können. Allerdings grübele ich auch mehr als genug über die Zukunft nach, darüber, wie schlimm sie werden kann. Es ist beides nicht ratsam: Man soll sich nicht über die Vergangenheit den Kopf zerbrechen – sie ist nicht mehr änderbar, ebenso darf man sich nicht mit den Schrecken der Zukunft befassen, denn keiner weiß, ob gerade diese Schrecken eintreffen, oder andere … oder gar keine. Vielleicht wird alles positiv ausfallen, auch für Menschen, um die ich mir so viele Sorgen mache. Mein Herz ist aber nicht immer einig mit meinem Kopf …
„Kein Wiederholen“ weiterlesenSchnee. Winter. Kalt
Heute liegt Schnee in Hemer. Es ist kalt. Es ist Winter. Wieder, mit noch größerer Intensität, fühle ich die Abneigung. Ich mag diese Jahreszeit nicht. Ich kann ihr nichts Positives abgewinnen. Weder die weißen Felder noch die schneebedeckten Bäume, die rodelnden, lachenden Kinder, die beginnende Weihnachtszeit begeistern mich. Ich möchte nicht hinaus, in der Kälte rebelliert mein Körper – die Füße frieren, die Hände werden taub und die Finger blass (heißt das nicht Leichenfinger?), die Fingerkuppen-Haut platzt auf. Im Winter benötigen meine Finger viel Pflaster. Ohne Handschuhe geht es gar nicht.
„Schnee. Winter. Kalt“ weiterlesenDie Ich-Existenz
Das, was zurzeit in der Welt passiert, trifft mich mehr, als mir lieb ist. Ich frage mich so manches Mal, was wäre, wenn ich nicht ich wäre, sondern zum Beispiel eine der Geisel Hamas? Eine der Ukrainerinnen, die flüchten muss und der ihre Kinder für immer genommen wurden? Oder eine der Russinnen, die zum Leiden unter Putins Regime und zum Hausen in einer dieser verrottenden alten Baracken verdammt ist? Noch schlimmer – eine der MörderInnen, der Terroristen?
„Die Ich-Existenz“ weiterlesenDaraus wird nichts
Was wären meine drei Wünsche?
„Daraus wird nichts“ weiterlesenFrag doch einen Experten!
Zum wiederholten und wahrscheinlich nicht letzten Mal konfrontierte mein Bruder unsere Schwester mit dem Thema Kindesmissbrauch. Natürlich könnte er auch mich direkt fragen, ohne diesen Umweg. Aber dann müsste er ja über den eigenen Schatten springen … das geht gar nicht.
Jedenfalls hat er es geschafft, Aneta ein wenig zu verunsichern, und sie möchte nun von mir wissen, was sie ihm am besten antworten soll.
Was die KI zu sagen hat
Die KI kann auch Kommentare abgeben, aber sie ergreift keine Partei. Zumindest tat sie das nicht, als ich sie nach ihrer Meinung zu meinem Beitrag gefragt habe. 😃
„Als AI-Assistent kann ich verstehen, dass du Fragen zu diesem Thema hast. Es ist wichtig zu beachten, dass ich als KI-Modell keine persönlichen Meinungen oder Emotionen habe. Dennoch kann ich dir Informationen geben.
Es ist möglich, dass einige Mütter in Russland dieses Produkt als patriotische Geste betrachten, um ihre Verbundenheit zum Land auszudrücken. Es ist jedoch auch möglich, dass andere Menschen diese Art von Kleidung als unangemessen oder geschmacklos empfinden. Die individuellen Gedanken und Motivationen der Mütter können variieren und es wäre spekulativ, ihre genauen Gedanken zu kennen.
Es ist wichtig anzumerken, dass kulturelle Unterschiede und unterschiedliche historische Erfahrungen zu verschiedenen Perspektiven führen können. Was in einer Kultur akzeptabel oder unakzeptabel ist, kann in einer anderen Kultur anders wahrgenommen werden.
Es ist immer gut, offen und respektvoll über solche Themen zu diskutieren, um ein besseres Verständnis für verschiedene Standpunkte zu entwickeln.“
Das lass’ ich einmal so stehen, allerdings mit der Anmerkung:
Für Kinder in Kriegsmontur (vielmehr für ihre Eltern) hört mein Verständnis auf und mein Standpunkt zu diesem Thema wird sich nie ändern.
Leseprobe zu „Andersrum“ im Literaturmagazin „Schreib was“
Seitdem kann ich es nicht lassen
Der Deutschsprachkurs, den ich vor 30 Jahren als Aussiedlerin absolviert hatte, war eine wunderbare Zeit. Er ermöglichte den Teilnehmern, nicht nur die Sprache zu erweitern und zu vertiefen, sondern auch das Land und die Leute kennenzulernen, kreativ zu sein. Gelegentlich sollten wir zu dem einen oder anderen Thema auch Aufsätze schreiben. Meine Texte fielen unserer Lehrerin besonders auf und ich erntete immer wieder Lob. Das tat meinem Selbstwertgefühl gut und motivierte mich noch mehr.
„Seitdem kann ich es nicht lassen“ weiterlesen

