Dieser Text ist 1995 in der Schreibwerkstatt entstanden. Er berührt mich beim Lesen immer wieder aufs Neue, steckt in ihm doch so viel, damals schon geahntes.
„Wer bist du?“ weiterlesenSchlagwort: Persönliches
Social Reading oder Gemeinsam lesen
Die letzte NETzWorking-Aufgabe mit dem Thema „Social Reading“ gefällt mir richtig gut. Zum einen, weil es um Bücher, ums Lesen, um den Austausch darüber im Internet geht und wunderbar zum Abschluss passt, zum anderen, weil ich damit schon Erfahrungen gesammelt habe und etwas mehr darüber berichten kann.
Aus dem Buch „In der sibirischen Kälte“
„2010 geschah etwas ganz Besonderes, etwas, womit ich nicht mehr gerechnet hätte! An einem dienstfreien Samstag – genaugenommen war es der 4. Dezember – machte ich mich gleich nach dem Frühstück auf die Suche nach günstigen Downloads für meinen neuen eBook-Reader. Schon nach kurzer Zeit stieß ich im Internet auf eine ‚Goldgrube‘ mit dem Namen BookRix. Erstaunt stellte ich fest, dass ich dort E-Books nicht nur kostenfrei lesen konnte, sondern sogar die Möglichkeit hatte, selbst welche zu erstellen.
Da war es wieder, das wunderbare Gefühl, einen Schatz entdeckt zu haben – fast wie damals, als ich, fünfjährig, zum ersten Mal ein Buch geöffnet hatte. Ohne lange zu überlegen, ohne auch nur zu zögern, meldete ich mich an, erstellte ein Profil unter dem Usernamen anarosa und begann zu schreiben. Es lief wunderbar und nach etwa einer Stunde lud ich mein erstes eigenes E-Book hoch. Es war nur ein kleines Gedicht mit dem Titel „Unsicher?“, aber ich war unheimlich stolz auf mich selbst.“
https://old.bookrix.de/_ebook-rosa-ananitschev-unsicher/
Unter dem E-Book gibt es ein paar Feedbacks, allerdings keine aktuellen, denn derzeit ‚bewege‘ ich mich auf dieser Plattform nicht aktiv (was sich natürlich schnell ändern kann). Es ist nun mal so – beachtest und kommentierst du die Texte anderer nicht, vergibst du keine Herzchen oder Sternchen – bekommst du für deine eigenen Werke kaum etwas zurück. Das ist eine der ungeschriebenen Regeln in Social Media – nicht nur nehmen, sondern auch geben, und so ist es nur fair. Beispielsweise befinden sich in meiner BookRix-Favoritenliste 1120 Titel. All‘ diese E-Books habe ich gelesen, bewertet und zum größten Teil kommentiert.
Das Schöne an dieser Plattform ist – die Autoren können selbst entscheiden, ob sie ihre Werke kostenfrei oder als kostenpflichtige Downloads anbieten, ob an Ort und Stelle, oder nach Wunsch – bei Amazon und anderen Online-Buchshops.
Die User (selbstverständlich auch solche, die bloß lesen möchten und nicht selbst schreiben) haben die Möglichkeit, sich Gruppen anzuschließen oder eigene Gruppen zu bilden. So bin ich schon jahrelang Mitglied der Gruppe „Biografisches“ und habe dadurch viele Kontakte und Freundschaften geknüpft. Geleitet wird sie von Gittarina, einer wunderbaren Frau, die mich ermutigt hat, über meine Vergangenheit und die Kindheits-Erlebnisse zu schreiben. Offen zu schreiben. Die meisten dieser Beiträge sind im oben zitierten Buch gesammelt und daher nicht mehr kostenfrei zugänglich.
Das Meistgelesene aus meiner ‚Feder‘ bei BookRix ist „Andersrum“, mit rund 900 Klicks – eine Erzählung, die ich anfänglich in vier Teilen dort angeboten hatte. Da sie mittlerweile ebenso als Buch existiert, gibt es dazu nur noch die Leseprobe. Wenn man das E-Book öffnet, kann man nach dem eigentlichen Text auch einige der ‚alten‘ Feedbacks lesen. Ich habe sie angefügt, weil sie mir viel bedeuten und ich nicht wollte, dass sie spurlos aus dem Netz verschwinden.
https://old.bookrix.de/_ebook-rosa-ananitschev-andersrum/
2014 startete ich mit „Andersrum“ eine Leserunde bei Lovelybooks – einer Plattform für alle, die Bücher lieben (in dieser Community bin ich als Autorin registriert), – und verloste dazu fünf Exemplare des Buches. Die Leserunde mit 114 Beiträgen und Kommentaren kann man jetzt noch einsehen und nachlesen. Eine unvergessliche, wertvolle Erfahrung für mich.
Aus einer der Rezensionen:
„… Dieses Buch hat mich tief berührt, da es ein Thema anschneidet, das nachdenklich stimmt und uns wieder einmal bewusst vor Augen führt, wie sehr wir darauf achten müssen, dass unsere Kinder beschützt und behütet aufwachsen und niemals auch nur einen Hauch von dem erleben, was Lisa durchgemacht haben muss.
„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden“, manches Mal aber sind die Erinnerungen kein Paradies und wenn wir aus dieser Hölle – alleine oder mit Hilfe eines Duhs – herausfinden, so kann das wie in Lisas Fall ein Glücksfall sein.
Die 5 Kapitel mit den teilweise ganzseitigen Skizzen dazwischen sind auf 81 Seiten verteilt und somit angenehm kurz und in einem Rutsch lesbar. Diese Lektüre stimmt nachdenklich, gibt uns aber auch die Hoffnung, dass wir mit unseren Gedanken alleine es schaffen können, unsere verwundete Seele zu heilen. Sehr gerne vergebe ich 5 von 5 Sternen!
Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte!“
esposa1969
Leserunden sind beliebt und werden oft veranstaltet bei Lovelybooks. Überhaupt ist diese Internet-Plattform sehr ansprechend aufgebaut. Dabei zu sein, mitzulesen und mitzudiskutieren macht Freude. Gerne hätte ich davon noch mehr, aber mir reicht für so vieles die Zeit nicht, oft muss ich mich für eins von mehreren Dingen entscheiden; die anderen bleiben dann auf der Strecke 🙁, häufig auch das Schreiben, denn das braucht wirklich Zeit. Zeit, Stille und Ruhe.
NETzWorking sei Dank
Der Netzworking-Kurs nähert sich dem Ende zu, und so langsam keimt in mir das Gefühl auf – nun ist es genug, und ich freue mich, bald keine Hausaufgaben mehr erledigen zu müssen. Aber es hat mir von Anfang an Spaß gemacht, daran teilzunehmen; ich habe viel über Social Media, verschiedene Internet-Dienste und -Tools gelernt. Ganz klar – ohne NETzWorking gäbe es den Blog „Mein Universum“ nicht, zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt und nicht in dieser Form.
Es gibt noch etwas Erwähnenswertes, eine Nebenwirkung sozusagen, die der Kurs erzeugt hat – im positiven Sinne für mich ;-) Durch ihre WordPress-Profile habe ich viele Berufskolleginnen und Kollegen aus anderen Bibliotheken kennengelernt. So unterschiedlich die Menschen sind, so verschieden ist die Gestaltung ihrer Blogs. Jede und jeder macht es auf eigene Art und Weise, mit unverkennbarer persönlicher Note. Das finde ich toll und ich habe gerne die Beiträge gelesen, gelikt und ab und an auch kommentiert.
Und! – NETzWorking sei Dank, dass sich daraus eine neue Freundschaft entwickelt hat, die nicht bloß in der virtuellen, sondern mittlerweile auch in der realen Welt besteht.
Die Vorgeschichte
Nachdem ich diesen Blog (unsere erste Netzworking-Aufgabe) ins Leben gerufen habe, bin ich ja vielen Usern gefolgt; die Liste der Namen auf meiner Seite ist ziemlich lang. Darunter befindet sich auch Nicole alias frauhammerundnagel (Oh – dachte ich, als ich den Nickname sah – die Frau muss wohl wirklich wissen, wo der Hammer hängt :-D ). In einem ihrer Beiträge geht es um die Sprayer-Kunst und … Ach, das müsst ihr einfach selbst lesen :-D Zu beachten sind auf jeden Fall das kunstvolle Bildnis mit meinem Namen :P und die Kommentare unter dem Artikel.
So war der erste Stein unserer Freundschaft gelegt. Dem sind weitere gefolgt und es hat nicht lange gedauert, bis wir beschlossen haben, dass wir uns unbedingt gegenseitig besuchen und näher kennenlernen müssen. Gesagt – getan.
Wir – die beiden Hemeranerinnen – haben die zwei Wuppertalerinnen auf Anhieb sehr sympathisch gefunden. Ich will hoffen – umgekehrt gilt das Gleiche ;-)
Nicole erzählt gerne, mit Humor auch darüber, was sie so alles erlebt hat und in welche Fettnäpfchen sie getreten ist. Ich bin für meine Redseligkeit nicht gerade berühmt, kann jedoch gut zuhören, und so haben wir vier uns mächtig amüsiert und viel gelacht. Angenehm überrascht hat mich die Übereinstimmung in Sachen Musik … Na gut, ich will ja nicht übertreiben, ich gebe zu – nur eine Übereinstimmung :P Meine Berufskollegin ist von Gregorians „I still Haven’t Found“ ganz begeistert, und es ist auch mein Lieblingslied. Dieser Song hat die Liebe zur Musik solcher Art erst richtig in mir entfacht – vor Jahren.
Nach dieser wunderschönen Musik – das Resümee: Ich kann nur wiederholen, was ich schon einmal früher in diesem Blog geschrieben habe, im Sinne: Facebook, WordPress und Co. sind eine großartige Möglichkeit, Menschen mit gleichen Interessen zu entdecken, sich in Gruppen zu organisieren und sogar Freunde fürs Leben zu finden, manchmal rein zufällig … zum Beispiel aufgrund einer Sprayer-Wandmalerei. Wie das Leben so spielt :-)
Die letzten zwei NETzWorking-Hausaufgaben stehen noch aus, aber die werde ich sicherlich auch noch schaffen.


Mit und ohne Zöpfe
Dieses Mal geht es um bewegte Bilder, YouTube, bibliothekarische Auskunft und Flechtfrisuren.
Eigene Kenntnisse über Flechtfrisuren kann ich leider nicht vorweisen. 😉 Ich hatte einmal Zöpfe, als ich noch ein Schulkind war. Eine Katastrophe für die kleine Rosa, denn ich kam mit meinem Haar nur schlecht zurecht – und auch meine Mutter hatte wenig Ahnung. Da ich eines von fünf Mädchen in der Familie war, hätte sie eigentlich Erfahrung darin haben müssen. Es hat sie wohl nicht sonderlich interessiert, wie es auf den Köpfen ihrer Töchter aussah. Hauptsache, die Haare hielten zusammen, ordentlich nach hinten gekämmt; und wehe, ein Pony kam zum Vorschein! Das war bei den Baptisten nicht erlaubt, ebenso wie alles andere, was damals modisch war.
„In der sibirischen Kälte“ – Buchausschnitt
Mamas Leichnam wurde zu Hause aufgebahrt, wie das so üblich war, und mit Eisbrocken umlegt. (Für diese Fälle und andere Notwendigkeiten gab es im Dorf einen Eisberg, im Winter hergestellt und im Sommer sorgfältig mit einem dicken Strohmantel bedeckt). Es war ebenso üblich, dass die Trauerfeier frühestens am dritten Tag nach dem Tod stattfand. Da es weder eine Kapelle noch eine Leichenhalle gab, mussten die Angehörigen bis dahin quasi mit dem Aufgebahrten unter einem Dach leben. Nachts überkam mich die Angst, und meine beste Freundin Frida gab mir Unterstützung, indem sie bei mir schlief. Tagsüber war ich meist abgelenkt, denn es gab viel zu tun. Menschen kamen und gingen – Familienmitglieder und Verwandte hielten abwechselnd die Totenwache.
Einmal war ich jedoch ganz allein zu Hause und mit Putzarbeiten beschäftigt. Auch im Zimmer, in dem der Sarg stand, musste der Boden gewischt werden. Ich fühlte mich sehr unwohl. Es war so kalt, so unheimlich still im Raum. Ich schaute meiner Mutter ins Gesicht und stellte mir plötzlich vor, dass sie die Augen öffnete …
Ob ich meine Arbeit noch zu Ende brachte, weiß ich nicht mehr, nur, dass ich nach draußen flüchtete, wo es warm war, die Sonne schien und die Vögel zwitscherten.
Wie gern hätte ich in diesen Tagen die Nähe meines Freundes gespürt, aber ich wusste – er war gerade bei seinen Eltern in Omsk und es gab keine Möglichkeit, ihm eine Nachricht zukommen zu lassen. Dennoch meinte es das Schicksal am Tag der Beerdigung gut mit mir. Ich sah auf einmal, wie er von der Straße in den Hof einbog, zögernd und besorgt angesichts der vielen Menschen. Er ahnte ja nicht, dass er mitten in eine Trauerfeier hineingeriet. Ich war sehr froh über seine Anwesenheit und ließ ihn nicht mehr von meiner Seite.
Als alles vorbei war, wollte ich unbedingt weg; weg vom Friedhofsgeruch, von meinen Geschwistern, von meinem Vater. Shenja und ich gingen aus dem Dorf in den nahen Wald. Ich empfand plötzlich eine enorme Erleichterung, sogar ein Glücksgefühl: Ich war frei! Frei für mein eigenes Leben, frei für die Zukunft, die ich von nun an selbst gestalten konnte. Gleichzeitig entsetzte mich, was ich fühlte. Wie kann ich nur so denken, wo Mama gerade erst begraben worden war! Ich musste doch traurig sein, sie vermissen! Ich weinte.
Es war das erste Mal, dass ich so hemmungslos vor einem anderen Menschen weinte. Alles brach aus mir heraus, die Anspannung der letzten Tage, die Verzweiflung, die Schuldgefühle. Mein Freund redete mir gut zu, dass es normal sei, wenn ich mich nach der Beerdigung erleichtert und sogar glücklich fühle, dass ich diese Gefühle zulassen dürfe, dass ich noch viel Zeit hätte, um zu trauern, dass mich überhaupt keine Schuld träfe. Sieben Jahre älter als ich, war er ein feinfühliger und kluger Mann und seine Worte hatten die Überzeugungskraft, die mich auf magische Weise beruhigte.
Ein Gewitter zog auf. Wir merkten es erst, als es anfing zu donnern. Unter den Birken fanden wir keinen Schutz und wurden völlig durchnässt. Aber der Regen tat mir gut. Er war wie ein erfrischender Zusatz zu meinen bitteren Tränen. Wie ein Abschluss. Es stimmte – ich hatte noch genug Zeit für die Trauer und für Schuldgefühle.
Ich frage mich heute – was bin ich meiner Mutter schuldig geblieben?
Die erste Zeit nach ihrem Tod quälten mich die Gedanken, dass ich nicht genug für sie getan hätte, dass ich es mir, als sie krank war – fern von ihr – hatte gut gehen lassen; dass ich sie zu wenig im Krankenhaus besucht hatte (sie weinte fast die ganze Zeit über und ich konnte das nicht ertragen). Im reiferen Alter machte ich mir Vorwürfe, dass ich nicht versucht hatte, mit meiner Mutter zu reden, sie zu verstehen, Anteil an ihren Gedanken und Sorgen zu nehmen.
Als mein Leben sich so drastisch wandelte, fragte ich mich oft, wie meine Mutter darauf reagiert hätte. Mir wurde schon einmal gesagt, dass sie sich im Grabe umdrehte, wüsste sie, welche Schande ich über die Familie bringe.
Im letzten Sommer hatte ich eine Phase, in der ich mich sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigte. Wie so oft verfolgten mich meine Gedanken auch im Schlaf weiter. Und in einem Traum widerfuhr mir etwas ganz Besonderes: Meine Mutter und ich begegneten einander. Obwohl mir klar war – sie ist tot, war ich gleichzeitig sicher, dass sie gekommen ist, um sich mit mir auszusprechen. Nie zuvor hatte ich in der Realität ein so tiefes, warmes, schönes Gefühl der Nähe und Geborgenheit gespürt. Als ich aufwachte, hätte ich nicht wiedergeben können, was sie mir erzählte. Ich wusste nur, es war bewegend, und auch ich vertraute meiner Mutter alles an, was mir auf dem Herzen lag – alles. Das Wundervollste war – sie fühlte mit mir, sie verstand mich, nahm mich an, wie ich war. Dann tat sie etwas ganz Unerwartetes, was sie zu Lebzeiten nie über sich gebracht hatte … sie schloss mich in ihre Arme. Wir weinten beide und mit einem Mal wusste ich – Mama hat mich geliebt, immer. Sie hat uns alle geliebt. Alle sieben.

„Mein Universum“ – Buchausschnitt
Aus dem Buch „In der sibirischen Kälte“
Ich trete vorsichtig in einen dunklen, kühlen, weiten Raum ein, und bevor ich mich richtig umsehen kann, bin ich eins mit der Gestalt, die sich dort befindet. Es erschreckt mich nicht, denn ich weiß sofort: Diese Gestalt bin ich selbst, ich vor vielen Jahren.
„„Mein Universum“ – Buchausschnitt“ weiterlesenEin Tag von vielen
Es gibt Tage, an denen ich schon beim Aufwachen weiß – dieser wird nicht gut … Ich öffne die Augen und möchte sie am liebsten wieder schließen und so diesem qualvollen Gefühl entfliehen, dem Gefühl, das man Depression bezeichnet. Ich hasse dieses Wort – seit dem Augenblick, als ich begriffen habe, dass sie Teil meines Lebens ist. Aber es hilft nicht, der Hass schreckt die graue Hexe (wie ich sie oft selbst nenne) nicht ab und lässt sie nicht verschwinden.
Zum ersten Mal besuchte sie mich vor vielen, vielen Jahren – ich war noch ein Kind … und seitdem kommt sie immer wieder einmal vorbei. Sie schleicht sich meistens schon nachts in meinen Schlaf und sobald ich wach bin, schlägt sie voll zu. Sie trampelt auf mir herum und raubt mir den Mut, die Kraft und die Freude. Gemein und hinterhältig sucht sie sich meine Schwächen heraus und setzt sie gegen mich ein. Das ist es ja, was sie doppelt so abscheulich macht – wenn sie einmarschiert, dann schleppt sie in ihrem Schatten, um ein Vielfaches vergrößert, alle meine Sorgen und wunden Punkte mit. Sie schüttet sie über meinen Kopf aus und grinst dabei: „Na, wie wirst du damit fertig?“
Den Tag zu beginnen ist eine Qual. Aber ich ignoriere sie. Ich versuche es zumindest! Ich bin ich, ich bin stärker! Ich stehe auf, ich lebe meinen Tag, Schritt für Schritt. Obwohl jeder Schritt einem Kampf gleicht, jeder Schritt mir Angst macht und manchmal eine enorme Überwindungskraft erfordert. Zum Glück – sage ich mir – ist sie dieses Mal allein, ohne ihren Partner. Denn der … der ist noch viel grauenvoller. Der ist ein Monstrum unter Monstern. Sein Name ist Panik und er ist nur aufs Vernichten aus …
Wie an jedem unschönen Tag, der so anfängt, frage ich mich: Was ist passiert, warum ist die Depression wieder da? Ich versuche mich zu erinnern, was ich geträumt habe … Obwohl ich immer viel und oft in allen Farben träume, sehe ich dieses Mal nichts außer einer leeren, dunklen Wand. Ich begreife (natürlich tue ich das, ich habe schließlich reichlich Erfahrung mit meiner Psyche) – mein Schutzschild hat sich eingeschaltet und ganze Arbeit geleistet, hat den Pinsel genommen und die Bilder, die ich vergessen sollte, die ich nicht mehr sehen durfte, mit schwarzer Farbe übermalt. Nur den Schmerz und die schon entstandenen Gefühle, die letztlich die graue Hexe herbeilockten, die konnte er nicht wegwischen. Wie auch? …
Der Abend naht und mit ihm kommt die Erleichterung. Das Ungeheuer lässt von mir ab. Wie gut, dass ich nicht allein bin, dass ich jemanden an meiner Seite habe, der mich nicht fallen lässt, mit dem ich reden kann und der immer für mich da ist. Wie gut, dass es Musik gibt, die ich in solchen Momenten hören kann, die mit meinen inneren Saiten im Einklang ist, die sich wie Balsam um meine Seele legt und den Schmerz lindert.
Es ist überstanden. Wieder einmal.
Zum Thema Panik: https://www.rosa-andersrum.de/nachdenkliches/gefangen/
„In der sibirischen Kälte“ und mehr …
Schöner Artikel über mich und meine Bücher, mit einer Leser-Rezension zu „In der sibirischen Kälte“. Danke, Martin Urbanek!
In der sibirischen Kälte – Autobiografisches | Spaß und Lernen
Winter mit Sway
Sway kannte ich bisher nicht und ich war ziemlich neugierig, als wir uns in einer kleinen Gruppe damit auseinandersetzten. Sway ist ein Microsoft-Dienst und bietet die Möglichkeit, eine Art PowerPoint-Präsentation zu erstellen, die man online nutzen und mit anderen teilen kann. Allerdings muss der Nutzer dafür bei Microsoft registriert und angemeldet sein.
Nach der Gruppenarbeit überlegte ich, mit welchem Thema ich mich denn allein beschäftigen könnte. Nachdenklich schaute ich aus dem Fenster in den grauen Wintertag hinein und … da kam sie auch schon – die Idee … Eine ganz schlichte.
„Winter mit Sway“ weiterlesenEin Vierteljahrhundert
Jubiläum verpasst!
Ja, ich hätte feiern können – ein Vierteljahrhundert meines Lebens in Deutschland. Vor 25 Jahren, am 4. Dezember 1992, hatten meine Familie und ich Abschied von dem frostigen Moskau genommen, wo wir fast zwei Wochen an der Deutschen Botschaft in der Warteschlange verbracht hatten (um die Visa zu bekommen). Im Flugzeug der Lufthansa hoben wir wahrhaftig und endgültig ab – in Richtung Frankfurt am Main. Dort empfingen uns überraschend milde Temperaturen … und eine vollkommen andere Welt.
„Frauen schreiben wundervoll“, Band 2
„Frauen schreiben wundervoll“, Band 1
Die Hölle
An einem Sonntagmorgen wacht Maja auf und entdeckt, dass das Bett neben ihr leer ist … Luna, ihre Freundin, ist verschwunden. Spurlos … Wie konnte das geschehen? Was ist passiert? Findet Maja es heraus, findet sie eine Erklärung? …
„Die Hölle“ weiterlesenGedanken zum Hintergrundbild
Woher kommt sie – meine Liebe zum Buch, zum Schreiben, zum Papier?
Es ist nicht so, dass ich in meiner Kindheit mit Büchern verwöhnt wurde. Das erste Buch, mit dem ich Bekanntschaft machen und das ich mein Eigen nennen durfte, war ein Geschenk meines Vaters (das erste und auch das letzte seiner Art) – im Alter von fünf Jahren.
Schritte der Einsamkeit
Fortitudo
Nun bin ich wieder zurück aus München. Es waren vier schöne Tage mit Freundinnen. Wir sprachen über dies und das und jenes. Auch zu den Themen ‚Spiritualität‘ und ‚außergewöhnliche Erlebnisse‘ hatte jede von uns etwas beizutragen, sogar ich, obwohl – wie allgemein bekannt – ich ziemlich schweigsam bin und lieber anderen zuhöre als selbst rede.
Woher schöpfen wir die Energie, was sind die besonderen Orte, die uns inspirieren, an denen wir uns mit der Natur, mit dem ganzen Universum verbunden fühlen, die uns bestätigen, dass das, was wir tun, das einzig Richtige ist? Was bewegt uns, macht uns glücklich und was sind die Steine, die uns im Weg liegen?
„Fortitudo“ weiterlesenEs geht nach München
Der letzte Arbeitstag ist zu Ende! Eine Woche Urlaub steht an, und morgen früh geht es für ein paar Tage nach München. Ich freue mich auf die schöne Stadt, vielmehr aber auf das Treffen mit zwei guten Freundinnen. Eine von ihnen ist die Verlegerin und Gründerin des Apollon Tempel Verlages und wir werden uns viel zu erzählen haben, nicht nur über Literatur, Bücher und das Schreiben, sondern auch über andere Dinge, die uns Menschen so bewegen und am Herzen liegen. Es wird bayerisch gekocht und ich bin gespannt, was wir alles serviert bekommen ;-) Und – ganz wichtig und immer wieder aufregend! – ich erhalte meine Exemplare der Anthologie „Frauen schreiben wundervoll“, frisch aus dem Druck. Den Berichten anderer Autorinnen zufolge, soll sie wirklich wundervoll geworden sein.
Vielleicht gibt es von mir auch noch etwas zu berichten, wenn ich wieder zurück bin :-)
Bald ist es soweit
Der erste Band der Anthologie „Frauen schreiben wundervoll“ (Herausgeberin: Karin Biela) wird im APOLLON TEMPEL VERLAG veröffentlicht und ab dem 26. Oktober 2017 erhältlich sein.
Die besondere Ausschreibung nur für Autorinnen startete zum Weltfrauentag. Die einzige inhaltliche Vorgabe war, dass die Hauptfiguren weiblich sein sollten. Es nahmen profilierte Schriftstellerinnen sowie junge Talente im Alter von 15 bis 87 Jahren teil.
„Bald ist es soweit“ weiterlesen

