Ach ja, meine Nervosität steigt langsam, aber unaufhaltsam – wie eine Welle, die sich den Nacken hinaufschiebt und mich manchmal den Atem anhalten lässt. Ich kann es mir kaum vorstellen: In ein paar Tagen stehe ich tatsächlich irgendwo in Potsdam und lese aus meinen eigenen Büchern. Dieser Gedanke fühlt sich so unwirklich an, als hätte er sich aus einem Traum in die Realität geschlichen.
Ich habe mich bewusst entschieden, ausschließlich eigene Texte vorzutragen. Fremde Werke zu lesen, würde für mich keinen Sinn ergeben – ich müsste mich erst in sie einarbeiten, und meine Texte greifen das Thema häusliche Gewalt ohnehin auf. In der Novelle geht es um sexuellen Kindesmissbrauch innerhalb der Familie, und auch das Buch „In der sibirischen Kälte“ enthält eine Geschichte, die unter die Haut geht. Selbst einige Blogartikel könnten passen.
Leicht wird es nicht, die autobiografischen Passagen laut zu lesen. Sie sind schwer, sie sind persönlich, sie sind Wunden, die ich noch einmal aufreiße. Aber ich hoffe, dass meine Stimme stark genug ist, um diese Worte zu tragen. Vielleicht ist genau das der Sinn dieser Lesung: nicht nur zu erzählen, sondern gemeinsam auszuhalten, hinzusehen, wo andere wegschauen. Denn Schweigen schützt niemanden.
Es ist einiges vorzubereiten: die richtigen Ausschnitte wählen, die Länge im Blick behalten, das Lesen üben, die Stimme trainieren. Zum Testen habe ich sogar ein paar Audioaufnahmen gemacht – eine davon möchte ich hier für euch einfügen. Es ist das letzte Kapitel aus „Andersrum“. Perfekt ist die Aufnahme nicht, aber sie hat mir geholfen, die Stellen zu finden, an denen ich noch feilen muss. Und vielleicht zeigt sie auch, wie sehr mir diese Worte und die Geschichte selbst am Herzen liegen.
Beitragsbild: Das Neue Palais in Potsdam / von Bernardo Ferreria auf Pixabay


Man hört es, ich spüre es. Sicher ist’s dir nicht leicht gefallen, aber es ist echt und genau das soll es doch sein. Liebe Rosa, du schaffst das und du machst es sicherlich gut.
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Danke! Ich muss nur die Ruhe bewahren und mich selbst nicht stressen.
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Ganz wunderbar vorgetragen! Ich hatte mehrfach Gänsehaut. Es war auch spannend gelesen, also, für mich jedenfalls. Du hast wirklich denselben Dialekt und dieselbe Sprachmelodie, wie ich sie von meiner Oma kenne und auch sonst aus meiner Verwandtschaft, typisch russlanddeutsche Sprechweise. Das ist mir vertraut wie sonstwas, kenne ich aus meiner Kindheit. Deswegen hatte ich jetzt mehrfach Gänsehaut. Es ist auch ein schön geschriebener Ausschnitt aus Deinem Buch! Ich drücke Dir die Daumen, dass Deine Zuhörer genauso begeistert sein werden wie ich, obwohl das natürlich nicht geht, weil sie nicht unsere Herkunft haben. Ich bin aber auch zuversichtlich, dass es gut wird, Du liest wirklich schön vor! Nicht zu schnell, sondern ganz in Ruhe, so dass man gut zuhören kann. 👍🏻✨💫
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Freut mich, dass du das so siehst, danke! Ich hoffe ich werde diese Ruhe bewahren können. Vor einem Publikum zu stehen ist es ganz was anderes als im Wohnzimmer zuhause zu sitzen. 😉
Ja, diesen Akzent werde ich wohl nie mehr los. Der kommt durch, egal wie. Nichts dagegen zu machen. 🤗
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da schließe ich mich einfach piri an!
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Das ist schön. Danke für die Unterstützung!
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Ich kann mich auch nur Piri und Nell anschließen.
Du schaffst das, ein wenig Lampenfieber gehört selbst bei den großen Stars immer dazu.
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Danke dir! Wenn das Lampenfieber nicht in Flammen ausschlägt, dann ist alles gut. 😊
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Liebe Rosa,
ich gratuliere dir.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute.
Bestes Gelingen. Segen ist mit dir.
Herzenswarme Grüße
M.M.
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Ganz lieben Dank! 🤗
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Liebe Rosa,
ich freue mich sehr, Deine Stimme zu hören.
Ich kann mir Deine Aufregung sehr gut vorstellen und wünsche Dir einfach nur eine wunderschöne Erfahrung – ich freue mich zu lesen, wie es Dir ergangen ist.
Herzensgruß, alles Liebe, ich denke an Dich! C Stern
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Ja, auf diese Erfahrung freue ich mich auch … neben der Aufregung. 😉
Danke Dir und liebe Grüße
Rosa
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Liebe Rosa,
der Moment rückt näher. Ich wünsche dir Klarheit und einen sicheren Boden unter den Füßen.
Izzy
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Danke, liebe Izzy! Ich werde ja auch Unterstützung haben. 😊
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Liebe Rosa,
soweit ich es inzwischen durch deine so interessanten Beiträge beurteilen kann, hast du keinerlei Grund dich vor diesem großen Tag für dich zu fürchten, aber etwas rein menschliches Lampenfieber gehört bestimmt auch dazu.
Hörte dir hier sehr gerne zu und ich mag diesen angenehmen Akzent sehr, zumal ich ja auch mit ähnlich schönen „Sprachfärbungen“ meiner Eltern aufgewachsen bin.
Jedenfalls drücke ich dir ganz fest die Daumen und denke, alles wird gut!
Liebe Grüße, Hanne
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Lieben Dank, Hanne! Ja, zum Lesen habe ich genug Stoff. Alles wird gut – das denke ich auch. 👍🤗
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Wow, liebe Rosa. So gerne wären wir in der Nähe, um dich live Lesen zu hören. Wir wünschen das Allerbeste und es wird bestimmt gut werden. Wir freuen uns wirklich für dich, dass du diese Möglichkeit hast. Toi, toi, toi und alles Liebe. 🍀🌻
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Vielen lieben Dank, Benita!
Morgen früh geht es los. Noch bin ich relativ entspannt, aber das wird sich gewiss vor der ersten Lesung ändern. Die findet in der Universität Potsdam statt – am Mittwoch ab 12.00 bis 16.00 Uhr.
Herzliche Grüße
Rosa
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Wir drücken dir die Daumen. Ein bisschen Lampenfieber ist ja ganz normal. Sobald du beginnst und im Lesen bist, wird es leichter werden. Bestimmt.
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