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Mitleid oder Schadenfreude?

Ein Hochhaus in Omsk, in dem Wasserrohre im Keller geplatzt sind
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Geboren bin ich 1954 in einem deutschen Dorf in Westsibirien (Gebiet Omsk), lebe seit 1992 in Deutschland. Nach 18 Jahren Bibliotheksarbeit in Omsk und 20 Jahren in der Stadtbücherei Lüdenscheid bin ich nun seit Dezember 2019 Rentnerin. Ich schreibe gern auf meinem Blog und verfüge über eine Homepage. Es gibt zwei Buchveröffentlichungen von mir: Autobiografisches „In der sibirischen Kälte“ und Novelle „Andersrum“. Außerdem bin ich Mitautorin in einigen Almanachen des BKDR Verlages und in verschiedenen anderen Anthologien.

18 Kommentare zu „Mitleid oder Schadenfreude?

    1. Um bei der Wahrheit zu bleiben, verspüre ich auch gar keine Schadenfreude. Eher bin ich fassungslos angesichts der katastrophalen Zustände in meiner alten Heimat. Und nein – Putin muss nicht frieren, auch nicht hungern. Wünschen würde ich es ihm. Wenigstens für ein paar Tage. Obwohl das nichts genützt hätte.

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  1. Die Eichhörnchen in Großbritannien zu jagen wäre gar keine so schlechte Idee. Hat sich doch dort das invasive graue Eichhorn angesiedelt, das die einheimische Art dezimiert.

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  2. Liebe Rosa,

    Du weißt ja, ich empfinde für beide Seiten der Opfer des Puntin’schen Wahnsinns tiefes Mitgefühl. Ich habe zu keinem Zeitpunkt daran geglaubt, dass jeder einzelne Russe hinter Putins Plänen stand. Das war auch in Österreich nicht so, als Hitler einmarschierte – nicht jeder stand hinter seinen unfassbar grausamen Plänen. Es gab Menschen, damals wie heute, die offen den Widerstand geprobt haben, man weiß ja, was ihnen geschah. Dann gab es die, die heimlich zutiefst betroffen waren – und natürlich den begeisterten Mob, der damals wie gestern und heute den Diktatoren zugejubelt hat, dies noch tut oder wieder tut. Der Nationalismus erwacht ja gerade in Deutschland ganz arg – und auch Österreich kann sich warm anziehen: Wäre heute Nationalratswahl, würde die FPÖ gewinnen. Ich bin sicher, die ÖVP würde die Koalition machen, auch, wenn der Kanzler jetzt das Gegenteil behauptet, für mich nicht glaubwürdig.

    Doch die Schutzmauern rund um Putin bröckeln. Man darf gespannt sein, wie’s weitergeht, wenn die Russen den Tatsachen ins Auge blicken, was ihn ihrem Land alles marode ist. Je länger der harte Winter in Russland dauert, desto mehr wird der Widerstand anschwellen. Das war immer so, da beginnt das Volk verständlicherweise zu murren. Andererseits leiden die, die ohnehin zu den Ärmsten gehören.

    Was wäre eigentlich „nach Putin“? Ist die Zeit reif für eine echte Demokratie? Oder wäre der nächste Diktator an der Reihe? Mich würde interessieren, wie die Stimmung tatsächlich ist in diesem Riesenland …

    Herzliche Grüße zu Dir, verbringt ein gutes Wochenende! C Stern

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    1. Ja, Menschen, die sich nicht verbiegen lassen, die anders denken als die „Patrioten“, sind wirklich die Hoffnungsträger Russlands. Die Zukunft des Landes hängt von ihnen ab. Ohne sie sind positive Veränderungen unmöglich.
      Meiner Meinung nach, ist die Stimmung schon eine andere, als zu Kriegsbeginn. Vielleicht täusche ich mich. Beunruhigend ist der Gedanke, dass nach diesem Diktator der nächste kommt Vielleicht wird der Krieg dann beendet, aber wird auch die Demokratie in diesem Land aufleben. Ich fürchte, der Weg dahin wird schwierig, auf jeden Fall sehr lang.
      Herzliche Wochenendgrüße nach Österreich
      Rosa

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  3. Wie ich ein Interview mit Wladimir Putins ältester Tochter Maria Wladimorowna Woronzowa interpretiere, kann es in Russland gar kein Leid geben, denn das Land sei „menschenzentriert“. Zynischer geht´s kaum noch! Das aus dem Munde intelligenter Menschen ekelt mich zutiefst an!

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    1. Vielleicht hat sie sich bloß versprochen und meinte „putinzentriert“? 😬 So würde es auf jeden Fall besser passen. Was weiß die schon vom Leben der Bürger im Land? Gar nichts. Die plappert doch nur nach, was Papa sagt. Sie selbst kann sich wohl nicht beklagen – keiner verfolgt sie oder beschneidet ihre Rechte – alle wollen nur ihr Bestes, solange natürlich, bis sie etwas Falsches sagt.

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  4. Mich macht es nur traurig. Wie viel werden sie noch aushalten müssen? Rohre aus der Sowjetzeit. Ich weiß noch, wie bei uns regelmäßig was kaputtging. Kein Wasser im Sommer. Manchmal kein Warmwasser im Winter. Aber die Heizung hatte immer funktioniert. Hoffentlich nimmt es bald ein Ende.

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    1. Fragt sich nur, was für ein Ende? Es fällt mir schwer, besonders in letzter Zeit, zu sagen, dass in diesem Land sich irgendwann etwas zum Positiven wenden würde, denn meine Hoffnung darauf schwindet immer mehr.

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  5. Leider trifft es immer und überall die einfachen udn die normalen Leute. Die Nomenklatura bleibt außen vor, merkt gar nicht, wo der Schuh drückt oder Schlimmeres. Das zieht sich freilich durch alle Zeiten und Gesellschaften, nur leider haben die Großreiche, Rußland und China nicht am Allerwenigsten, hier besonders große, hochgeschätzte Traditionen. Menschenverachtung gehört zum Konzept. Und das ist sowohl jämmerlich, traurig und jederzeit für Entrüstung (oh, ein Unwort in diesen Tagen) sorgend – aber was tun?

    Freilich, über die Propaganda, gerade über die Halbwahrheiten kann man lachen. Natürlich jagen die Briten Hörnchen! Aber nicht aus Hunger (zumindest dürfte das für die meisten Leute gelten), sondern weil sie einst so schlau waren, Grauhörnchen aus Amerika ins Land zu lassen, die die Eichhörnchen verdrängen. Sie sind größer, in offfenen Landschaften (nicht im dichten Nadelwald) durchsetzungsfähiger und, vor allem, übrtragen sie einen Virus, der die Eichhörnchen tötet.

    Man kann das jetzt als symbolisch für viele Dummheiten ansehen oder einfach nur als das, was es ist, eine weitere üble Faunenverfälschung. Aber über die alberne propagandistische Ausschlachtung kann man nur noch den Kopf schütteln. Na, es wird genug Leute geben, denen man sogar derlei Unsinn einreden kann, weil sie ihn gerne glauben wollen. Oder einfach keine anderen Informationen bekommen.

    Für alle anderen ist es lehrreich, am Beispiel zu sehen, wie eine Tatsache hergenommen, geknetet und verbogen und vollkommen verkehrt wiedergegeben wird. Man nennt es Lüge, man nennt es Propaganda. Und leider verliert damit die Wahrheit immer mehr an ihrem eigentlichen, ursprünglichen Wert. Versuchen wir sie zu sehen und wertzuschätzen! Auch wenn sie, wie die Hörnchenjagd, aus Rußland kommt und freilich in vollkommen verkehrte Zusammenhänge eingebunden wird.

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