Sie läuft stetig weiter – die Zeit, unerbittlich, unbeeindruckt von Katastrophen und Geschehnissen des menschlichen Daseins. Sie lässt sich nicht abstellen, neu aufziehen oder anhalten. Man hat sogar den Eindruck, ihre Fahrt nimmt zu, mit jedem gelebten Jahr schreitet sie schneller voran.
Ich blicke zurück auf die breite Zeitspanne von 66 Jahren und denke: Das meiste hast du schon hinter dir, das wenigste bleibt dir noch. Ich suche nach Momenten, die in meinem Leben einmalig waren, nach Augenblicken des vollkommenen Glücks. Welche würde ich verewigen, wenn mir das möglich wäre?
Schlagwort: Sibirien
Glücklichsein …
Mein Herbst …
Es ist September. Seine Zeit ist gekommen. Im Grunde ist der Herbst schon da, er sammelt sich bloß ein wenig, sucht noch das passende Gewand für dieses Jahr aus, die passende Melodie, den passenden Duft …
„Mein Herbst …“ weiterlesen#30 Days Book Challenge – Tag 12
Herzlichen Dank an Melina für die Empfehlung meines Buches als eines aus anderem Kulturkreis. Es ist zwar nicht alles „anders“, vieles spielt sich in Deutschland ab, ist aber – natürlich! – mit der vergangenen Zeit in Russland verbunden. 😊
Ein Buch aus einem anderen Kulturkreis:

Zugang zu ihrer Website mit ihren anderenBücher
Rosa und ihre Bücher habe ich im Blog kennengelernt. Sie ist Russlanddeutsche und kam mit ihrer Familie 1992 nach Deutschland – im Alter von 38 Jahren.
Das Buch „In der sibirischen Kälte“ wurde 2016 veröffentlicht. Es enthält mehrere autobiografische Texte, die sich mit ihrer Kindheit, dem erwachsenen Leben und auch dem „neuen“ Leben in Deutschland befassen. Rosa erzählt vom Schicksal ihrer Mutter, die viel gelitten hatte, vom Großvater, der ermordet wurde, von Repressalien, denen die Deutschen in Russland ausgesetzt waren. Sie erzählt aber auch von schönen und kostbaren Momenten ihres Lebens, davon, was sie bewegt, was ihr wichtig ist.
Die Schilderungen ihrer Kindheit und ihr weiteres Schicksal dort in Sibirien haben mich tief berührt. Die greifbare Schwere, die Armut und die wortlose Tragik ist auch zwischen den geschriebenen Zeilen deutlich spürbar.
Das Buch hat mich sehr beeindruckt…
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Überall ist irgendwo – Geschichtensammlung für Kinder
Das neue Buch ist heute eingetroffen – mit spannenden Geschichten und Märchen – nicht nur für Kinder. Meine Enkeltochter mit ihrer Geschichte „Igor kommt ins Krankenhaus“ und ich mit „Es war einmal in Sibirien“ sind auch dabei. Am glücklichsten ist natürlich die Zwölfjährige Julia – und das völlig zu Recht.😊
„Überall ist irgendwo – Geschichtensammlung für Kinder“ weiterlesenLiebe auf den ersten Blick
NetGalley Challenge 2020 – 1. Mini-Challenge

Im Rahmen der NetGalley Challenge 2020, die vom 13.05.2020 bis zum 14.06.2020 geht, gibt es jeden Mittwoch eine kleine Challenge, um die BloggerInnen miteinander zu vernetzen. Das erste Motto lautet: „Starte ein Gespräch über Bücher“.
Hier kommt mein Beitrag dazu. Zugegeben, er ist etwas länger gewordener, aber Bücher sind nun mal mit meinem Leben eng verbunden (was allerdings auf viele BloggerInnen ebenso zutrifft).
Auszug aus meinem Buch „In der sibirischen Kälte“
Mein erstes Buch bekam ich, als ich fünf Jahre alt war. Aus welchem Grund auch immer, in unserem Dorfladen gab es eines Tages Bilderbücher zu kaufen und Vater brachte mir eins mit. Es war „Das Märchen vom Fischer und dem Fischlein“ in Gedichtform von Alexander S. Puschkin und es war Liebe auf den ersten Blick: Die Liebe zum Buch, zum gedruckten Wort, zu einer fantastischen Welt, die mit diesen Worten so wunderbar beschrieben werden konnte, eine Liebe, die bis heute allen Widrigkeiten standgehalten hat.
„Liebe auf den ersten Blick“ weiterlesenDiese Rosa
In meiner alten Heimat war es ja so: Bevor der zum Militärdienst Eingezogene die Familie verließ, fand eine Abschieds-Feier statt. Die gab es auch für meinen Bruder im Jahr 1969. Wie allbekannt, trinken die Russen meistens Wodka. Den tranken zwangsläufig auch die Deutschen dieses Landes.
„Diese Rosa“ weiterlesenDie Freude am Schreiben
Die letzte Rezension (bei Amazon) zu meinem Buch ist sehr lobend und ich freue mich über diese so positive Bewertung, denke aber auch, „Phänomen“ ist zu hoch gegriffen. 😉 Nein, ich bin kein Phänomen; ich schreibe einfach darüber, was mich bewegt, und das gibt mir ein wunderbares, ein befreiendes Gefühl. In gewisser Weise lege ich damit auch meine Last ab, jedoch nicht, um sie jemand anderem aufzuerlegen, sondern um mich mitzuteilen und vielleicht auch zu zeigen, dass Offenheit in so manchen Lebenssituationen der bessere Weg ist. Außerdem macht es mir viel Freude, nach den richtigen Wörtern zu suchen, sie zu finden, sie harmonisch miteinander zu verbinden, ihnen eine besondere Bedeutung zu geben und letztlich Menschen damit zu ergreifen. Schade nur, dass ich so spät mit dem Schreiben angefangen habe.
„Die Freude am Schreiben“ weiterlesenSie war meine Rettung
Beitrag zur Blogparade des Q5-Blogs zum Thema: Erinnerungen + Freundschaft
Ich hatte Glück, eine beste Freundin in meiner Kinder- und Jugendzeit zu haben. Die neue Mitschülerin, die eines Tages – es war im zweiten Schuljahr – in das Klassenzimmer trat, wurde schon bald zu einem der liebsten Menschen in meinem Leben. Ohne dieses fröhliche Mädchen mit den Grübchen in den Wangen und dem ansteckenden Lächeln wäre mein Leben grau und trostlos.
„Sie war meine Rettung“ weiterlesenAngekommen
Auch wenn der nachfolgende Absatz nur wenige Zeilen enthält, genauer gesagt 53 Wörter, lässt er mich in Gedanken viele Tage und Monate Revue passieren, die zu diesem Augenblick geführt haben.
„Angekommen“ weiterlesenVor genau zwei Jahren erstellt
Präsentation mit Sway
Winter in zwei sehr unterschiedlichen Welten :-)
| Man erzählt, dass es auch in Deutschland mal den richtigen Winter gab. Früher … vor vielen Jahren … vor vielen, vielen vielleicht? Denn schon 1992, als ich im Dezember nach Deutschland kam, empfing mich diese Jahreszeit mit Plus-Temperaturen. Seitdem erlebe ich sie selten frostig und nie durchgehend unter null und mit Schnee. So, wie es sich im Winter eigentlich gehört. Da war es doch in Sibirien ganz anders … Oben auf die Überschrift oder unten auf den eingefügten Link klicken, scrollen, schauen und staunen. 😉 |
| Zu diesem Sway wechseln |

Titelbild: Hemer 2016, winterliche Aussicht
Vom Pelzmantel über Hefeteig zum Schlaflager
Beitrag zur Blogparade des Q5-Blogs zum Thema: Erinnerungen + Gerüche
Die Augen geschlossen, lasse ich mich abermals in meine Kindheit versetzen, diesmal, um die vergessenen Gerüche hervorzuholen und sie einzuatmen.
Ein warmer, etwas herber, etwas staubiger, aber keineswegs unangenehmer Geruch weht mir in die Nase und verbindet mich augenblicklich mit einem weiten Land – mit Sibirien, Sibirien der Winterzeit …
Mein Winter 1969
Manchmal, eigentlich fast nie, versuche ich mich in Gedichten. Da ich dieses Literaturgenre nicht beherrsche, kommt auch meistens nichts Gutes dabei heraus. Gelegentlich jedoch gefällt mir das, was ich mir da zusammenreime. „Schneesturm“ ist eines dieser meiner „Raritäten“.
„Mein Winter 1969“ weiterlesenInterview im COSMO Radio po-russki (WDR)
Am 19. August interviewte mich der russische Sender „Radio po-russki“ (WDR COSMO). Dabei ging es ums Schreiben, um mein Buch „In der sibirischen Kälte“, um Kindesmissbrauch und um die Homosexualität.
Das Interview – in Russisch – läuft ab der 9. Minute.
Mein herzlicher Dank – an den Sender und an Xenia Maximova, die mit mir sprach. Es war ein aufregendes Erlebnis! :-)
Meine Mutter und ich
„Besonders glücklich bin ich aber, wenn einer glücklich ist, den ich liebe.“ – Sei Shōnagon
… Ein Zitat, das ich vor vielen Jahren entdeckte. Diese Worte berührten mich sehr, ließen mich innehalten, in mich hinein hören und sie als meine persönliche Wahrheit erkennen.
Therapiegespräche tun einem gut, will man doch meinen. Man kann sich alles von der Seele reden, schafft Klarheit in vielerlei Dingen. Das stimmt ja auch. Einerseits. Andererseits ist das Eintauchen in die Welt, die schon lange hinter mir liegt, nicht gerade angenehm. Es ist ein Stück Arbeit, die oft weh tut. Nicht, weil irgendetwas Schreckliches ans Licht kommt (das sicher auch), aber viel mehr, weil ich wieder Menschen „begegne“, die längst nicht mehr da sind, Menschen, an die ich oft denke, die jedoch in ihrem Leben unglücklich waren. Ich weiß das und dieses Wissen schmerzt. Und es schmerzt, darüber zu reden.
„Meine Mutter und ich“ weiterlesenDie Ferndiagnose
Obwohl ich mich zunächst entschlossen hatte, dem keine Beachtung zu schenken und mich nicht aufzuregen, merke ich, dass es mir doch keine Ruhe lässt. Also habe ich beschlossen, die Sache auf eine andere – auf meine – Art abzuhaken: indem ich meinen Gedanken hier freien Lauf lasse.
„Die Ferndiagnose“ weiterlesenDas Wetter und ich
„Bei diesem Wetter kann man doch nur depressiv werden“, höre ich oft den einen oder anderen seufzen, wenn es draußen trüb und regnerisch ist. Dann zucke ich innerlich mit den Schulten und denke (manchmal sage ich es auch laut :-) ), dass schlechtes Wetter keine Auswirkung auf meine Stimmung hat. Jedenfalls ruft es bei mir keine Depression hervor.
Auch wenn sie – die Depression – schon da ist, wird sie davon nicht stärker. Ganz im Gegenteil, wenn ich depressiv bin, dann kann ich es unter dem blauen Himmel, der strahlenden Sonne und dazu auch noch fröhlichen Menschen kaum ertragen – der Kontrast ist zu groß. Dann möchte ich flüchten, mich irgendwo in eine dunkle Ecke verkriechen und der Welt den Rücken zukehren.
Die Geschichte (m)einer Depression
Das Thema Depression kommt immer wieder in meinen Texten vor und trotzdem fehlen mir für die Beschreibung dieser grauen Hexe oft die passenden Worte. Ja, für mich ist sie eine graue Hexe und dazu auch noch mit vielen Gesichtern. Es kann ein hämisch grinsendes, ein Panik einjagendes, ein aus der Ferne beobachtendes, es kann aber auch ein gleichgültiges und nichtssagendes Gesicht sein, aber es ist stets dunkel, farblos und hässlich. Mit einem Wort – grauenvoll.
Sie nahm von mir Besitz, als ich etwa fünf Jahre alt war. Vielleicht war sogar die folgende Episode, die ich noch gut in Erinnerung habe, der Moment, in dem sie sich mir zum ersten Mal zeigte.
Ich liebe es nach wie vor
Auszug aus meinem Buch „In der sibirischen Kälte“

… In Heimtal gab es eine richtige Dorfbücherei, die ich natürlich so oft wie möglich besuchte. In dieser Zeit entdeckte ich für mich den Dichter Michail Lermontow. Ich war fasziniert von seinen Gedichten und besonders von dem Poem „Mcyri“ (Der Novize). Ich hätte damals so gern ein eigenes Exemplar von „Mcyri“ gehabt, um das Poem immer wieder lesen zu können, aber ich musste mich damit begnügen, die Verse in ein Heft abzuschreiben. Es klingt vermutlich lachhaft, aber so bescheiden verlief mein Leben nun mal vor vielen Jahren. Heute noch kann ich mir fast alle Strophen dieser poetischen Erzählung ins Gedächtnis rufen. Ich habe „Mcyri“ auch in Deutsch gelesen, aber mit dem Original kann sich die Übersetzung nicht messen. Ich fühlte mich seelenverwandt mit Mcyri. Seine Qual war auch meine Qual, seine Sehnsucht auch die meine, denn wie er empfand ich mein Leben oft als Gefängnis …
Rosa Ananitschev: Andersrum
Making of
Es sollte eine Kurzgeschichte zu einem Bild werden … eines, auf dem ein kleines Mädchen eine riesige, in die Erde eingepflanzte, leuchtende Glühbirne bestaunt. Eine Mischung aus Fantasie und eigenen Kindheitserlebnissen – zunächst als abgeschlossene Geschichte auf einer Internetplattform.
Im Mittelpunkt steht die kleine Lisa, ein Kind, das in einem sibirischen Dorf aufwächst und Bekanntschaft mit einem geheimnisvollen Fremden macht. Der Fremde will Lisas sehnlichsten Wunsch erfüllen und sie von ihrer Traurigkeit und den Albträumen befreien.
Das kleine Mädchen wuchs mir von Anfang an ans Herz und als ich die fünf Begriffe „Frühlingsbote, Berggipfel, rote Stiefel, Kieselstein, Suppe“ als Vorgabe für eine neue Kurzgeschichte vor Augen hatte, sprangen mich die ‚roten Stiefel‘ förmlich an.
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