Ein weißes Blatt Papier … alles ist noch unklar – das Thema, der Anfang, der Schluss. Alles kommt noch, alles wird sich aufbauen und schwarz auf dieses Blatt legen. Bis jetzt sind es nur Gedanken – etwas chaotische, nicht ausgereifte. Du zweifelst, du überlegst, wie du dich besser, genauer ausdrücken könntest, du versuchst dies und das …
Nein – falsch, passt nicht.
Dann „blitzt“ es in deinem Kopf. Der richtige Satz – da ist er! Und schon reihen sich die Wörter wunderbar aneinander und alles davor Geschriebene wird ausradiert – alle Versuche, alle Varianten – ohne Zögern und Erbarmen. Nur die neu formulierten Sätze bleiben stehen, manchmal ist es nur einer zwischen gestrichenen, geänderten und wieder gestrichenen, nur ein einziger Satz auf der ganzen Seite.
Ein weißes Blatt Papier, ein schneeweißes, am besten unliniertes Blatt. Ich mag es. Ich habe es schon immer gemocht, in jeder Form – als Schulheft, als kleines Notizbuch, als Briefbogen. Vielleicht ist das der Grundstein für meine Neigung zum Schreiben gewesen? Der Anstoß?
Es ist faszinierend, wie man ein einfaches, farbloses, unbedeutendes Stück Papier zum Atmen bringen kann.
Ein weißes Blatt Papier … Nun ist es nicht mehr unberührt weiß. Bedeckt mit schwarzen Schriftzeichen, hat sich das einst ausdruckslose Blatt auf wundersame Weise verändert. Freude und Trauer, Sehnsucht und Liebe, Schmerz und Hoffnung wurden diesem Papier eingedrückt, haben ihm magische Kraft verliehen.
Es war einmal ein weißes, einfaches, nichtssagendes Blatt Papier. Jetzt ist es ein kleines, lebendiges Stückchen meiner Seele.


Hallo Rosa, ich habe Dich für den Sunshine Blogger Award nominiert!
Ich wünsche Dir viel Spass beim Weitergeben!
Alle Infos findest Du hier:
https://ichkreierealsobinich.com/2020/10/25/i-was-nominated-for-the-sunshine-blogger-award-yaaaayyyyy/
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Vielen Dank für die Nominierung! Ich hoffe, Du bist mir aber nicht böse, wenn ich nicht mitmache. Sorry!
Liebe Grüße
Rosa
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Aber nein. Es soll ja Freude machen.
Darf ich fragen, warum nicht?
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Einer der Gründe – keine (geringe) Englischkenntnisse … 😊
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Jepp, deine Erfahrung kenne ich gut. Zuerst alles in Weiß und dann mit Buchstaben übersäht, die zur Überarbeitung rufen. Zuletzt steht der Text wie er sein soll und mancher Leser fühlt nach, was deine Gefühle sind oder waren und vielleicht muss er lachen oder weinen.
Worte und Buchstaben nur reihen sich aneinander und doch werden hier Gefühle und Befindlichkeiten für die Nachwelt konserviert und selbst ein Schriftsteller von Unterhaltungsliteratur wird immer sein Innerstes mit einbringen, weil er davon geprägt ist.
So wird ein weißes Blatt beseelt, wird geadelt durch das Herz, das es be-schreibt und es aus der Masse der weißen Blätter veredelt hervorhebt.
Lass kein Blatt unbeschrieben, schenk jedem Blatt Leben und Atem.
Ganz lieben Gruß von Sven <3
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Lieber Sven, das hast du aber wunderbar formuliert. Vielleicht ist es das Geheimnis der guten Schriften – die Magie, die dahinter steckt, die der Schreibende in die Zeilen eingehaucht und für die Lesenden spürbar gemacht hat. Ach, man kann so viel und so schön darüber schreiben. 😊
„Lass kein Blatt unbeschrieben, schenk jedem Blatt Leben und Atem.“ Das müsste ich vielleicht tun, ich habe etliche unbeschriebene Notizbücher im Regal liegen. Hätte ich diese bloß in meiner Jugendzeit besitzen können! Aber in meiner alten Heimat waren sogar Schreibwaren zeitweise schlecht zu kriegen und schon gar nicht so etwas Schönes, wie hier.
Herzliche Grüße 💗
Rosa
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