Nicht zum ersten Mal greife ich das Thema Winter in meinem Blog auf. Jetzt haben wir sie auch wieder – diese Jahreszeit, kälter als üblich. Meine Frau und ich haben uns sogar Mützen gekauft, ein ungewohnter Anblick, denn bisher hatten wir nie das Bedürfnis danach. Was meint ihr, welche Mütze gehört zu meinem Kopf? 😉
„Kalt, kälter, am kältesten“ weiterlesenSchlagwort: Sibirien
Mein Herbst 1969
Eine Wiederveröffentlichung
Es ist September. Seine Zeit ist gekommen. Im Grunde ist der Herbst schon da, er sammelt sich bloß ein wenig, sucht noch das passende Gewand für dieses Jahr aus, die passende Melodie, den passenden Duft …
„Mein Herbst 1969“ weiterlesen„Alles gerät aus den Fugen“
Das war mein allererstes Interview … aber nicht, dass ihr denkt, es gibt übermäßig viele weitere. 😉
Die Fragen sind mir online gestellt worden, sodass ich Zeit hatte, um in Ruhe nachzudenken und meine Antworten auszuarbeiten.
Dank und Gedanken zu „Andersrum“
Manchmal haben Worte die Kraft, uns auf eine ganz besondere Weise zu berühren und mit unseren eigenen Gefühlen in Einklang zu treten. Für mich waren es die Gedanken von Ilona M., die sie mir vor über zehn Jahren zukommen ließ. Diese Worte beziehen sich nicht nur auf die kleine Lisa aus der Novelle „Andersrum“, sie sind auch an die Frau gerichtet, die diese Geschichte verfasst hat. 🙂
„Dank und Gedanken zu „Andersrum““ weiterlesen„Eine Reise auch in meine Kindheit“
Wie ich sehe, schlummern achtzehn Entwürfe in meinem Blog … und ich kann mich Tage über Tage nicht aufraffen, etwas davon fertig zu stellen. Woran liegt es? Am Mangel an Konzentration, Antrieb und Schreiblust? An der Jahreszeit, die mir immer zu schaffen macht? Am zunehmenden Alter? Oder an der Sorge um meine Schwester Aneta, der es wieder so schlecht geht? An allem zusammen? Auf jeden Fall gelingt es mir nicht, auch nur länger über den einen oder anderen meiner Entwürfe nachzudenken – schon setzt der Drang ein, die Flucht davor zu ergreifen.
„„Eine Reise auch in meine Kindheit““ weiterlesenTante Rosa oder Wie ich zu meinen Namen kam
Meine Eltern haben allen ihren Kindern deutsche (viel mehr altdeutsche) Namen gegeben: Lilli (oder Lilia), Ewald, Aneta, Ida, Jakob, Rosa, Erna. Wie man unschwer erkennen kann, bin ich die Vorletzte in dieser Reihe.
„Tante Rosa oder Wie ich zu meinen Namen kam“ weiterlesenTanzen
Als Mädchen hätte ich so gern tanzen gelernt. Doch das war in unserer Familie verboten, da es für meine streng gläubigen Eltern als Sünde galt, wie allerdings so vieles andere auch. Ich verstand nicht, warum gerade Dinge, die Freude machten, bei den Baptisten nicht erlaubt waren. Dazu gehörten ebenso Fernsehen, Kinobesuche, nicht christliche Musik, nicht christliche Bücher, Schminken, modische Frisuren und Kleidung. Von Rauchen und Alkohol ganz zu schweigen. Die letzteren zwei könnte ich ja noch akzeptieren. Aber warum, zum Teufel, durfte ich nicht in Anwesenheit meiner Mutter laut und ausgelassen lachen? …
„Tanzen“ weiterlesenWahrnehmung
Die Welt fühlt sich eigenartig an, wenn ich an Alexey Nawalny’s Tod denke – unwirklich, surreal. Oder gerade erst – scharfkantig und schneidend real … Nein, natürlich kannte ich Alexej nicht persönlich, und doch ist sein Tod auch für mich ein Verlust. Das Gefühl ist schwer in Worte zu fassen. Es gleicht einer Vision von einem Land, in dem das Licht ausgegangen ist und niemand mehr weiß, was als Nächstes geschieht. Gleichzeitig beschleicht mich eine leise Ahnung, dass die Finsternis nur vorübergehend sein wird, dass sich dort in der Dunkelheit etwas in Bewegung setzt, wie ein Schneeball, der langsam ins Rollen kommt. Dieser so zuverlässige sechste Sinn, den ich schon lange – eigentlich seit meiner Jugend – nicht mehr wahrgenommen habe und der plötzlich wieder da ist, lässt mich hoffen. Vielleicht ist es nicht bloß eine Illusion?
„Wahrnehmung“ weiterlesenMitleid oder Schadenfreude?
Erinnert ihr euch, wie Putin und seine Propagandisten dem Westen und insbesondere Deutschland prophezeit hatten, die Menschen dort werden im Winter ohne russisches Gas frieren und sogar erfrieren? Es gab Geschichten darüber, wie die Deutschen ohne Warmwasser sich nicht mehr waschen können, wie die Berliner den Tiergarten abholzten, um sich zu wärmen, wie hungernde Briten aufgrund der Lebensmittelknappheit Eichhörnchen jagten und verspeisten.
„Mitleid oder Schadenfreude?“ weiterlesenLeseprobe zu meinem autobiografischen Buch im Literaturmagazin „Schreib was“
Schnee. Winter. Kalt
Heute liegt Schnee in Hemer. Es ist kalt. Es ist Winter. Wieder, mit noch größerer Intensität, fühle ich die Abneigung. Ich mag diese Jahreszeit nicht. Ich kann ihr nichts Positives abgewinnen. Weder die weißen Felder noch die schneebedeckten Bäume, die rodelnden, lachenden Kinder, die beginnende Weihnachtszeit begeistern mich. Ich möchte nicht hinaus, in der Kälte rebelliert mein Körper – die Füße frieren, die Hände werden taub und die Finger blass (heißt das nicht Leichenfinger?), die Fingerkuppen-Haut platzt auf. Im Winter benötigen meine Finger viel Pflaster. Ohne Handschuhe geht es gar nicht.
„Schnee. Winter. Kalt“ weiterlesenImmer noch ein Ort zum Innehalten
Der zweite Aufenthalt in Bad Sooden-Allendorf … nicht weniger ergreifend als der erste. Es ist eine zauberhafte Stadt, die eine besondere Wirkung auf mich hat. Ich fühle mich hier zu Hause, so, als ob ich den Ort schon lange kennen würde. Liegt es an den Häusern und Gemäuern, denen eine Schicht der Vergangenheit immer noch anhaftet? Enthält die Luft hier noch einen Hauch der vergangenen Jahrhunderte? Oder werden beim Betreten alter Pflastersteine die Spuren meiner Ahnen wieder lebendig? Eigentlich alles unmöglich und doch – alles vorstellbar. Und immer wieder spürbar.
„Immer noch ein Ort zum Innehalten“ weiterlesenDer Kreis hat sich geschlossen
In dieser überarbeiteten Fassung sind zwei meiner früheren Blogartikel vereint: „Ein Ort zum Innehalten“ und „Zwei Orte – zwei Charaktere“. Ich finde, sie gehören zusammen, handelt es sich doch um meine Vorfahren. Die Geschichte ist ebenso im Almanach 2022 der Deutschen aus UdSSR-Nachfolgestaaten enthalten („Hier war ich, dort bin ich“).
„Der Kreis hat sich geschlossen“ weiterlesenKeine Faulheit!
Drabble
Der Samstag galt im Elternhaus als Putztag. Das ganze Haus aufzuräumen, Staub zu wischen und die Böden zu säubern, war mir ein Graus. Man bedenke – im Dorf gab es viel Dreck. Aber ich musste es tun, auch wenn ich erst zwölf Jahre alt war. Mutter duldete keine Faulheit.
Nachdem die Arbeit erledigt war, fühlte ich mich ebenso erledigt, doch auch froh, es wieder geschafft zu haben. Es war ein schönes Gefühl, die sauberen Zimmer noch einmal zu inspizieren und die letzten Kleinigkeiten zu korrigieren. Nun konnte ich mich den Dingen widmen, die mir wirklich Spaß machten.
Bis zum nächsten Putztag.

In einer anderen Welt
Ein kleines Notizbuch, noch aus alten Zeiten, mit allerlei Eintragungen und damaligen Adressen meiner Verwandten und Freunde ist verantwortlich für folgende Erinnerungen.

Beschlossen – Ausgeführt
Überarbeitete Neuveröffentlichung
Über das Leben meines Großvaters, den ich nie kennenlernen durfte, ist mir nur wenig bekannt. Doch darüber, wie und warum er sterben musste, weiß ich mittlerweile mehr.
Seine eigenen Großeltern lebten einst in Rheinland-Pfalz. Sie waren 1807 zunächst nach Ungarn und schließlich 1810 in die Ukraine ausgewandert.
„Beschlossen – Ausgeführt“ weiterlesenHeute undenkbar
Nachtrag zu „Russische Seele?“
Im vorigen Beitrag habe ich ein Foto eingefügt, das meine Frau und mich in Moskau zeigt. Ja, wir hatten 2003 meine alte Heimat besucht. Zu dieser Zeit war die Atmosphäre in Russland eine andere, man dachte (zumindest hoffte man), das Land sei auf dem guten Weg. Heute besteht kaum noch eine Chance und auch das wenige Positive ist fast gänzlich durch Repressalien und unter ausgebreitetem Größenwahn der Bevölkerung vernichtet worden. Putin und sein Gefolge haben es geschafft, Russland in den Abgrund zu stürzen. Daraus wieder nach oben zu kommen, wird ungemein schwer sein … wenn nicht gar unmöglich.
Zu der Reise gibt es einen ausführlichen Bericht, bei BookRix als e-Book veröffentlicht. Er beinhaltet unsere ziemlich abenteuerlichen und manchmal mit kleinen Schrecken versetzten Erlebnisse sowie zahlreiche Fotos.
Nein, ich bereue nicht, dass ich diese Reise damals unternommen habe. Trotz alledem sage ich – nie wieder! Ich denke, das ist nachvollziehbar, in Anbetracht meiner persönlichen Geschichte und der gegenwärtigen politischen Situation.
Also, wer sich traut: herzlich willkommen im Land meiner Albträume. Aber ihr braucht keine Angst zu haben – ich begleite euch auf Schritt und Tritt. 😉
Für Ida
In Gedenken an meine Schwester Ida. Sie starb am 29. September 2017.
Meine liebe Schwester, es tut mir unendlich leid, dass ich diese Zeilen erst jetzt schreibe und Du sie nicht mehr lesen kannst. Auch in meinem Buch habe ich Dich nur am Rande erwähnt, obwohl mich mit Dir doch so vieles verbindet. Und es tut mir leid, dass wir in den letzten Jahren Deines Lebens außer gelegentlichem Telefonieren keinen regelmäßigen Kontakt hatten. Wie so oft, wird es einem bewusst, was man alles versäumt hat, erst dann, wenn es zu spät ist.
Nichts war gut
Manchmal rufe ich in Google Maps meinen Wohnort aus dem früheren Leben auf. Es ist ein seltsames Gefühl, die Straße und das Haus zu sehen, in dem ich 17 Jahre meines erwachsenen Lebens verbracht habe – bis Mitte November 1992. Mich wieder in diese andere Welt, wenn auch nur gedanklich, zurückzuversetzen, fällt mir schwer und bringt mich in eine albtraumhafte Stimmung. Es ist wie an einen Ort des Schreckens zurückzugehen – du fürchtest dich davor, aber gleichzeitig zieht es dich hin.
„Nichts war gut“ weiterlesenBeim Recherchieren entdeckt
Zu meiner großen Überraschung entdeckte ich neulich beim Recherchieren eine meiner Übersetzungen nach dem Buch „In der sibirischen Kälte“, veröffentlicht auf der Homepage des Deutschen Hauses der Republik Tatarstan.
Ja, ich erinnere mich, dass ich 2021 diesen Text, in dem es um meinen Vater geht, auf Anfrage des Leiters eingereicht habe. Da keine Rückmeldung kam, dachte ich, daraus wäre nichts geworden. Aber – siehe da, die Geschichte wurde doch veröffentlicht.
„Beim Recherchieren entdeckt“ weiterlesen


