Als ich vorgestern den Beitrag https://rosasblog54.com/2026/03/05/danke-genosse-stalin/ über Stalin schrieb, war mir gar nicht bewusst, dass der 5. März sein Todestag ist. Das erfuhr ich erst gestern zufällig. Wer behält schließlich im Kopf, wann ein Diktator sein Ende fand? Aber bemerkenswert ist dieser Zufall schon. Ebenso bemerkenswert sind die Umstände seines Todes. Dazu sage ich nur: Passt! Gut, dass er nicht noch ein Jahrzehnt länger gelebt hat und eine weitere Million Menschen vernichten konnte.
Zu Stalins letzten Tagen: Ausschnitt aus dem MDR-Artikel vom 7. März 2023. Quelle: https://www.mdr.de/geschichte/zeitgeschichte-gegenwart/politik-gesellschaft/tod-josef-stalin-schlaganfall-diktator-sowjetunion102.html
Die Umstände von Stalins Tod waren jedoch das Gegenteil der brutalen und perfekt durchorganisierten Herrschaft, in der nichts dem Zufall überlassen bleiben sollte. Stalins Sterben war so surreal und grotesk, wie man es sich gar nicht hätte ausdenken können.
Ende des Jahres 1952 hatte Stalin trotz zunehmender gesundheitlicher Probleme die Karten im Sowjetreich mal wieder neu gemischt. Er war inzwischen 74 Jahre alt, sein Gedächtnis ließ nach und ihm war oft schwindlig. Er litt unter Arthritis und Arteriosklerose. Die Frage nach seiner Nachfolge stand unübersehbar im Raum. Doch auch hier lebte Stalin noch einmal seine zornigen, rachsüchtigen und paranoiden Anwandlungen aus.
Auf dem Parteitag im Oktober 1952 entmachtete er all seine treuen Weggefährten, die als Nachfolger in Betracht gekommen wären. Zur Verblüffung der Anwesenden berief er junge, niemandem bekannte Aktivisten ins Parteipräsidium. Gleichzeitig schürte er einen hysterischen Antisemitismus. Er beschuldigte die jüdischen Ärzte in Moskau, die bis dahin auch die politischen Machthaber medizinisch betreut hatten, deren Ermordung zu planen. Daraufhin begannen im Januar 1953 die Verhaftungen und die Folter. Es gab Befürchtungen, dass dies der Beginn einer neuen Terrorwelle sein könnte.
Aus Angst wird Stalin erst spät entdeckt
Der Abend des 28. Februar war wie gewohnt verlaufen. Stalin fuhr mit den engsten Kampfgenossen Chruschtschow, Malenkow, Bulganin und Berija auf seine Datscha nach Kunzewo nahe Moskau, wo bis vier Uhr morgens gegessen und getrunken wurde. Die Gäste fuhren im Anschluss nach Hause.
Acht Stunden später, mittags um 12, rechneten die Leibwachen damit, dass Stalin aufsteht. Aber es rührte sich nichts. Auch in den nächsten Stunden nicht. Niemand wagte, nachzusehen. Denn Stalin zu überraschen oder zu stören, überhaupt irgendetwas ohne seinen Befehl zu tun, das konnte den Tod bedeuten. Um 22 Uhr sahen die Wachleute nach und fanden Stalin im Unterhemd auf dem Boden liegend: in seinem Urin, unfähig zu sprechen, aber bei Bewusstsein. Der Tyrann war Opfer seiner eigenen Schreckensherrschaft geworden. Weil er so viel Angst vor seinen unberechenbaren Launen verbreitet hatte, war ihm niemand früher zu Hilfe gekommen.
Das tagelange Sterben des Diktators
Die vier inzwischen wieder herbeigeeilten Genossen, die in der Nacht zuvor noch mit ihm gezecht hatten, ahnten wohl, dass es mit Stalin zu Ende ging. Ganz sicher waren sie sich aber nicht, ob die Zeit schon reif war, sich als Nachfolger in Stellung zu bringen. Noch atmete Stalin ja. Womöglich war er noch betrunken. Doch die nach einigem Zögern herbeigerufenen Mediziner diagnostizierten einen Schlaganfall. Sie bemühten sich hektisch, Stalins Leben zu retten. Allgemeines Hoffen und Bangen begann, ob der sterbende „Unsterbliche“ noch einmal die Augen öffnet, sein Vermächtnis verkündet oder sonst irgendein Zeichen gibt.
„Da hob er plötzlich die linke Hand, die noch beweglich war, und wies mit ihr nach oben und drohte uns allen.“ –
So hat es Stalins Tochter Swetlana Allelujewa überliefert.
Eine Szene, wie aus einem Horrorfilm oder einer surrealen Groteske. Mit einer Drohgebärde trat Stalin, der die Arbeiter und Bauern zu Kommunisten nach seinen Vorstellungen machen wollte, ab. Als wollte er die Zweifler ein letztes Mal warnen.
Die Nachricht vom Tod des großen Führers löste landesweite Trauer aus, zugleich aber auch Verunsicherung über die Zukunft der UdSSR. Am Tag der Beisetzung, dem 9. März 1953, kam es in Moskau zu einem Massenandrang, bei dem mindestens 109 Menschen starben. Der Diktator nahm sie quasi mit: Selbst als Leiche übte er noch Macht aus.
Beitragsbild von Joney Brain auf Pixabay.


Als ich deinen 1. Artikel über Stalin gelesen habe, war ich felsenfest davon überzeugt das du ihn aufgrund seines Todestages getan hast.Denn darüber war Morgens in meiner Tageszeitung berichtet worden.
Das dir das gar nicht bewusst gewesen ist, ist schon ein merkwürdiger Zufall.
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