Veröffentlicht in Autobiografie, Literatur, Persönliches

Glücklichsein …

Ein kleiner Textschnipsel aus dem Buch „In der sibirischen Kälte“.

Ausschnitt aus dem Buch "In der sibirischen Kälte"

Beitragsbild von Pezibear auf Pixabay

Autor:

Geboren bin ich 1954 in einem deutschen Dorf in Westsibirien (Gebiet Omsk), lebe seit 1992 in Deutschland. Nach 18 Jahren Bibliotheksarbeit in Omsk und 20 Jahren in der Stadtbücherei Lüdenscheid bin ich nun seit Dezember 2019 Rentnerin. Ich schreibe gern für meine Blogs und für die Homepage. Es gibt zwei Buchveröffentlichungen von mir: "In der sibirischen Kälte" und "Andersrum". Einige meiner Texte sind auch als eBooks im Internet frei zugänglich.

8 Kommentare zu „Glücklichsein …

  1. Schriftsteller waren schon immer die besten Psychologen. Der Textausschnitt zeigt wieder einmal, dass das Schreiben auch immer ein Teil Selbsttherapie sein kann: Man öffnet seine Seele, Dinge aus der Vergangenheit kommen ans Licht, suchen nach Ursache und Wahrheit. Die Eltern sind die Portalfiguren unseres Lebens. Man soll nicht alles auf die Eltern schieben, heißt es, aber tatsächlich haben sie den größten Einfluss auf uns und unser Leben. An den Fehlern, die sie an uns machen, leiden wir vielleicht ein ganzes Leben und wir müssen ein ganzes Leben daran arbeiten, ihre Fehler zu verarbeiten. Kinder sind immer unschuldig.

    Sehr gut. Note 1. Setzen.

    LG Sven ❤

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    1. Selbsttherapie auf jeden Fall! Aber es ist nicht so, dass ich meiner Mutter, meinen Eltern die Schuld gebe. Sie, insbesondere meine Mutter, erfuhren auch die Kälte der Zeit, haben auch gelitten, waren auch Opfer. Wenn ich in die Vergangenheit zurückgehen könnte, würde ich gern mit Mama über alles reden, ihr zuhören und ihr beistehen. Sie hatte das bitter nötig. Leider habe ich das zur rechten Zeit versäumt (bin wohl auch zu jung gewesen, um zu verstehen). Jetzt ist es nicht mehr nachzuholen … Noch deswegen tut mir die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gut, bringt mich meiner Mutter ein Stück näher.
      Danke dir, Sven! Du bist ein großer Versteher.

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  2. Niemals würde ich von „Schuld“ reden oder einen Schuldigen suchen. Dann kämen wir irgendwann bei Adam und Eva an. Fehler werden trotzdem von Eltern gemacht, aber dass sie diese meist nicht absichtlich begehen, setze ich voraus.

    Jede Generation trägt ihr Bündel und damals gab es noch nicht die Unterstützung für Familien, weder den erzieherischen und fürsorglichen Beistand, noch eine große monetäre Hilfe, wie etwa hier und heute Erziehungs- oder Kindergeld.

    Unsere Eltern bzw. Großeltern mussten durch den Krieg lernen, ihre Gefühle zu unterdrücken, denn es ging ums reine Überleben und da konnte man sich große Gefühle nicht leisten. Mit Küsschen begrüßen und umarmen, wie es heute schon die Schulfreunde tun, das kannten die Nachkriegsgenerationen nicht.

    Verständnis also ja, aber alles muss man auch nicht vergeben, denn es gibt immer auch andere Beispiele, wo Eltern gegen alle Probleme und Widerstände voll für ihre Kinder da waren.

    Danke auch an dich, Rosa.

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    1. Deinen Worten kann ich nur zustimmen. Ja, es war eine andere Zeit, bei mir, meinen Eltern und Großeltern auch noch eine andere Welt.😉 Es gab sicher in meinem Dorf auch Eltern, die wirklich voll da für ihre Kinder waren. Trotzdem bin ich dem Schicksal dankbar für die Eltern, die ich hatte. Ungeahnt und unbeabsichtigt haben sie einen Teil dazu beigetragen, um mich zu dem Menschen zu machen, der ich heute bin. Mit so einem Ergebnis wären sie allerdings nicht unbedingt voll zufrieden.😃😉
      Liebe Grüße
      Rosa

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      1. Oh, das wären sie! Für erziehende Menschen gibt es keine größere Freude, als einem Kind/Jugendlichen dabei Hilfestellung zu geben, um eines Tages ein selbstbestimmtes, selbstbewusstes und reflektiertes Leben führen zu können. Achtsam für sich selbst und für andere! – Soweit die Theorie, aber Menschen sind Menschen, weil sie Fehler machen und oft Opfer der eigenen Biografie, der eigenen Umstände sind. Ob wir Fehler verzeihen können, kommt auf die Persönlichkeiten an, aber lernen könnten wir daraus. Letztlich kommen wir alle an den Punkt, die Verantwortung für uns selbst zu übernehmen, um zu vermeiden, dass wir den Staffelstab nur weiterreichen. – Danke für die Denkanstöße und alles Gute,
        Heather

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      2. Ich danke auch! Doch, ja, ich habe einiges gelernt – aus Fehlern anderer und noch mehr aus den eigenen.
        Dass meine Eltern nicht unbedingt mit dem Ergebnis zufrieden wären, bezog ich auf meine Lebensart (Homosexualität). Obwohl insgeheim hoffe ich, denke ich – meine Mutter hätte mich verstanden und angenommen, hätte ich noch einmal die Chance bekommen, es ihr zu erklären. So wie sie mich einst in meinem Traum verstanden, angenommen und mich in die Arme geschlossen hatte …

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      3. So viele Dinge sind im Wandel der Evolution, in der Veränderung, des Lernens und der steten Anpassung zu sehen. Auch die sexuelle Ausrichtung wird irgendwann kein Thema mehr sein, niemand fragt schließlich auch nach anderen persönlichen Dingen, (bzw. geht es Dritte nichts an) und im Hinblick darauf bin ich sicher, dass dich deine Mutter heute in den Arm genommen hätte – Liebe ist letztlich bedingungslos.

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