Veröffentlicht in Persönliches, Social Media

Deutsch-Russisch

Wer hätte das gedacht – ich komme wieder auf den Geschmack, russisch zu schreiben! Richtig in dieser Sprache habe ich zuletzt vor 28 Jahren geschrieben, als ich – natürlich! – noch in der alten Heimat war. Seitdem verfasse ich hauptsächlich Briefe an meine ehemalige Arbeitskollegin und gute Freundin Nadja, die in Omsk lebt, und gelegentlich kurze Posts bei Одноклассники (eine Facebook ähnliche Plattform).
Es ist, als ob ich etwas Vertrautes nach und nach wieder entdecken würde. Das macht Spaß und ich merke, dass es immer leichter geht. Der Wortschatz erweitert sich stets automatisch; es sitzt wohl alles noch sicher in mir drin und wartet bloß auf Abruf. Manchmal habe ich sogar Zweifel, wenn mir Begriffe wie von selbst aus der „Feder“ springen. Dann denke ich: „Hä, echt jetzt? … Klingt aber komisch!“. Wenn ich jedoch Onkel Google frage, versichert er mir, alles sei korrekt. 😃

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Auf dem Weg

Der Mensch mag sich wenden, wohin er will, stets wird er auf jenen Weg wieder zurückkehren, den ihm die Natur einmal vorgezeichnet hat. Johann Wolfgang von Goethe

Wie oft stehen wir Menschen vor einer Entscheidung, die unser Schicksal beeinflusst und dem eigenen Leben eine völlig andere Richtung gibt. Oder aber uns – fast ohne eigenes Zutun – nur ein paar Schritte weiter auf dem Weg geleitet, den wir ohnehin schon eingeschlagen haben.

Auch in meinem Leben gab es kleinere, auf den ersten Blick, kaum bedeutsame Wendungen, und es gab solche, die mir viel abverlangten, alles aufwirbelten und die Zukunfts-Karten neu mischten. Die größten solcher Umgestaltungen sind 1992 und 1997 geschehen. Der ersten Jahreszahl ist ein grundlegender Umbruch zuzuordnen – die Ausreise nach Deutschland, der zweiten – ein nicht weniger gravierender Schnitt, wenn auch anderer Art – mein Coming-out.

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#30 Days Book Challenge – Tag 12

Avatar von Melina/PollysInnen-Reise-Wege

Ein Buch aus einem anderen Kulturkreis:

In der sibirischen Kälte: Autobiografisches

Zugang zu ihrer Website mit ihren anderenBücher

Rosa und ihre Bücher habe ich im Blog kennengelernt. Sie ist Russlanddeutsche und kam mit ihrer Familie 1992 nach Deutschland – im Alter von 38 Jahren.

Das Buch „In der sibirischen Kälte“ wurde 2016 veröffentlicht. Es enthält mehrere autobiografische Texte, die sich mit ihrer Kindheit, dem erwachsenen Leben und auch dem „neuen“ Leben in Deutschland befassen. Rosa erzählt vom Schicksal ihrer Mutter, die viel gelitten hatte, vom Großvater, der ermordet wurde, von Repressalien, denen die Deutschen in Russland ausgesetzt waren. Sie erzählt aber auch von schönen und kostbaren Momenten ihres Lebens, davon, was sie bewegt, was ihr wichtig ist.

Die Schilderungen ihrer Kindheit und ihr weiteres Schicksal dort in Sibirien haben mich tief berührt. Die greifbare Schwere, die Armut und die wortlose Tragik ist auch zwischen den geschriebenen Zeilen deutlich spürbar.

Das Buch hat mich sehr beeindruckt…

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Weil ich es bin

Inspiriert von diesem herrlichen Bild, das sich hinter folgendem Link verbirgt:
Kathrin Köntopp, „Lotti auf Reisen“

Weil ich es bin

Ich wollt’ schon immer nach Paris.
Was ich nicht alles machen ließ!
Schicke Kleidung, neuen Hut …
Schaut doch mal – ist der nicht gut?

Ich brauchte Geld – Paris ist teuer.
Wie schwer das war, wie ungeheuer,
doch sparte ich ’ne Menge Holz.
Studierte Reiseführer, war so stolz!

Die Sprache fleißig lernte ich,
ich spreche jetzt perfekt Französisch.
Ich kaufte mir den größten Koffer,
und zählte dann die letzten Wochen.

Es war so weit. Ich konnte los,
mit Freude, die unendlich groß,
gespannt, vor Reisefieber glühend,
verpackt die Pfoten in den Schuhen.

So stand ich wartend auf den Zug.
Da kam er auch. Ich war so klug
und schob den Hut tief ins Gesicht.
Der Schaffner doch hat mich erwischt.

Er schrie und tobte: „Blöder Hund,
der Zug ist nicht für dich, und nun -
verschwinde! Nächste Station!“
und schubste mich aus dem Waggon.

Nun steh’ ich hier und frier’ im Wind,
vor Wut und Trauer fast schon blind.
Mein Traum zerplatzt, nur aus dem Grund,
weil ich es bin – ein armer Hund.

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Überall ist irgendwo – Geschichtensammlung für Kinder

Das neue Buch ist heute eingetroffen – mit spannenden Geschichten und Märchen – nicht nur für Kinder. Meine Enkeltochter mit ihrer Geschichte „Igor kommt ins Krankenhaus“ und ich mit „Es war einmal in Sibirien“ sind auch dabei. Am glücklichsten ist natürlich die Zwölfjährige Julia – und das völlig zu Recht.😊

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Veröffentlicht in Persönliches, Reise

Wieder zu Hause

Zehn Urlaubstage auf Rügen sind vorbei – ich bin wieder zu Hause. In dieser Zeit habe ich kaum etwas in anderen Blogs gelesen und nichts geschrieben. Ob ich das Lesen nachholen kann, weiß ich nicht, aber ab heute werde ich mich wieder mehr mit den Texten meiner Blogfreund*innen befassen.😊 Vielleicht bringe ich auch selbst etwas zustande. Dieser Beitrag kann jedenfalls schon als Anfang ‚betrachtet‘ werden – im wahrsten Sinne des Wortes.😉

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Ein Pingpong zwischen Ulli und Rosa

Zu meiner Freude hat Ulli, die ich unter anderen für den Awesome Blogger Award nominierte, sich der Herausforderung gestellt und aus dem Nähkästchen geplaudert.😊
Leider traute sich keiner, das von ihr weitergereichte „Stöckchen“ anzunehmen. Das finde ich schade, zumal ihre neu gestellten Fragen sehr spannend sind, und so habe ich Ulli versprochen, sie selbst zu beantworten.
Ein Pingpong also zwischen Ulli und Rosa.😃

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Veröffentlicht in Persönliches, Social Media

Nichts passiert einfach so

Folgendes Feedback erreichte mich per Messenger aus Berlin. (Veröffentlichung mit Erlaubnis der Absenderin):

Liebe Rosa,

Dein Buch „In der sibirischen Kälte“ wurde mir auf Facebook als Werbung angezeigt.
Zufall? Nichts passiert einfach so!
Ich hatte es mir bei Thalia bestellt. Dann kam die Corona-Epidemie und die Bestellung wurde storniert. Bei Amazon war das Buch nicht lieferbar. Nachdem in Berlin die Geschäfte aufgemacht hatten, kaufte ich es doch noch bei Thalia.

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Veröffentlicht in Autobiografie, Challenge, Literatur

Liebe auf den ersten Blick

NetGalley Challenge 2020 – 1. Mini-Challenge

Im Rahmen der NetGalley Challenge 2020, die vom 13.05.2020 bis zum 14.06.2020 geht, gibt es jeden Mittwoch eine kleine Challenge, um die BloggerInnen miteinander zu vernetzen. Das erste Motto lautet: „Starte ein Gespräch über Bücher“.
Hier kommt mein Beitrag dazu. Zugegeben, er ist etwas länger gewordener, aber Bücher sind nun mal mit meinem Leben eng verbunden (was allerdings auf viele BloggerInnen ebenso zutrifft).

Auszug aus meinem Buch „In der sibirischen Kälte“

Mein erstes Buch bekam ich, als ich fünf Jahre alt war. Aus welchem Grund auch immer, in unserem Dorfladen gab es eines Tages Bilderbücher zu kaufen und Vater brachte mir eins mit. Es war „Das Märchen vom Fischer und dem Fischlein“ in Gedichtform von Alexander S. Puschkin und es war Liebe auf den ersten Blick: Die Liebe zum Buch, zum gedruckten Wort, zu einer fantastischen Welt, die mit diesen Worten so wunderbar beschrieben werden konnte, eine Liebe, die bis heute allen Widrigkeiten standgehalten hat.

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Veröffentlicht in Blogparade, Persönliches, Social Media

Nominierung für „Awesome Blogger Award“

Völlig überraschend stieß ich beim Lesen des Beitrages von Kaya Licht auf den Namen meines Blogs … Dann schrieb sie es mir noch in einem Kommentar, und so erfuhr ich, dass ich für den Awesome Blogger Award nominiert bin.
Dafür bedanke ich mich ganz herzlich.
Deine Herausforderung abzulehnen, Kaya, kommt für mich nicht infrage, auch wenn ich unsicher bin, ob es mir gelingt, daraus etwas Gutes zustande zu bringen.
Eigentlich wollte ich mit der Arbeit sofort beginnen und der Gestaltung meines Beitrages das ganze (vergangene) Wochenende widmen, aber mir kam etwas Dringendes dazwischen.

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Veröffentlicht in Drabble, Kurzgeschichten

Nachts

Drabble

Ihre Angst ist groß. Wird er sie wieder heimsuchen, so wie er es fast jede Nacht tat? Nur selten entkam sie ihm. Wenn es ihr manchmal gelang, ihn abzuwehren, konnte es passieren, dass er sie am helllichten Tag, in einem Moment ihrer Unachtsamkeit, doch noch erwischte.
Mit weit aufgerissenen Augen starrt sie angestrengt in die Dunkelheit. Nur wachsam bleiben, konzentriert – dann würde sie merken, wenn er kommt. Dann würde sie eine Chance haben, seinen Fesseln zu entfliehen. Eine Chance zu siegen.
All ihre Mühe ist jedoch vergebens.
Der Schlaf übermannt sie und befördert sie erbarmungslos in die Klauen ihres Albtraums.


Das war’s auch schon – das vierte und letzte Drabble … Vorerst. Man kann nie wissen, was noch kommt …😉

Ein Drabble ist eine pointierte Geschichte, die aus exakt 100 Wörtern besteht.
Die Überschrift wird nicht mitgezählt.

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Meine Liebe, so einseitig

Drabble

Dieses Mal nichts Gruseliges, dafür gereimt. 😃


Ein Drabble ist eine pointierte Geschichte, die aus exakt 100 Wörtern besteht.
Die Überschrift wird nicht mitgezählt.

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Der Farbmalkasten

Drabble


Ein Drabble ist eine pointierte Geschichte, die aus exakt 100 Wörtern besteht.
Die Überschrift wird nicht mitgezählt.

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Im Dorf

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Veröffentlicht in Autobiografie, Persönliches

Diese Rosa

In meiner alten Heimat war es ja so: Bevor der zum Militärdienst Eingezogene die Familie verließ, fand eine Abschieds-Feier statt. Die gab es auch für meinen Bruder im Jahr 1969. Wie allbekannt, trinken die Russen meistens Wodka. Den tranken zwangsläufig auch die Deutschen dieses Landes.

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Veröffentlicht in Menschsein, Persönliches

Mensch sein

Aus den alten Notizen von 2011

Die Enkelkinder Mikel (zehn Jahre alt) und Julia (vier) waren übers Wochenende bei uns. Wir hatten wieder viel Spaß mit den beiden, obwohl es auch anstrengend war – das Oma-Alter macht sich doch bemerkbar.

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Veröffentlicht in Autobiografie, Diktatur, Persönliches

Orden des mütterlichen Ruhms

In einer Schubladenecke zwischen den alten, noch aus meiner früheren Heimat mitgebrachten Zeugnissen, Bescheinigungen und Urkunden, fand ich neulich ein kleines, festes, rotes Büchlein – ein sogenanntes Orden-Zertifikat (Орденская книжка). Ausgestellt wurde es 1959 auf den Namen und zu Ehren meiner Mutter, die im Oktober 1957 (damals war sie 44 Jahre alt) ihr siebtes und letztes Kind zur Welt gebracht hat. Der Orden selbst muss wohl noch in Russland abhandengekommen sein. Meine Schwester hat ihn jedenfalls nicht in ihrem Besitz, kann sich aber noch erinnern, wie er aussah und auch daran, dass ihr zur Hochzeit von den Eltern 600 Rubel überreicht worden waren, eine Summe, die im Laufe der Jahre als Kindergeld zusammenkam. Ich weiß nicht, wie lange das Kindergeld gezahlt wurde, aber es waren 10 oder 12 Rubel im Monat. Ein lächerlicher Betrag, der immerhin zu einem schönen Hochzeitsgeschenk angewachsen worden war, wenn man bedenkt, dass ich als Bibliothekarin (zum Beispiel) nicht mehr als 90 Rubel monatlich verdient hatte.

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Veröffentlicht in Autobiografie, Literatur

Die Freude am Schreiben

Die letzte Rezension (bei Amazon) zu meinem Buch ist sehr lobend und ich freue mich über diese so positive Bewertung, denke aber auch, „Phänomen“ ist zu hoch gegriffen. 😉 Nein, ich bin kein Phänomen; ich schreibe einfach darüber, was mich bewegt, und das gibt mir ein wunderbares, ein befreiendes Gefühl. In gewisser Weise lege ich damit auch meine Last ab, jedoch nicht, um sie jemand anderem aufzuerlegen, sondern um mich mitzuteilen und vielleicht auch zu zeigen, dass Offenheit in so manchen Lebenssituationen der bessere Weg ist. Außerdem macht es mir viel Freude, nach den richtigen Wörtern zu suchen, sie zu finden, sie harmonisch miteinander zu verbinden, ihnen eine besondere Bedeutung zu geben und letztlich Menschen damit zu ergreifen. Schade nur, dass ich so spät mit dem Schreiben angefangen habe.

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Veröffentlicht in Autobiografie, Blogparade, Persönliches

Sie war meine Rettung

Beitrag zur Blogparade des Q5-Blogs zum Thema: Erinnerungen + Freundschaft

Ich hatte Glück, eine beste Freundin in meiner Kinder- und Jugendzeit zu haben. Die neue Mitschülerin, die eines Tages – es war im zweiten Schuljahr – in das Klassenzimmer trat, wurde schon bald zu einem der liebsten Menschen in meinem Leben. Ohne dieses fröhliche Mädchen mit den Grübchen in den Wangen und dem ansteckenden Lächeln wäre mein Leben grau und trostlos.

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Veröffentlicht in Autobiografie, Literatur, Persönliches

Angekommen

Auch wenn der nachfolgende Absatz nur wenige Zeilen enthält, genauer gesagt 53 Wörter, lässt er mich in Gedanken viele Tage und Monate Revue passieren, die zu diesem Augenblick geführt haben.

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