Was würde mein Ehemann, mit dem ich auch nach unserer Trennung eine gute Freundschaft pflegte, über den Krieg in der Ukraine, Putins Politik und die aktuelle Lage in Russland sagen?
„Was würde Eugen sagen?“ weiterlesenSchlagwort: Schreiben
Es macht mir Angst
Das russischsprachige Forum „Odnoklassniki“ (Mitschüler) hatte ich schon in meinem Blog erwähnt. In gewisser Weise ist es wie Facebook. Ich bin da auch angemeldet, ebenso wie viele meiner ehemaligen Mitschüler, Leute aus dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Einige leben in Deutschland, die anderen in Russland oder sonst wo auf der Welt. Obwohl ich schon mehrmals kurz davor war, die Mitgliedschaft zu beenden, habe ich es noch nicht getan. Es gibt da so viele Putin- und sogar Stalin-Anhänger, dass es manchmal nur noch widerlich ist. Gerade jetzt, in diesen schlimmen Zeiten, kristallisiert sich deutlich heraus, wer wer ist, und leider musste ich schon etliche Namen aus meinem Freundeskreis entfernen. Aber ich stehe auch im Kontakt mit Menschen, die ich sehr schätze, die kritisch das Geschehen in Russland sehen und sich nicht scheuen, ihre Meinung offen zu schreiben. Diese Menschen möchte ich dann doch nicht ohne Unterstützung lassen. Bedauerlicherweise sind wir in der Minderheit und ich gebe zu – das macht mir Angst. Was ist nur los mit der Welt?
„Es macht mir Angst“ weiterlesenWelten
Kurzgeschichte
(Dies ist die erste meiner nicht allzu vielen Kurzgeschichten, 2010 online gestellt und 2019 überarbeitet). 😊
Sie fand das Büchlein im Bus. Es lag zwischen den Sitzen auf dem grauen Boden und war wegen seines ebenso grauen Umschlags kaum zu erkennen. Jennifer hätte es vielleicht auch übersehen, wenn sie nicht mit dem Fuß dagegen gestoßen wäre. Zuerst hielt sie es für einen ganz gewöhnlichen Taschenkalender, den jemand verloren hatte. Sie hob das Büchlein auf, durchblätterte es flüchtig. Es war kein Kalender. Fast bis zur Hälfte eng beschrieben, sah es eher wie ein Notizbuch oder ein Tagebuch aus – ein Minitagebuch. Unwillkürlich las Jennifer einen Absatz: „Schon der nächste Augenblick zeigt mir, wie sehr ich mich irre. Ich sehe sie kommen – Freunde, die bereit sind, mir in meiner schlimmsten Stunde beizustehen. Mein Hilferuf wurde vernommen, wie leise er auch gewesen sein mag. Ich bin nicht allein – eine überwältigende Erfahrung für mich …“
„Welten“ weiterlesenIM WANDEL DES WIRs – Almanach 2021
Die Hölle – Teil 2
Kurzgeschichte
So verging der erste Tag ihrer Einsamkeit. Maja schlief in der Nacht wider Erwarten gut und fühlte sich am nächsten Morgen etwas entspannter, obwohl der rechte Fuß genauso schmerzte, wie zuvor und sich an ihrer Lage nichts geändert hatte. Sie war jetzt weniger mit dem Versuch beschäftigt, ihre Angst und Ungläubigkeit zu bändigen; sie richtete ihre Aufmerksamkeit mehr auf die Umgebung und deren eventuellen Veränderung, sah sich sehr genau die Wohnungsräume an, die Möbel, die Gegenstände und gewann tatsächlich das Gefühl, dass irgendetwas anders war.
War es ein bestimmter Blickwinkel? Ein geschärftes Wahrnehmungsvermögen? Ein besonderes Licht? Es kam Maja vor, als habe sich alles etwas verschoben, als sei das Tageslicht dunkler als sonst.
Die Hölle – Teil 1
Kurzgeschichte
Zum Wortspiel: „Es war ein verdammter Sonntagvormittag wie immer – nur Luna war nicht da“.
Noch im Schlaf, aber wissend, dass sie träumt, spürte Maja die Panik wachsen. Sie musste sofort aufwachen, sie musste heraus aus diesem Traum, zurück in die Wirklichkeit, sonst war es zu spät. In einem verzweifelten Versuch sich zu befreien, schnappte sie nach Luft, schrie und riss die Augen auf …
„Die Hölle – Teil 1“ weiterlesenSchritte der Einsamkeit
Kurzgeschichte
Die Idee kam wie auf Flügeln daher, als habe der frische Wind, der heute durch die Stadt fegte, sie irgendwo aufgewirbelt und werfe sie jetzt mit anerkennendem Pfiff der verwunderten Frau direkt an die Stirn. Er zerzauste ihr das Haar, strich die Treppe empor und verschwand hinter dem Gebäude. Danach herrschte Stille.
„Schritte der Einsamkeit“ weiterlesenBetreffend Familie
Zwanzig der insgesamt hundert Fragen habe ich nun beantwortet und … bin stecken geblieben. Demnächst soll es um die Eltern, Großeltern und Geschwister gehen. Darüber habe ich jedoch schon viel in meinem Buch und in früheren Beiträgen geschrieben. Das Gleiche noch einmal zu wiederholen oder zu umschreiben würde wenig Sinn ergeben und es fühlt sich auch irgendwie falsch an. Deswegen habe ich beschlossen, nicht weiterzumachen.
Ob ich vielleicht die eine oder andere der übrigen Fragen doch als Thema für einen Blogartikel aufgreife? Das überlege ich mir noch. 😉
Die Buttons unten führen zu drei meiner bereits auf der Homepage und in diesem Blog veröffentlichten Texte.
Der Vierjährige oder Schreiben macht frei
Mein Blog ist heute vier Jahre alt geworden. Klingt ein bisschen nach Kindergeburtstag, für einen Blog jedoch sind vier Jahre kein schlechtes Alter, um über Erfolge und Fortschritte berichten zu können und auch zu dürfen.
Alles hat mit einem NETzWorking-Kurs für Bibliotheksangestellte angefangen … dann konnte ich nicht mehr aufhören und der Blog wuchs über den Kurs hinaus – zu einem kleinen „Universum“. Meinem Universum.
Kinderreime
16. Welchen Kinderreim, Abzählreim können Sie heute noch?
Zu dieser Frage gibt es nicht viel zu berichten. Zwei deutsche Kinderreime sind mir noch halbwegs im Gedächtnis geblieben. Aber auch nur, weil mein Vater beim Spielen mit seinen Enkelkindern diese Verse aufsagte. Wenn er dann noch mit den Kleinen die entsprechenden Bewegungen machte, konnten die sich vor Lachen kaum einkriegen. (Ich war da natürlich schon etwas älter, sonst hätte ich mich gar nicht mehr daran erinnert 😉).
„Kinderreime“ weiterlesenFreundschaft ist etwas sehr Wertvolles
15. Wer war der beste Freund, die beste Freundin? Was war das Besondere an ihm/ihr?
Gestern habe ich von meiner besten Freundin geträumt … Wahrscheinlich deswegen, weil ich mich in den letzten Tagen mit der entsprechenden Frage wieder einmal auseinandersetzte. Im Traum trafen wir uns und wir sprachen uns endlich aus. Sie sagte mir, dass sie mich sehr vermisse, aber gewisse Umstände (Menschen) hindern sie daran, mit mir Kontakt aufzunehmen. Zum Schluss haben wir uns sogar umarmt und beide geweint. Ich weiß nicht, ob ich dem Traum Glauben schenken soll, aber es war ein wunderbares Gefühl, so vertraut wie früher miteinander umzugehen, einander aus dem eigenen Leben zu erzählen und einander zuzuhören.
„Freundschaft ist etwas sehr Wertvolles“ weiterlesen„Ich bin eine dreifache Regelbrecherin“ – Interview
Die Autorin Rosa Ananitschev im Gespräch über russlanddeutsche Literatur, persönliche Erfahrungen und Tabus in der russlanddeutschen Community:
„Ich bin eine dreifache Regelbrecherin“ – o[s]tklick – demokratisch antworten
Das Interview auch in russischer Sprache auf guru-art.com (übersetzt von Katharina Martin-Virolainen):
Inspiriert durch Corona
Vor einiger Zeit riefen die Freunde der Stadtbücherei Lüdenscheid zu einem Schreibwettbewerb auf. Thema: „Erfahrungen mit der Coronapandemie“. Die Idee dazu kam von einer Lüdenscheiderin. Bürgermeister Sebastian Wagemeyer übernahm die Schirmherrschaft über das Projekt. Nun sind einige Texte und sogar Gedichte zusammengekommen. Mit dabei auch ein Beitrag von mir: „Corona und die Diktatur“. Es ist mehr oder weniger eine Zusammenfassung meiner Gedanken, die ich schon in diesem Blog mit euch geteilt habe.
Die Textsammlung gibt es nur online. Ihr findet sie auf der Homepage: Freunde der Stadtbuecherei Luedenscheid – Aktuelles.
Mein Beitrag:
Corona und die Diktatur
Was passiert da gerade in Deutschland, in der ganzen Welt? Wir alle befinden uns in einer Krise, die großen Schaden anrichtet. Man kann sie Pandemie, man kann sie Covid-19, man kann sie Corona nennen – die Bezeichnung ändert diesen Zustand nicht. Menschen sterben, die Wirtschaft leidet, Unternehmen werden insolvent. Das unsichtbare Virus spaltet gleichwohl unsere Gesellschaft und ruft eine Vielzahl Querdenker hervor, deren Sichtweise größtenteils extremer Natur ist. Da wird Coronaimpfung mit Mord gleichgestellt und Quarantäne mit einem Konzentrationslager verglichen. Es wird behauptet, Coronapandemie sei bloß ein Trick, ausgedacht und verbreitet von einer geheimen Weltmacht, um die Bevölkerung der Erde zu versklaven, und die Regierung Deutschlands gehöre dazu. Angela Merkel will uns in die finstere Diktatur führen; sie hat sich das gar zum Ziel gesetzt – auch solche Stimmen sind laut.
„Wir werden bald tief mittendrin sein. Wir sind schon mittendrin!“, lese ich in dem einen oder anderen Blogbeitrag und alles sträubt sich in mir dagegen: „Diktatur? Überall? Oder nur in Deutschland?“ und ich frage die Verfasserin oder den Verfasser: „Weißt du überhaupt, was eine Diktatur ist?“
Wie erwartet, kommen Antworten, in denen es um die Nazipartei, Hitler, die Jahre 1933 bis 1945 geht.
Sieht es in Deutschland denn tatsächlich so aus, als ob eine Partei oder eine Person die Macht übernommen hätte, um alle anderen zu unterdrücken? Werden Coronamaßnahmen, von „oben“ aufgezwungen, dazu benutzt, um uns in den Abgrund zu treiben?
Ich weiß nicht, ob alles richtig ist, was die Regierung macht. Es ist schlimm, dass die Geschäfte und Restaurants geschlossen sind, dass es den Selbstständigen so schlecht geht. Auch ich stehe skeptisch einigen Regelungen gegenüber. Es könnte doch sein, dass alles übertrieben ist, dass es andere Wege gibt. Aber ich denke auch – wer weiß schon, was in solcher Situation angemessen und was falsch sein soll? Und ich sage mir – wir haben immer noch unsere grundsätzlichen Freiheiten, die uns in einem demokratischen Land keiner so einfach wegnimmt.
Ich bin keine Medizinerin, keine Wirtschaftsexpertin, keine Politikerin, sondern bloß eine Frau, die sich ihre Gedanken macht. Ich komme aus einer anderen Welt, wenn man das so sagen darf, und ich weiß, was Diktatur wirklich heißt. Eine Diktatur, die mehr als 70 Jahre lang dauerte, die es heute noch in einigen Ecken der Welt gibt, auch immer noch bedingt in meiner alten Heimat – in Russland. Eine Diktatur, von der zwar nicht ich betroffen war, aber meine Großeltern und Eltern sowie Millionen Menschen, die verfolgt, vertrieben, dem Hunger und der Kälte ausgesetzt, in Lager gesperrt, gefoltert, vergewaltigt und ermordet wurden. Nicht „nur“ ein paar Millionen – zig Millionen! Ich will hier keine Zahlen nennen, denn darum streiten sich selbst die Historiker – ich möchte hier bloß ein paar Wahrheiten einbringen.
1933. Die Tyrannei nimmt weiter Fahrt an. Meine Großeltern (mit fünf Kindern) werden aus ihrer Heimat in der Ukraine nach Sibirien deportiert. Grund: sie waren christlich, „reich“ und dazu auch noch deutscher Nationalität. Also – selbst schuld.
Vier Jahre später. 1937 – der Höhepunkt der Repressalien. Wieder trifft es Großvater, der zusammen mit seinem Sohn und acht weiteren Dorfbewohnern verhaftet wird. Neun Männer, darunter Großvater und mein Onkel, werden schon wenige Wochen danach hingerichtet, einer bekommt zehn Jahre Straflager. Grund? Es gab keinen, außer dass sie angeblich Volksverräter wären. Von ihrem Schicksal erfuhren die Familien erst Ende der 80er-Jahre.
1942. Mein Vater wird für sieben Jahre in die Trudarmija (Arbeitsarmee) Zwangs-mobilisiert, obgleich zwei kleine Kinder zurückbleiben und meine Mutter ein drittes Kind erwartet. Grund: er war ein Deutscher, also ein potenzieller Faschist, also hatte er seine Schuld zu begleichen und dem Vaterland (dem Diktator) zu dienen.
Das betrifft nur eine (meine) Familie. Wie viele solcher Familien gab es in der UdSSR (nicht nur deutsche), wie viele Dörfer und Städte? Wollen wir einmal die Schicksale zusammenrechnen? …
Nein, diejenigen, die jetzt in Deutschland auf die Straßen gehen (habt ihr eigentlich eine Ahnung, wie viele Neonazis und dergleichen da mitmarschieren?), schreien und die Diktatur voraussagen – ihr wisst nicht, was eine Diktatur ist. Aber wenn ihr wollt – ihr könnt sie wahrhaftig und am eigenen Leib erfahren, schon jetzt, schon heute. Dazu braucht ihr nur nach Belarus zu fahren. Oder nach Tschetschenien. Oder meinetwegen auch nach Russland. Geht doch dort einmal zum Protestieren auf die Straßen. Was meint ihr, geschieht dann mit euch? …
Ich frage mich immer wieder: warum? Warum denken die Querdenker so … so radikal „quer“?
„Wischt euch den Sand aus den Augen und fasst Mut, die Dinge so zu sehen, wie sie tatsächlich sind – auch wenn es vielleicht nicht so leicht fällt, sich einzugestehen, dass man Mitläufer und Feigling war und ist“, lese ich in einem Blogartikel, und es kocht in mir hoch.
Wenn dann noch auf meinen Kommentar die Antwort kommt, dass jeder für sich prüfen müsse, ob er in antidemokratischen Verhältnissen leben wolle, und wenn nicht, ist er aufgefordert mutig Stellung zu beziehen (wobei natürlich ich gemeint bin), kann ich es kaum fassen.
Ich muss so etwas nicht einmal prüfen, um Stellung zu beziehen – ich weiß, wie ich leben will.
Wie kommt man darauf, dass Menschen, die nicht die gleiche Querdenker-Meinung haben, in antidemokratischen Verhältnissen leben wollen, dass sie von „Mainstreammedien“ manipuliert sind, dass sie keinen Mut haben? Alle Menschen, die ich kenne, sind für die Demokratie, auch wenn sie sich nicht unbedingt als Querdenker bezeichnen, auch wenn sie die Pandemie-Regeln befolgen und die meisten von ihnen vorhaben, sich impfen zu lassen. Warum nimmt man sich heraus, sie zu beschuldigen, sie wären Feiglinge und Mitläufer. Mitläufer wohin? In die finstere Diktatur? …
Warum sind Querdenker überzeugt, dass sie in allem recht haben? Vielleicht sollten sie doch nicht ausschließlich quer denken, sondern auch manchmal schlicht gerade, und vielleicht liegt die Wahrheit ja dazwischen, oder ganz woanders, und unsere Demokratie ist trotzdem nicht gefährdet? … Wenn man nur quer denkt, läuft man Gefahr, eines Tages stecken zu bleiben oder gänzlich in den Verschwörungstheorien zu versinken, die zurzeit das Internet überschwemmen und zum Teil so absurd sind, dass sie schon lächerlich wirken.
Diese Regierung macht einiges falsch – das streite ich gar nicht ab. Aber ihr zu unterstellen, dass sie (zusammen mit anderen Regierungen) sich Corona ausgedacht hat, dass sie absichtlich die Demokratie zunichtemachen und das Land in den Ruin treiben will, ist schier ungeheuerlich. Es sind Behauptungen, die keinen Boden haben.
Eine interessante Frage kommt mir gerade in den Sinn: Gegeben der Fall, es wären keine Maßnahmen ergriffen, alle Bürger hätten frei zu entscheiden, wie sie sich verhalten, es würde nicht nach Impfstoffen geforscht, nicht geimpft – wie würden Querdenker dann reagieren? Ich fürchte, ihre Empörung wäre dann noch größer, nur ginge sie in die umgekehrte Richtung.
Oder resultiert meine Stellung zum Thema „Corona und die Diktatur“ daraus, dass ich selbst aus dem totalitären Regime komme? Dass ich zu viel darüber weiß? Sehe ich das Ganze hierzulande deswegen mit anderen Augen, weil ich mir nicht eingestehen will, dass ich aus einer Diktatur in die andere hineingeraten bin? Ist das mein „Problem“?
Ja, es ist mir zuwider, Deutschland auch nur ansatzweise mit der ehemaligen Sowjetunion, der DDR oder einem anderen totalitären Staat zu vergleichen! Ich kann es nur fortwährend wiederholen – ich erkenne in Deutschland keine Diktatur, weder jetzt noch in absehbarer Zukunft.
Sollte ich mich irren, dann … dann verstehe ich die Welt nicht mehr.
Hier geht es direkt zur PDF-Datei:
Neuer Schreibwettbewerb
Ein neuer spannender Literaturwettbewerb, ausgeschrieben vom Q5 Verlag, ist am Start. Schon ab heute können Texte eingesandt werden.
Macht mit!
Wie es geht?
Klickt einfach auf den Link oder das Bild unten und ihr werdet alles erfahren. 😉
Für den guten Zweck – Spendebücher des Q5 Verlags
Im Schatten
Alles, was in Deutschland nicht zu gebrauchen war, ließ ich in Russland zurück, nicht nur materielle Dinge, auch veraltete Lebenseinstellungen und einige Gewohnheiten im Alltag. Nur die Depression konnte ich nicht so einfach loswerden, sie blieb in meinen Schatten versteckt und sobald sie die erstbeste Gelegenheit bekam, trat sie hervor. Lange hatte sie nicht warten müssen, schon bei der Ankunft am 4. Dezember 1992 im Frankfurter Flughafen schlug sie erbarmungslos zu. Seitdem läuft sie zwar meistens nebenher, findet jedoch ab und an immer noch ein passendes Schlupfloch, um sich zu zeigen und mir den Weg zu erschweren.
„Im Schatten“ weiterlesenFeedback der besonderen Art
… und das Autorenherz schlägt höher. 💗
Eine Leserin aus Hemer ist so sehr von meinem Buch „In der sibirischen Kälte“ beeindruckt, dass sie das Buchcover nachgemalt und das Bild vor ihrer Haustür aufgestellt hat.
Ich bin überwältigt …




Für die Ewigkeit
Sie läuft stetig weiter – die Zeit, unerbittlich, unbeeindruckt von Katastrophen und Geschehnissen des menschlichen Daseins. Sie lässt sich nicht abstellen, neu aufziehen oder anhalten. Man hat sogar den Eindruck, ihre Fahrt nimmt zu, mit jedem gelebten Jahr schreitet sie schneller voran.
Ich blicke zurück auf die breite Zeitspanne von 66 Jahren und denke: Das meiste hast du schon hinter dir, das wenigste bleibt dir noch. Ich suche nach Momenten, die in meinem Leben einmalig waren, nach Augenblicken des vollkommenen Glücks. Welche würde ich verewigen, wenn mir das möglich wäre?
In der Tinte
Diesen Text fand ich neulich in meinem alten Notizbuch, das noch aus der Zeit der Schreibwerkstatt stammt (1994). Die Aufgabe der Kursleiterin war – jeder Teilnehmer wirft ein Wort in den Raum und schreibt dann eine kleine Geschichte, in der alle vorgeschlagenen Wörter vorkommen müssen.
Blödsinn – zugegeben – das, was ich daraus gemacht habe, doch irgendwie auch witzig. (Die Fehler habe ich eben beseitigt 😉).
Lachen muss ich jetzt noch, jedoch mit einem Seufzer bei dem Gedanken, wie jung (relativ), aber unerfahren ich damals im Deutsch-Schreiben war … Nun beherrsche ich gut (relativ) die Sprache, bin aber alt (relativ) und nicht mehr so fit, um meine Kenntnisse in vollem Umfang anwenden zu können. Was sagt man dazu? … So ist das Leben und der Lauf der Dinge? …😊
Es war einmal weiß
Ein weißes Blatt Papier … alles ist noch unklar – das Thema, der Anfang, der Schluss. Alles kommt noch, alles wird sich aufbauen und schwarz auf dieses Blatt legen. Bis jetzt sind es nur Gedanken – etwas chaotische, nicht ausgereifte. Du zweifelst, du überlegst, wie du dich besser, genauer ausdrücken könntest, du versuchst dies und das …
Nein – falsch, passt nicht.
Dann „blitzt“ es in deinem Kopf. Der richtige Satz – da ist er! Und schon reihen sich die Wörter wunderbar aneinander und alles davor Geschriebene wird ausradiert – alle Versuche, alle Varianten – ohne Zögern und Erbarmen. Nur die neu formulierten Sätze bleiben stehen, manchmal ist es nur einer zwischen gestrichenen, geänderten und wieder gestrichenen, nur ein einziger Satz auf der ganzen Seite.
Ein weißes Blatt Papier, ein schneeweißes, am besten unliniertes Blatt. Ich mag es. Ich habe es schon immer gemocht, in jeder Form – als Schulheft, als kleines Notizbuch, als Briefbogen. Vielleicht ist das der Grundstein für meine Neigung zum Schreiben gewesen? Der Anstoß?
Es ist faszinierend, wie man ein einfaches, farbloses, unbedeutendes Stück Papier zum Atmen bringen kann.
Ein weißes Blatt Papier … Nun ist es nicht mehr unberührt weiß. Bedeckt mit schwarzen Schriftzeichen, hat sich das einst ausdruckslose Blatt auf wundersame Weise verändert. Freude und Trauer, Sehnsucht und Liebe, Schmerz und Hoffnung wurden diesem Papier eingedrückt, haben ihm magische Kraft verliehen.
Es war einmal ein weißes, einfaches, nichtssagendes Blatt Papier. Jetzt ist es ein kleines, lebendiges Stückchen meiner Seele.
Blog-Geburtstag
Rosas Blog ist drei Jahre alt geworden!
Entstanden ist er im Rahmen eines NETzWorking-Kurses und immer noch am Leben (wie man sieht 😃), obwohl fast alle anderen KursteilnehmerInnen ihre Übungs-Blogs abgemeldet haben. Das Schreiben macht mir nach wie vor viel Spaß, auch wenn ich ohnehin schon seit 2014 eine eigene Homepage mit eingebundenem Blog führe. Manchmal sind dann die Beiträge doppelt veröffentlicht, aber das macht ja nichts. Doppelt hält bekanntlich besser (und bringt vielleicht sogar mehr Leser).😊
Ein bisschen Statistik:
In den drei Jahren wurde „Mein Universum“ 2865 mal aufgerufen. Ob das viel oder wenig ist, kann ich nicht beurteilen, bin jedoch mit der Zahl völlig zufrieden.
Drei Beiträge (von insgesamt 113) mit den meisten Klicks möchte ich euch gern vorstellen:
Mit 381 Klicks steht am 1. Platz: Mischas Verbrechen
Am 2. Platz mit 214 Klicks: NETzWorking sei Dank
Am 3. Platz mit 115 Klicks: Da ist Leben drin
Alle drei, wie ich selbst finde, haben die Anerkennung verdient.
Zu meinem persönlichen Favoriten gehört: NETzWorking sei Dank
Fazit: Mein Blog wird noch viele weitere Geburtstage feiern (wenn alles gut geht) 😉






